Ortsschild von Barleben im Landkreis Börde
Der Industriekonzern Oerlikon hat 205 Standorte, einen davon in Barleben. Dem droht aber das Aus. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Technologiekonzern 120 Arbeitsplätze bedroht: Oerlikon will Standort in Barleben aufgeben

06. Dezember 2023, 15:15 Uhr

Der Schweizer Industriekonzern Oerlikon will seine Produktion in den USA bündeln. Das Unternehmen schließt deswegen mehrere Standorte, betroffen ist auch der Sitz in Barleben. Mehr als einhundert Arbeitsplätze sind in Gefahr.

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Der Schweizer Technologiekonzern Oerlikon will offenbar seinen Standort in Barleben im Landkreis Börde aufgeben. Wie der Konzern in einer Pressemitteilung erklärte, soll der Standort im kommenden Jahr ausgelagert werden. Zuerst hatte die Volksstimme berichtet. In dem Artikel hieß es, rund 120 Arbeitsplätze seien in Gefahr. Für eine Stellungnahme war das Unternehmen noch nicht zu erreichen.

Oerlikon will Produktion in die USA auslagern

Oerlikon beabsichtige, die Produktion in den USA zu bündeln, um das Geschäft näher an die amerikanischen Wachstumsmärkte wie die Halbleiter-Industrie zu bringen, heißt es in der Mitteilung. Europäische und andere internationale Kunden sollen zukünftig aus den USA beliefert werden.

Konzern in 37 Ländern vertreten

Oerlikon ist nach eigenen Angaben ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Oberflächentechnologie, Polymerverarbeitung und additive Fertigung. Der Hauptsitz liegt in Pfäffikon in der Schweiz. Der Konzern ist mit mehr als 13.000 Mitarbeitenden an 205 Standorten in 37 Ländern präsent und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro.

MDR (Michel Holzberger, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. Dezember 2023 | 16:00 Uhr

32 Kommentare

Goldloeckchen vor 12 Wochen

„Es war aber die AfD, welche laut gejubelt hat, als die Programme gestoppt werden mussten.“

Also bitte, die AfD ist doch nicht schuld das die Unternehmen in die USA gehen 😉🇩🇪

🫣☝️😉😂

Peter vor 12 Wochen

Goldloeckchen: Es war aber die AfD, welche laut gejubelt hat, als die Programme gestoppt werden mussten.
Darunter befinden sich zum Beispiel solch wichtige Vorhaben wie die Instandsetzung und der Ausbau des deutschen Schienennetzes oder die Hilfen bei der Energieberatung der Bürger.
In Sachsen-Anhalt will die AfD zum Beispiel klagen, um die Ausbildungsvergütung für Pflegekräfte zu stoppen.
Wer nicht erkennt, welche bürgerfeimdliche Rolle die AfD da spielt, sollte mal die Scheuklappen abnehmen.

wo geht es hin vor 12 Wochen

"Der Jubel über die Mittelkürzung, d.h. auch der Subventionen für INTEL, war nun wirklich nicht zu überhören."
Und die Subventionen an Intel sind auch tatsächlich fragwürdig. Es ist wirtschaftlich gesehen einfach nicht vermittelbar, wenn die Schaffung eines einzigen Arbeitsplatzes im Schnitt mit bis zu 2 Mio "gefördert" wird. Das ist völlig unverhältnismäßig. Und es ist einfach auch nur eine Ausrede, daß mit Intel Deutschland oder Europa unabhängiger von der weltweiten Chipindustrie werden könnte. Intel stellt dazu erstmal ein viel zu kleines Licht dar, das außerdem zur Zeit sogar mächtig am flackern ist. Und was glauben Sie, wie "solidarisch" Intel ist, wenn diese Firma außerhalb von Europa mehr Kohle für ihre Produkte geboten bekommt? DA sind die 10 MRD aber ganz schnell vergessen.

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