Frauen im Landtag Verena Späthe: "Sehe in naher Zukunft keine gesetzlichen Regelungen"

19 von 87: Die Zahl der Frauen im aktuellen Landtag ist überschaubar. Wie kann sich das nach der Landtagswahl am 6. Juni ändern? Die SPD-Abgeordnete Verena Späthe befürchtet: Gesetzliche Regelungen sind in naher Zukunft kaum zu erwarten. Der Fragebogen.

Dr. Verena Späthe (SPD), spricht im Plenarsaal des Landtages von Sachsen-Anhalt zu den Abgeordneten.
Verena Späthe von der SPD zog 2006 in den Magdeburger Landtag ein. Bildrechte: dpa

In keinem anderen deutschen Landesparlament sind so wenige Frauen vertreten wie in Sachsen-Anhalt. Woran liegt das? Und was muss sich tun, damit sich der Frauenanteil erhöht? MDR SACHSEN-ANHALT hat alle 19 weiblichen Landtagsabgeordneten gefragt. Hier antwortet die SPD-Abgeordnete Verena Späthe.

Wo und durch wen wurden Sie politisch sozialisiert?

Eher durch die Umstände, das Leben als durch bestimmte Personen.

Wer hat Sie auf dem Weg in die Landespolitik unterstützt? Wie wurden Sie gefördert?

In meinem Wahlkreis war von 1994 bis 2006 Ute Fischer für die SPD im Landtag. Ich war für sie bei zwei Wahlen "Ersatzkandidatin" und habe sie sehr aktiv bei der Wahlvorbereitung unterstützt und viele Termine mit wahrgenommen. Im Wahlkreis war ich  als Stadträtin und Kreistagsmitglied bekannt. Vor der Wahl 2006 wurden vom Landesverband der SPD "Kandidatenschulungen", z.B. Rhetorik, Umgang mit PC angeboten.

Wann sind Sie zum ersten Mal in den Landtag von Sachsen-Anhalt eingezogen und wie haben Sie nach Ihrem Einzug das Klima Ihnen gegenüber als Frau wahrgenommen – fraktionsintern und insgesamt?

Seit 2006 bin ich Mitglied des Landtages. Von 24 Fraktionsmitgliedern waren zehn Frauen. Die Fraktionsvorsitzende und eine Stellvertreterin waren Frauen. Mit mir sind insgesamt sieben Neue in die Fraktion gekommen, darunter vier Frauen. Wir waren von Beginn an ohne Unterschiede in die Arbeit eingebunden.

Was sehen Sie als größtes Hindernis für eine Frau?

Fehlende Rückenfreiheit, fehlender familiärer Rückhalt und Verständnis für das Engagement im Ehrenamt sowie auch im Hauptamt lassen sich durch Gesetze und Verordnungen nicht regeln.

Welche politischen Prozesse/Strukturen müssten in Ihrer Partei/Fraktion, aber auch insgesamt verändert werden, damit der Landtag weiblicher wird?

Unser Vorteil ist die konsequente Anwendung von Paritätsregelungen auf allen Parteiebenen und Gremien. Eine gesetzliche Regelung sehe ich in naher Zukunft nicht, da unter den bestehenden Verhältnissen die Mehrheiten dafür nicht zu erwarten sind.

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MDR/Marie Kristin-Landes, Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07. März 2021 | 19:00 Uhr

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