Meinungsbarometer Mehrheit sieht Bildung als wichtigstes Thema für die neue Landesregierung

Am Donnerstag wird ein neuer Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt gewählt. Danach kann dann auch die neue Landesregierung ihre Arbeit aufnehmen. Sie sollte mit dem Thema Bildung beginnen, findet die Mehrheit der Befragten einer MDR-Umfrage. Weitere wichtige Themen sind Digitalisierung, Infrastruktur und das Gesundheitswesen. Zudem wünscht sich die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt mehr Investitionen.

Ein Junge schreibt im Klassenzimmer an die Tafel.
Die Mehrheit der MDRfragt-Teilnehmenden sieht das Thema Bildung als wichtigste Aufgabe für die neue Landesregierung. Bildrechte: Colourbox.de

Nach der Wahl des Ministerpräsidenten am Donnerstag kann die neue Regierungskoalition aus CDU, SPD und FDP in Sachsen-Anhalt ihre Arbeit aufnehmen. Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind mehrheitlich der Meinung, dass die neue Regierung am dringendsten das Thema Bildung angehen muss. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des MDR-Meinungsbarometers "MDRfragt". An der nicht-repräsentativen, aber gewichteten Umfrage haben 5.333 Menschen aus Sachsen-Anhalt teilgenommen.

Demnach finden 71 Prozent der befragten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass das Thema Bildung besonders wichtig für das Land Sachsen-Anhalt ist. Auch die Themen Digitalisierung (64 Prozent), Infrastruktur (63 Prozent) und Gesundheitswesen (57 Prozent) werden von der Mehrheit als notwendig angesehen.


Bildung leidet in der Pandemie

Durch die Corona-Pandemie habe die Bildung an den öffentlichen Schulen sehr gelitten, schreibt zum Beispiel eine Teilnehmerin der Umfrage aus dem Landkreis Stendal, die nach eigenen Angaben eine Nachhilfeschule leitet. "Meine Nachhilfelehrer müssen unseren Schülern den Unterrichtsstoff neu beibringen, statt ihn nur mit den Schülern zu wiederholen und zu festigen", erklärt die 53-Jährige.

Ohne Bildung keine Karriere! Man lernt nie aus!

MDRfragt-Teilnehmerin aus Magdeburg

Andere Teilnehmende fordern eine Kürzung der Stundenpläne und mehr Referendariatsstellen. Ein Befragter aus dem Burgenlandkreis wünscht sich, dass die Schulen in Sachsen-Anhalt zu Bildungscampussen ausgebaut werden, "wo Angebote für alle Altersgruppen sowie Gründungswilligen gemacht werden."


Klimaschutz, Wirtschaft und Strukturwandel

40 Prozent der Befragten sehen den Umwelt- und Klimaschutz als wichtigstes Thema für die neue Landesregierung. Ein Teilnehmer aus Halle schreibt: "Auch, wenn die jetzt regierende Koalition alles andere als Klima- und Umweltschutz als ihre Aufgabe sieht, hoffe ich trotzdem, dass es genug Abgeordnete im Landtag gibt, die sich der akuten Gefahr durch unterlassenen Klima- und Umweltschutz bewusst sind und entsprechend handeln."

Nur mit einer gut funktionierenden Wirtschaft können alle anderen Aufgaben gelöst werden.

MDRfragt-Teilnehmerin aus Magdeburg

Die Themen Wirtschaft (35 Prozent) und der Strukturwandel nach dem Braunkohle-Ausstieg (31 Prozent) sind den Menschen in Sachsen-Anhalt auch wichtig. Eine Teilnehmerin aus dem Burgenlandkreis schreibt: "In den Braunkohlerevieren dürfen sich die Ereignisse wie 1990 im Mansfelder Land nicht wiederholen." Viele Teilnehmende wünschen sich außerdem gleiche Löhne im Osten und Westen Deutschlands.


Mehrheit für Investitionen

Die Verschuldung des Landes wächst zwar, unter anderem durch die Corona-Pandemie. Dennoch wünscht sich die Mehrheit der Befragten aus Sachsen-Anhalt mehr Investitionen (69 Prozent). Für Sparmaßnahmen ist hingegen nur etwa ein Fünftel (19 Prozent).


Sachsen-Anhalt unattraktiv für junge Menschen

Die Teilnehmenden wurden außerdem gefragt, wie attraktiv es ihrer Meinung nach für junge Menschen aus Sachsen-Anhalt ist, nach Ausbildung oder Studium hierzubleiben bzw. zurückzukehren. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) finden das Land unattraktiv für junge Menschen. Nur 28 Prozent halten es für attraktiv.

Ich als junge Person finde es traurig, dass die Regierung so konservativ ist. Dadurch wird es nicht gerade attraktiver, hierzubleiben.

MDRfragt-Teilnehmerin aus dem Harz

Generell scheint die Landtagswahl das Ansehen von Sachsen-Anhalt nicht verändert zu haben. Das meinen 60 Prozent der Befragten. Allerdings denkt rund ein Fünftel auch, dass die Wahl das Ansehen des Landes positiv beeinflusst haben könnte (17 Prozent). 13 Prozent dagegen fürchten, dass es gelitten haben könnte. Sachsen-Anhalt werde außerhalb seiner Landesgrenzen kaum beachtet, schreibt zum Beispiel ein Teilnehmer aus Magdeburg. Das Land erwecke den Eindruck, als hätte es die Zeichen der Zeit verschlafen.

Quelle: MDR/Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR extra: Wahl des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt | 16. September 2021 | 10:00 Uhr

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