Holzhackschnitzel Stadtwerke Osterburg kommen fast ohne Öl und Gas aus

Die Stadtwerke in Osterburg nutzen seit mehr als zehn Jahren Holzhackschnitzel, um Energie zu produzieren. Ebenso wie für Öl und Gas sind die Kosten für die Holzhackschnitzel deutlich gestiegen. Nach Angaben des Stadtwerke-Chefs sind sie aber weiterhin deutlich billiger als Öl und Gas.

Zwei Hände voll mit klein gehackseltem Holz
Holzhackschnitzel sind ebenfalls deutlich teurer geworden. Bildrechte: dpa

In Osterburg heizen die Stadtwerke mit Holzhackschnitzeln. Etwa die Hälfte der Einwohner muss sich deshalb weniger Gedanken um die steigenden Gaspreise machen. Der Leiter der Stadtwerke, Detlef Zimmermann, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe die Wärme auf Grundlage von Holz vor mehr als zehn Jahren auch mit Gedanken an die Umwelt eingeführt, vor allem aber, um unabhängig vom Öl und Gas sein.

Preise für Holzhackschnitzel ebenfalls angestiegen

Zudem sei das Holz damals wie heute billiger. Die Preise für Holzhackschnitzel sind laut Zimmermann allerdings ebenfalls um fast das Doppelte gestiegen. Sie seien aber immer noch billiger als Gas oder Öl. Im Notfall werden auch in Osterburg fossile Brennstoffe zur Energiegewinnung zugeschaltet. Im Jahr 2021 sei zu 91 Prozent Holz im Einsatz gewesen, etwas mehr als fünf Prozent Gas sowie ein kleiner Anteil Öl.

Die Holzteile kaufen die Stadtwerke nach eigenen Angaben in der Region. Der Geschäftsführer hält Holzhackschnitzel für eine nachhaltige Alternative: Es wundere ihn, dass die Grünen auf Bundesebene meinen, das könne nur ein Zwischenschritt sein, weil so viel Wald mittelfristig gar nicht nachwachsen könne, wie Deutschland verfeuere.

Nur wenige Holzhackschnitzel-Anlagen in Sachsen-Anhalt

Zimmermann sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern, da werden die Holzhackschnitzel in großen Mengen schon von Dänemark aufgekauft, in Niedersachsen von den Niederlanden und im Süden von Bayern und Österreich."

Größere Holzhackschnitzel-Anlagen gibt es nur wenige in Sachsen-Anhalt. Weitere stehen unter anderem im Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden in der Altmark sowie bei der Energieversorgung Halle.

MDR (Katharina Häckl, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. August 2022 | 17:00 Uhr

28 Kommentare

ElBuffo vor 8 Wochen

Wenn genug auf Holzhack umstellen, sinkt die Nachfrage nach Gas und Öl, was dann beim nächsten, der darüber nachdenkt, zum Ergebnis führt, dass es sich doch nicht lohnt. Mit dem Ergebnis, dass am Ende nicht alle auf Holzhack umgestellt haben, sondern ein Teil auf Energiesparend, ein Teil auf höhere Energieeffizienz, ein Teil auf bessere Dämmung, ein Teil auf Holzhack, ein Teil auf Wärmepumpen, ein Teil auf Solarthermie, ein Teil bleibt bei Gas, Öl oder Kohle und viele werden nicht nur auf eins davon setzen. Also keine Panik. Es wird allerdings auf jeden Fall schwieriger hier für alle den Hahn zuzudrehen und Zugeständnisse zu erpressen. Das würde mich als Besitzer einer solchen Ressource auf jeden Fall anpiepen und ich würde jeden Mist verbreiten lassen, damit weiter jeder mein Zeug kauft.

Anni22 vor 8 Wochen

@ MDR Es geht um den Vergleich, ist russisches Gas schlechter als Holz aus Brasilien, ist Kohle aus Deutschland besser als Gas aus Katar. Wie viel Holz kann nachwachsen ohne den Wald zu zerstören.
Verstehen Sie was ich meine? Gas böse, Holz gut ist einfach Quatsch. Wenn wir den Regenwald verfeuern oder unsere Wälder im großem Maß abholzen ist das ganz bestimmt eher nicht hilfreich.

MDR-Team vor 8 Wochen

Diese Behauptung ist sachlich falsch. Zu den Emissionen des Erdgases gehört Methan, das hoch treibhausgaswirksam ist. Mehr dazu erfahren Sie hier: https://www.deutschlandfunk.de/forscher-warnen-erdgas-ist-ein-klimaschaedling-genau-wie-100.html

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