Ein Angeklagter in einem weiteren Prozess um den Juwelenraub im Grünen Gewölbe kommt in das Landgericht.
Der 24-Jährige soll laut Anklage den Einbrechern geholfen haben, die die Juwelen aus dem Grünen Gewölbe in Dresden gestohlen hatten. Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Kahnert

Juwelendiebstahl in Dresden Grünes Gewölbe: Fahrer der Einbrecher im Prozess freigesprochen

08. Mai 2024, 16:30 Uhr

Ein weiterer junger Mann aus dem Berliner Remmo-Clan musste sich in Dresden wegen des Einbruchs ins Grüne Gewölbe verantworten. Er soll laut Staatsanwaltschaft den eigentlichen Tätern geholfen und von dem Coup gewusst haben. Das Gericht sah dafür keine Beweise.

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Im Prozess gegen den Fahrer der Grünen-Gewölbe-Diebe ist der Angeklagte freigesprochen worden. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Verteidigung. Es sei trotz umfangreicher Beweisaufnahme nicht bewiesen worden, dass der 24-jährige Angeklagte in den Tatplan eingeweiht war und in der Tatnacht wusste, was seine Mitfahrer vorhatten. Auch ein Ablenkungsmanöver von ihm nach einer Polizeikontrolle habe nicht belegt werden können, hieß es in der Begründung des Gerichts.

Jugendkammer: Polizeikontrolle und U-Haft waren rechtswidrig

Die Polizeikontrolle in Berlin sei zudem rechtswidrig gewesen, die Beamten hätten keinen Gerichtsbeschluss dafür gehabt. Weil der Angeklagte zudem drei Wochen rechtswidrig in Untersuchungshaft gewesen sei, sprach ihm das Gericht eine Entschädigung zu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung gefordert - wegen Beihilfe zum Diebstahl mit Waffen, Sachbeschädigung und Brandstiftung.

Verteidiger: Vorgeworfene Fahrt durch Polizei unterbunden

Die Anwälte warfen der Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer im Dresdner Landgericht vor, nicht objektiv ermittelt zu haben. Es sei nicht verboten, Verwandte durch Berlin zu fahren, argumentierten sie. Selbst wenn ihr Mandant von dem Vorhaben gewusst habe, sei die vorgeworfene Fahrt durch die Polizeikontrolle unterbunden worden. Sie forderten deshalb Freispruch für ihren Mandanten.

Dem 24-Jährigen wurde vorgeworfen, in die Planung des Coups eingeweiht und in dessen Vorbereitungen einbezogen gewesen zu sein. Laut Anklage sollte er in der Tatnacht seinen Bruder und zwei Haupttäter zum vereinbarten Treffpunkt in Berlin fahren. Nach einer Polizeikontrolle soll er aber allein weitergefahren sein, um die ihn observierenden Beamten abzulenken.

Der Einbruch am 25. November 2019 gilt als einer der spektakulärsten Kunstdiebstähle Deutschlands. Die Täter erbeuteten 21 Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten und verursachten zudem mehr als eine Million Euro Schaden. Ein Teil der Beute fehlt noch immer - darunter einige der wertvollsten Stücke.

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MDR (kbe/hrm)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 08. Mai 2024 | 19:00 Uhr

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