Chemnitz Nach Razzia Haftbefehl wegen Raubs erlassen

24. Mai 2024, 13:04 Uhr

Nach einer Durchsuchung in Chemnitz ist gegen einen Mann Haftbefehl erlassen worden. Der 46-Jährige war am Mittwoch bei einer großangelegten Polizeirazzia festgenommenen worden. Das bestätigte die Polizeidirektion Chemnitz. Dem Mann wird eine Raubstraftat vorgeworfen.

Menschen vor Wohnhaus
Bei Durchsuchungen am Mittwoch in Chemnitz ist ein Mann festgenommen worden. Bildrechte: haertelpress

Ermittlungen gegen fünf Personen

Polizei und Zoll haben am Mittwoch mehrere Wohnungen in Chemnitz, Hohenstein-Ernstthal und Nordrhein-Westfalen durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen gegen insgesamt fünf Beschuldigte im Alter zwischen 26 und 48 Jahren. Drei von ihnen kommen aus Chemnitz. Dabei gehe es laut Polizei um den Verdacht des Raubes, des versuchten Betruges, der versuchten Geldwäsche und der Steuerhinterziehung. Außerdem soll einer der Männer Falschgeld in Umlauf gebracht haben.

Drei unterschiedliche Verfahren

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben in drei verschiedenen Verfahren. Ein 26 Jahre alter Beschuldigter sei im Januar 2024 in Magdeburg mit mehr als 200.000 Euro aufgegriffen worden, wobei sich unter dem Bargeld unklarer Herkunft auch Falschgeld befunden habe. Der Betrag sollte bei einem Autokauf verwendet werden, laut Staatsanwaltschaft mit dem Ziel der Geldwäsche.

Raub beim Fahrzeugkauf

Einem 46-jährigen Mann wird vorgeworfen, ebenfalls im Zusammenhang mit einem angeblichen Pkw-Kauf in Mecklenburg-Vorpommern einen Raub in Auftrag gegeben zu haben, so die Staatsanwaltschaft. Er soll einem weiteren Mann bei einem Fahrzeugkauf im Internet einen höherwertigen Wagen zum Tausch angeboten haben, wenn der Geschädigte zusätzlich 100.000 Euro in bar bezahle. Im September 2023 habe sich der Verkäufer mit einem Mittelsmann des Beschuldigten getroffen, der dem Geschädigten während des Gesprächs die Mappe mit dem Bargeld entrissen habe und geflüchtet sei.

Der 48 Jahre alte Beschuldigte stehe, ebenso wie der 26-jährige, im Verdacht, Einkommens- und Umsatzsteuer für die vergangenen Jahre hinterzogen zu haben.

Schriftzug auf Weste
Im Ermittlungsverfahren geht es um Raub, Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Bildrechte: haertelpress

Bargeld und Waffen sichergestellt

Die Polizei stellte nach eigenen Angaben unter anderem zwei Schreckschusswaffen, rund 120.000 Euro Bargeld, diverse Datenträger und Unterlagen sicher. Auch mehrere Handys, die mutmaßlich für sogenannte Schockanrufe bei Betrugsversuchen verwendet wurden, habe man gefunden, hieß es.

Im Zuge der Durchsuchungen in Chemnitz wurde der 46-Jährige wegen des Verdachtes des Raubes vorläufig festgenommen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme sei er zunächst in ein Krankenhaus gebracht worden. Er soll dennoch zeitnah am Amtsgericht Chemnitz vorgeführt werden, so die Staatsanwaltschaft.

MDR (ben)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 22. Mai 2024 | 15:30 Uhr

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