Giga-Fabrik Wie der Harz von Intel profitieren soll

Die Intel-Ansiedelung soll nicht nur der Landeshauptstadt Magdeburg einen Schub geben. Auch die umliegenden Regionen können von der Milliardeninvestition partizipieren. Welche Chancen sich etwa für den Landkreis Harz ergeben, dazu sprach am Donnerstagabend Staatssekretär Jürgen Ude in Halberstadt. Er zeigte dabei unter anderem Perspektiven für die Hochschule und die Automobilzulieferer auf.

Ein Fabrikgeländer auf einem computeranimierten Bild
Die Intel-Ansiedlung soll sich nicht nur auf Magdeburg positiv auswirken – auch die umliegenden Regionen erhoffen sich einen Schub. Bildrechte: Intel Corp.

Bei Intel arbeiten und am oder im Harz wohnen – das könnte sich schon wegen der räumlichen Nähe als durchaus attraktiv erweisen. Über die Chancen, die die Ansiedlung des US-Chip-Herstellers bei Magdeburg für den Landkreis Harz mit sich bringe, darüber informierte Staatssekretär Jürgen Ude am Donnerstagabend in Halberstadt. Die B81 bis zum Harz dreispurig zu verlängern, darüber werde ja bereits laut nachgedacht.

Der Staatssekretär zeigte bei dem Impuls-Vortrag, zu dem ihn die Mittelstands- und Wirtschaftsunion des Harzkreises eingeladen hatte, auch Perspektiven für die Hochschule Harz auf und brachte das ohnehin vorhandene Potenzial der Automobilzulieferer ins Spiel. Mit dem Aus für Verbrennungsmotoren müssten die sich ohnehin transformieren. Warum also nicht zu Zulieferern für die Chip-Industrie?

Land soll vermitteln

Zu den Chancen gehörten freilich auch Aufgaben. Jürgen Ude betonte, aus dem Harz heraus sollten aktiv Angebote an Intel gemacht werden – von den Unternehmen, von den Kommunen, aus dem Mittelstand. Hier stehe die Landesregierung bereit, zu kommunizieren und zu vermitteln.

In Risiken, wie etwa die Fachkräftesicherung, sieht Ude, der die Intel-Ansiedlung und den einhergehenden Strukturwandel in Sachsen-Anhalt weiter vorantreibt, auch für den Harz eine Chance. Von Fachkräften, die der Halbleiter-Gigant anziehen würde, könnte auch der bereits existierende Mittelstand in der Region profitieren.

Mit einem Investitionsvolumen über 17 Milliarden Euro plant der US-amerikanische Halbleiterproduzent Intel eine Giga-Factory im Südwesten Magdeburgs. Eigenen Angaben zufolge sollen etwa 7.000 Arbeitsplätze im Baugewerbe entstehen sowie rund 3.000 Dauerarbeitsplätze im Hightech-Bereich. Nach dem Baustart im kommenden Jahr soll die Halbleiterproduktion 2027 aufgenommen werden.

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Bildrechte: MDR/Intel/Heise/Dünnhaupt

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MDR (Swen Wudtke, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Oktober 2022 | 07:30 Uhr

4 Kommentare

RJU vor 8 Wochen

Erst mal muss Intel überhaupt kommen.
Und das steht nach meiner Auffassung aus mindestens zwei Gründen in den Sternen.
1. Intel benötigt in diesem Jahr die Zusage der EU-Milliarden aus dem Chip Act der EU. Die Genehmigungen setzen aber eine Gesetzesänderung auf EU Ebene voraus, die (wenn überhaupt) erst frühestens Ende 2023 kommen dürfte.
2. Hier reicht ein Wort: ENERGIE

Wenn der Weltenretter Elon Musk von heute auf morgen das Batteriewerk in Grünheide beerdigt dann kann Intel das auch.
Wir haben es hier mit AMERIKANERN zu tun ….

Steffen Kayser vor 8 Wochen

Dem schließe ich mich an. Zumal Intel ein amerikanisches Unternehmen ist. Und wer bitte soll deren Produkte in Europa kaufen? in 2-3 Jahren ist kein Technologieunternehmen mehr in Deutschland, welches die Intel-Produkte bräuchte. Mercedes hat ja die größte LKW-Fabrik weltweit gerade nach China verlegt. Annalena also bitte nicht wundern, wenn deine "Feinde" mit Mercedes-Lkw anrücken.

wer auch immer vor 8 Wochen

Genau, soll, möchte, haben ...
alles Floskeln die noch nicht ein IST zeigen.

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