GDL-Chef Claus Weselksy beim Streik der City-Bahn Chemnitz
Am Freitag ist GDL-Chef Claus Weselsky nach Chemnitz gekommen, um die Streikenden der City-Bahn Chemnitz zu unterstützen. Bildrechte: MDR/Dany Striese

Tarifstreit Weselsky verteidigt Streikaktionen bei der City-Bahn Chemnitz

17. Mai 2024, 16:34 Uhr

Um die streikenden Mitarbeiter der City-Bahn Chemnitz zu unterstützen, ist GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag selbst nach Chemnitz gekommen. Das Bahnpersonal kämpft noch immer für eine 35-Stunden-Arbeitswoche mit seit Wochen andauernden Streiks.

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Im Tarifstreit bei der City-Bahn Chemnitz hat der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, die Streikaktionen verteidigt. Er ist dazu am Freitag nach Chemnitz gereist. Bei der City-Bahn lief bis Freitagmittag mittlerweile der zehnte Ausstand. Die GDL fordert bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und pocht auf eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.

GDL-Chef: Verantwortung liegt bei der City-Bahn

Bei den Wellenstreiks, die hauptsächlich viele Schüler und ältere Menschen in und um Chemnitz treffen, sei das Unternehmen City-Bahn für die Information der Menschen verantwortlich, sagte Weselsky. "Ich sage den Menschen auch, wer dafür die Verantwortung trägt: Nicht die streikenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern die Geschäftsführung, die glaubt, das hier aussitzen zu können", so der GDL-Chef. "Die glaubt, als einziges Unternehmen in der Republik, Eisenbahnverkehr zu machen und die Arbeitszeit nicht abzusenken. Und deswegen sage ich: Der Arbeitskampf geht weiter. In einem Rhythmus, den wir natürlich nicht vorhersagen."

City-Bahn: 35-Stunden-Woche ist nicht finanzierbar

Die City-Bahn-Geschäftsleitung entgegnet, die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche sei nicht finanzierbar. Es würden rund zwei Millionen Euro pro Jahr Mehrkosten anfallen. "Meine große Sorge ist, dass er (Claus Weselsky, Anm. d. Red.) in den letzten Tagen dreimal damit gedroht hat, die City-Bahn notfalls auch zu schleifen, wenn er sich an diesem einen Forderungspunkt, an dem wir uns noch nicht einig sind, nicht durchsetzen kann", sagte City-Bahn-Chef Friedbert Straube.

Streikende fühlen sich als Eisenbahner zweiter Klasse

Laut Reporterangaben haben sich die Streikenden über die Unterstützung von Weselsky vor Ort gefreut. "Wir haben eigentlich gar keine Lust zu streiken, aber wir werden ja im Prinzip dazu erpresst", so ein Streikender. "Wenn 47 andere Eisenbahnverkehrsunternehmen das durchgesetzt haben, was angeblich bei der City-Bahn nicht möglich sein soll, fühlt man sich als Eisenbahner zweiter Klasse." Alle anderen Kollegen, die den Chemnitzer Hauptbahnhof anfahren würden, hätten dann bessere Arbeitsbedingungen.

GDL-Streik bei der City-Bahn Chemnitz
Viele der Streikenden fühlen sich als "Eisenbahner zweiter Klasse". Bildrechte: MDR/Dany Striese

"Meine City-Bahner sind keine Lokführer zweiter Klasse, auch wenn sie das eingeredet bekommen haben", sagte Straube als Reaktion. Man habe bereits im März die Löhne über Tarif erhöht. Die Verhandlungen zwischen GDL und City-Bahn waren am Freitag nicht wieder aufgenommen worden. Auch miteinander gesprochen haben die beiden Seiten nicht.

Erneute Streiks angekündigt

Freitagmittag wurde der zehnte Streik gegen die City-Bahn beendet. Allerdings drohen weitere kurzfristige Streiks über Pfingsten. An ein geregeltes Bahnbetriebsprogramm sei deshalb nicht zu denken, so die City-Bahn. Deshalb sollen über Pfingsten bis einschließlich Dienstag auf wichtigen Linien Busse fahren. Diese werden im Auftrag von anderen Verkehrsunternehmen gefahren.

Die City-Bahn Chemnitz hat nach eigenen Angaben 185 Mitarbeitende, darunter mehr als 100 Lokführer. Sie bedient sechs Linien im Raum Chemnitz auf rund 210 Kilometern Strecke. Dazu gehören Verbindungen nach Aue, Mittweida und Stollberg.

MDR (ali/dst)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 17. Mai 2024 | 16:30 Uhr

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