Gerichtsurteil Nach drei Jahren Streit: Daetz-Stiftung Lichtenstein muss Museum räumen

Blick in eine moderne Ausstellungshalle mit Stahltreppe und geschnitzten Holzfiguren.
Lichtenstein hat mit seiner Räumungsklage gegen die Daetz-Stiftung in zweiter Instanz Recht bekommen. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Die Daetz-Stiftung muss ihre Holzexponate aus dem Schlosspalais Lichtenstein entfernen. Das Oberlandesgericht Dresden hat am Mittwoch dazu ein abschließendes Urteil gefällt. Die Stadt Lichtenstein hatte die Daetz-Stiftung bereits vor drei Jahren auf Räumung der Immobilie verklagt. Diesen Prozess vor dem Landgericht Zwickau hatte die Stadt verloren. Das Berufungsverfahren ging nun zugunsten der Stadt Lichtenstein aus.

Streitfall war eine gemeinsame Holzkunstausstellung der Stadt und der Stiftung, die mit einem drastischen Besucherrückgang zu kämpfen hatte. Lichtenstein kündigte den entsprechenden Vertrag mit der Stiftung bereits 2018, um weiteren wirtschaftlichen Schaden für die Stadt abzuwenden.

Daetz-Stiftung Die Daetz-Stiftung wurde 1998 gegrünet. Stifter waren Marlene und Peter Daetz. Die Stiftung hat ihren Sitz im Schlosspalais-Komplex Lichtenstein. Stiftungsgegenstand sind unter anderem die Ausstellung der stiftungseigenen Holzkunstgegenstände, die der Sammler Peter Daetz in aller Welt zusammengetragen hat. Darüberhinaus soll die interkulturelle Kompetenz und die Holzbildhauerkunst im Daetz-Centrum Lichtenstein gefördert werden.

Lichtensteins Bürgermeister erleichtert

In einem Gespräch mit dem MDR zeigte sich der Lichtensteiner Bürgermeister Thomas Nordheim  (Freie Wähler) erleichtert über die Entscheidung. "Ich bin als Bürgermeister von Lichtenstein sehr froh, dass wir ein aus unserer Sicht gerechtes Urteil haben. Einziger Wermutstropfen ist dabei, dass es so lange gedauert hat, bis wir zu diesem Urteil gekommen sind." Nach dem Urteil könne die Daetz-Stiftung keinerlei Räume mehr beanspruchen.

Thomas Nordheim
Der Bürgermeister von Lichtenstein, Thomas Nordheim, will weiterhin Holzkunst im Schlosspalais zeigen. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Die Holzkunstausstellung kann gar nicht gänzlich aus Lichtenstein verschwinden, weil wir bis 2026 eine Förderauflage zu erfüllen haben, dieses Zentrum als Weiterbildungsstätte für die Holzkunst zu nutzen.

Thomas Nordheim Bürgermeister Lichtenstein

Konzeption wird überarbeitet

Über einen Zeitplan für die Umgestaltung der Ausstellung konnte Nordheim noch keine Aussage treffen. Dazu müsse man das schriftliche Urteil abwarten. Man wolle sich aber schnellstmöglich mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Landesstelle für Museumswesen beraten. "Gemeinsam werden wir nach Exponaten Ausschau halten, die geeignet sind, weiterhin gezeigt zu werden." Die Daetz-Stiftung könne nach dem Urteil keinen Anspruch mehr darauf erheben, wie Exponate zu präsentieren seien und welche gezeigt würden, sagte Nordheim.

Vier überlebensgroße geschnitzte Figuren aus Ozeanien stehen auf einer Ausstellungsfläche.
In Zukunft kann die Stadt Lichtenstein entscheiden, welche Holkunstobjekte in ihrem Museum gezeigt werden. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 17. Juni 2021 | 12:30 Uhr

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