Energiekrise Leipzig schaltet Beleuchtung vieler öffentlicher Gebäude ab

Die Stadt Leipzig will Strom sparen und fährt aufgrund der drohenden Energiekrise die Beleuchtung zahlreicher öffentlicher Gebäude herunter. So werden rund 240 Gebäude, Plätze, Brücken und Gewässer nachts nicht mehr beleuchtet. Ziel ist es, 15 Prozent an Energie einzusparen. Während Leipzig schon Strom spart, steckt Dresden noch in der Planung und Abstimmung. Chemnitz hat über die ersten Maßnahmen bereits entschieden.

Blick auf das unbeleuchtete Gewandhaus. Vor dem Hintergrund der drohenden Energiekrise hat Leipzig die Beleuchtung von mehreren öffentlichen Gebäuden und Wahrzeichen abgeschaltet.
Leipzig lässt Gebäude wie das Gewandhaus vorerst im Dunkeln. Aufgrund der Energiekrise wird die Beleuchtung an meheren öffentlichen Gebäuden abgeschaltet. Bildrechte: dpa

Die sich anbahnende Energiekrise ist seit Mittwoch auch in Leipzig sichtbar. Die Stadt hat die Beleuchtung von rund 240 Gebäuden, Plätzen, Brücken und Gewässern abgeschaltet. Unter den nicht mehr beleuchteten Orten befinden sich auch beliebte Tourismusziele wie die Thomaskirche, das Gewandhaus, das Einkaufszentrum "Höfe am Brühl" und das Völkerschlachtdenkmal.

Insgesamt möchte man dadurch 170.000 Watt an Strom einsparen. Die Pläne der Stadt sehen aber noch weitere Sparmaßnahmen vor. "Das Ziel unserer gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, 15 Prozent an Energie einzusparen", sagt Bürgermeister Burkhard Jung (SPD). "Ich beziehe dies nicht alleine auf Gas, sondern auf alle fossilen Energieträger."

Das Ziel unserer gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, 15 Prozent Energie einzusparen.

Burkhard Jung Leipziger Oberbürgermeister (SPD)

Dresden und Chemnitz mit ähnlichen Plänen

Damit ist Leipzig keine Alleingängerin: In Dresden soll eine sogenannte "Task Force" unter der Leitung von Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) bis Ende August einen entsprechenden Maßnahmenkatalog vorlegen. Dieser soll auf eventuell leere Gasspeicher vorbereiten. An der Task Force seien Ämter aus allen Geschäftsbereichen beteiligt, teilte die Stadtverwaltung mit.    

Einen ähnlichen Plan bis Ende August hat sich auch Chemnitz gesetzt. Ein verwaltungsinterner Energie-Stab berät aktuell darüber, welche Vorkehrungen sinnvoll sind. Seit längerem werden dort schon die Beleuchtung in den Verwaltungsgebäuden auf stromsparende LEDs umgerüstet.

Das Gewandhaus in Leipzig auf zwei Bildern, die aneinander geschnitten wurden. Das rechte Bild zeigt das beleuchtete Gewandhaus und das linke Bild das unbeleuchtete Gebäude.
Die drohende Energiekrise zwingt auch Städte zum Handeln. (Links ist das Gewandhaus in Leipzig zu sehen, wenn es beleuchtet wird. Rechts wie es unbeleuchtet aussieht.) Bildrechte: IMAGO/dpa

Staatsministerium senkt Temperatur in Büros

Das sächsische Staatsministerium kündigte ebenfalls an, die Lichter an einigen repräsentativen Gebäuden zu reduzieren. Man wolle nach und nach auf LED-Beleuchtung umstellen und die Temperatur in Büros senken. In der kommenden Woche wird eine Abstimmung über die Maßnahmen erwartet.

Stollberg im Erzgebirge war eine der ersten Kommunen mit einem Notfallplan. Um selbst bei fehlendem Gas gut durch den Winter zu kommen, hat die Stadt unter anderem 300.000 Liter Heizöl gelagert. In den Vogtland-Städten Plauen und Reichenbach haben kommunale Krisenstäbe Hilfskonzepte für ein mögliches Gasstop-Szenario entwickelt.

Claudia Reiser - MDRfragt-Redaktionsteam, im Studiogespräch 3 min
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MDR aktuell 21:45 Uhr Di 26.07.2022 21:45Uhr 02:52 min

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Nicht nur in Sachsen führt die Energiekrise zum Umdenken. Deutschlandweit knipsen Städte ihre Beleuchtung aus. In Berlin werden vorerst nicht mehr Sehenswürdigkeiten wie die Siegessäule, der Dom und das Schloss Charlottenburg angestrahlt.

MDR (mad)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 30. Juli 2022 | 09:01 Uhr

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