Zwei Frauen sitzen nebeneinander an einem Tisch beim Aktenstudium
Helene Schäfer-Betz (links) mit ihrer Anwältin Jana Neumann. Die Ex-Turnerin verlangte von ihrem ehemaligen Arzt Schmerzensgeld. Bildrechte: Harry Härtel

Klage abgewiesen Ehemalige Chemnitzer Turnerin bekommt kein Schmerzensgeld

29. Mai 2024, 12:44 Uhr

Die frühere Turnerin Helene Schäfer-Betz hat in Chemnitz gegen einen Arzt wegen unerlaubter Medikamentenabgabe geklagt. Nun hat das Landgericht eine Entscheidung gefällt. Schäfer und weitere Turnerinnen hatten Ende 2020 auch schwere Vorwürfe gegen ihre Trainerin Gabriele Frehse erhoben.

Die Ex-Turnerin Helene Schäfer-Betz hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld von ihrem damaligen Arzt am Olympiastützpunkt Chemnitz. Diese Entscheidung hat die Arzt-Haftungskammer am Landgericht Chemnitz am Mittwoch gefällt. Sie beruft sich dabei auf ein Gutachten, das dem Mediziner eine fehlerfreie Behandlung bestätigt.

Der Klägerin Schäfer-Betz geht es darum: Ihr wurde ihren Angaben zufolge nach monatelangen Hüftschmerzen als 16-Jährige mit Billigung des Orthopäden vor einem Wettkampf in Japan das Schmerzmittel Tilidin verabreicht. Ihre Eltern sollen davon nichts gewusst haben. Nach Einnahme der Medikamente sei sie benommen gewesen und bei dem Turnier 2017 vom Balken gestürzt.

Zwar hätte der Arzt sie mehr über Nebenwirkungen des Schmerzmittels Tilidin aufklären müssen, so Gerichtssprecherin Marika Lang. Aber es sei kein kausaler Zusammenhang zu dem Sturz nachzuweisen. Die ehemalige Turnerin hatte ihren Arzt auf 30.000 Euro Schmerzensgeld verklagt. Laut Gericht kann gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht eingelegt werden.

Turnerinnen beklagten Missstände im Leistungszentrum Chemnitz

Mehrere Turnerinnen des Olympiastützpunktes, darunter WM-Mehrkampf-Finalistin Pauline Schäfer-Betz und ihre Schwester Helene, hatten ihrer damaligen Trainerin Gabriele Frehse psychische Übergriffe sowie die unerlaubte Abgabe von Medikamenten vorgeworfen.

Daraufhin hatte der Deutsche Turnerbund (DTB) eine Untersuchung eingeleitet und die Zusammenarbeit mit Frehse bendet. Ein von der Staatsanwaltschaft Chemnitz eingeleitetes Ermittlungsverfahren gegen Frehse und zwei Ärzte wurde später eingestellt. Seit Juli 2023 ist Gabriele Frehse Frauen-Nationaltrainerin in Österreich mit einem Vertrag bis 2025.

MDR (ali/jhe)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 29. Mai 2024 | 11:30 Uhr

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