Häusliche Gewalt Lebensgefährtin angezündet? 52-Jähriger aus Nossen angeklagt

06. April 2023, 14:42 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat einen 52-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Der Mann soll seine damalige Lebensgefährtin in Nossen im Landkreis Meißen mit Ethanol übergossen und angezündet haben. Ihm werden gefährliche und schwere Körperverletzung zur Last gelegt. Bei dem Angriff am 26. Januar 2021 habe die Frau schwere Verbrennungen erlitten und sei zeitweise in Lebensgefahr gewesen. Der Beschuldigte bestreitet laut Staatsanwaltschaft die Vorwürfe und behauptet, die Frau habe versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Fall liegt nun beim Landgericht Dresden, das über die Zulassung der Anklage zu entscheiden hat.

Die Geschädigte wird dauerhaft entstellt bleiben.

Sprecherin Staatsanwaltschaft Dresden

Verbrennungen an mehr als einem Viertel der Hautoberfläche

"Die Geschädigte wird dauerhaft entstellt bleiben", teilte die Anklagebehörde mit. Die damals 43-Jährige habe Verbrennungen an mehr als einem Viertel ihrer Hautoberfläche erlitten, vor allem an Hals, Oberkörper und den Armen. "Ohne die intensivmedizinische Notoperation in einer Spezialklinik, wäre die Frau gestorben", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jürgen Schmidt, MDR SACHSEN über die Schwere der Verletzungen der Frau. Vor dem Angriff im Januar 2021 soll es zwischen beiden Streit gegeben haben, bei dem es laut Staatsanwaltschaft um eine Trennung gegangen sein soll. Dabei soll der Mann die Frau mehrfach geschlagen haben. Kurz nach der Tat habe der Beschuldigte selbst den Rettungsdienst angerufen.

Für den bislang nicht vorbestraften Mann war zunächst Untersuchungshaft angeordnet worden. Da aus Sicht des Landgerichts die Voraussetzungen für die Fortdauer der Untersuchungshaft jedoch nach sechs Wochen nicht mehr vorgelegen hatten, kam der Beschuldigte wieder auf freien Fuß.

MDR (kav)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 06. April 2023 | 12:30 Uhr

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