Greenpeace-Gutachten Tagebau Turow gefährdet Wasserqualität im Dreiländereck

Blick in den Tagebau Turow
Der Betreiber PGE will den Tagebau nahe der tschechischen und deutschen Grenze mit einer Verlängerung der Abbaugenehmigung bis ins Jahr 2044 betreiben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der geplante Ausbau des Braunkohletagebaus im polnischen Turow könnte die Wasserqualität auf deutscher Seite gefährden. Das geht aus einem geologischen Gutachten der Umweltorganisation Greenpeace hervor, das am Montag in Zittau vorgestellten wurde. Der Betrieb des erweiterten Tagebaus im Dreiländereck würde das Grundwasser in den tieferen Schichten um 20 Meter absenken, erklärte Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. Damit sei die Wasserversorgung in der Region gefährdet.

Bodenabsenkung möglich

Wenn das Wasser schwindet, lasse dies zudem die Gefahr von Bodenabsenkungen steigen. Davon betroffen sei etwa der Rand des Zittauer Stadtgebietes. "Häuser können Risse bekommen und sogar instabil werden. Das ist eine typische Erscheinung in solchen Tagebauregionen", so Smid. Saures Grubenwasser könnte laut Greenpeace zudem Neiße und Oder unterhalb des Tagebaus belasten.

Großer Protest gegen Tagebau

Der Betreiber PGE will den Tagebau nahe der tschechischen und deutschen Grenze mit einer Verlängerung der Abbaugenehmigung bis ins Jahr 2044 betreiben. Dagegen hatte es zuletzt eine Vielzahl von Protesten, auch von der sächsischen Landesregierung, gegeben.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.10.2020 | 19:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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