Eine Villa am Elbhang in Dresden-Loschwitz steht in Flammen.
Eine Villa am Körnerweg in Dresden ist am Mittwochabend in Flammen aufgegangen. Bildrechte: Roland Halkasch

Feuer am Elbhang Polizei vermutet Brandstiftung bei Loschwitzer Villa in Dresden

17. Mai 2024, 11:36 Uhr

Nach dem Feuer in einer Villa in Dresden-Loschwitz ist der Brandursachenermittler noch nicht vor Ort gewesen. Wie die Polizei auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, konnte das Haus am Donnerstag noch nicht durch die Feuerwehr freigegeben werden. Erfolge die Freigabe an diesem Freitag, werde die Arbeit noch am gleichen Tag im Gebäude aufgenommen.

Bisher gebe es keine konkreten Hinweise auf eine Brandursache. Da das Gebäude leer stand und keine Medien angeschlossen waren, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Brandstiftung. Abschließende Angaben zur Schadenshöhe könnten noch nicht gemacht werden.

Feuerwehr muss durch unwegsames Gelände

Am Mittwochabend war in Dresden-Loschwitz am Elbhang ein Feuer ausgebrochen. Wie die Dresdner Feuerwehr informierte, wurde sie kurz vor 23 Uhr alarmiert. Es brannte eine leerstehende Villa im Schweizer Stil zwischen dem Körnerweg und der Schevenstraße.

Die Feuerwehrleute hatten große Probleme, das denkmalgeschützte Haus in dem unwegsamen Gelände zu erreichen. So haben sie das Löschwasser vom engen Körnerweg zum brennenden Haus hinaufpumpen müssen, hieß es. Später haben sich die Einsatzkräfte auch einen Zugang von der Schevenstraße aus verschaffen können.

Löscharbeiten bis in die Morgenstunden

Die Drohnenstaffel des ASB unterstützte die Feuerwehr. Mit einer Wärmebildkamera konnten so im Gebäude die einzelnen Glutnester in den Etagen ausgemacht werden. Die Löscharbeiten der etwa 60 Einsatzkräfte dauerten die gesamte Nacht an. Gegen 3:30 Uhr war der Brand nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle. Gegenwärtig sind noch zehn Einsatzkräfte vor Ort, um einzelne, schwer erreichbare Glutnester zu löschen.

Mit einer Wärmebildkamera wurden die Brandherde im Gebäude ausgemacht.
Eine Drohne mit einer Wärmebildkamera hat die Glutnester im Gebäude ausgemacht. Bildrechte: Feuerwehr Dresden

Da der Brandrauch frei nach oben abziehen konnte, habe für die Bevölkerung keine Gefahr bestanden.

Haus vom königlich-sächsischen Hoflieferanten für Strumpfwaren

Wie aus den Unterlagen des Dresdner Stadtarchivs hervorgeht, gehörte die im Schweizerstil gestaltete Villa am Körnerweg um 1900 dem Unternehmer Hermann Otto Mühlberg. Er lebte von 1844 bis 1912 und hatte am Altmarkt ein Kaufhaus für Strumpfwaren, Damen- und Kinderkonfektion und Herrengarderobe. Mühlberg war königlich-sächsischer Hoflieferant sowie Lieferant weiterer Königs- und Fürstenhäuser in Europa.

MDR (ama)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 16. Mai 2024 | 06:30 Uhr

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