Magdeburg: Blick auf die Eingangstore und den Schriftzug am Landgericht.
Das Landgericht Magdeburg hatte einen ehemaligen Chefarzt zu 13.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Nun wurde dessen Berufung abgelehnt. Die Meldung hören Sie in den Nachrichten von MDR SACHSEN-ANHALT vom 9. Mai 2023. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Stephan Schulz

Tod durch Kokain Berufung gescheitert: Ehemaliger Halberstädter Chefarzt muss Schadensersatz zahlen

10. Mai 2023, 15:55 Uhr

Mehrere Male stand ein ehemaliger Chefarzt eines Krankenhauses in Halberstadt bereits vor Gericht – unter anderem, weil er Frauen mit Kokain betäubt hatte. Neun Jahre mit anschließender Sicherheitsverwahrung war eines der Urteile gegen ihn. Außerdem muss der Mann Schadensersatz zahlen. Mit seiner Berufung dagegen ist er nun gescheitert.

Ein ehemaliger Chefarzt eines Halberstädter Krankenhauses, der mehrere Frauen heimlich mit Drogen betäubt hatte, ist mit seiner Berufung gegen ein Schadensersatz-Urteil gescheitert. Wie das Landgericht Magdeburg am Dienstag mitteilte, hatte das Oberlandesgericht Naumburg die Berufung bereits Anfang April in zweiter Instanz zurückgewiesen.

Tod durch Überdosis Kokain

Das Landgericht hatte den ehemaligen Arzt im Oktober vergangenen Jahres zu mehr als 13.000 Euro Schadensersatz verurteilt. In dem Verfahren ging es um die Klage der Krankenkasse eines Opfers. Die Frau aus Schönebeck war 2018 an einer Überdosis Kokain gestorben. Der ehemalige Arzt hatte ihr laut Gericht bei einem "ansonsten einvernehmlichen sexuellen Kontakt" heimlich Kokain verabreicht. Zuvor war die damals 38-Jährige reanimiert und ins Krankenhaus gebracht worden. Die Kosten für diesen Aufenthalt wollte die Krankenkasse zurück.

Der ehemalige Chefarzt hatte in dem Zivilprozess beteuert, der Frau weder Kokain verabreicht noch sonst ihren Tod verursacht zu haben.

Skandal um Handchirurgen

Der Skandal um den Chefarzt und seine zehn Sexualpartnerinnen war vor fünf Jahren bekannt geworden. Im Frühjahr 2019 war der Handchirurg schuldig gesprochen worden. Das Landgericht verhängte gegen den damals 43-Jährigen eine Freiheitsstrafe von neun Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung. Der Mediziner hatte mehrere Frauen mit Kokain gefügig gemacht und vergewaltigt. 

Weiterer Verfahren

Das nun rechtskräftig abgeschlossene Zivilverfahren war nicht das erste gegen den Verurteilten. Im März 2021 verurteilte das Oberlandesgericht Naumburg den ehemaligen Arzt zur Zahlung der Beerdigungskosten für das Opfer in Höhe von gut 8.500 Euro sowie eines Hinterbliebenengeldes an den Ehemann und den Sohn der Verstorbenen in Höhe von jeweils 10.000 Euro.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Artikels hatten wir fälschlicherweise von Schmerzensgeld statt Schadensersatz geschrieben. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

MDR (Christoph Dziedo, Moritz Arand) | Zuerst veröffentlicht am 9. Mai 2023.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. Mai 2023 | 16:00 Uhr

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