Religion Minarett ziert Moschee der Thüringer Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt

02. März 2023, 16:18 Uhr

Die im Bau befindliche Moschee in Erfurt-Marbach ziert nun ein Gebetsturm. Das Minarett wurde am Donnerstag in Einzelteilen geliefert und aufgestellt.

Die Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt-Marbach hat am Donnerstag ihr Minarett bekommen. Der rund neun Meter hohe Turm wurde aus fünf Teilen zusammengesetzt. Er dient der Zierde und soll die Moschee nach außen sichtbar machen.

Kein Muezzin werde von dort aus zum Gebet aufrufen, sagte Gemeindesprecher Suleman Malik. Vielmehr sei das Minarett eine Art Leuchtturm, der zeige, dass es sich um ein islamisches Gotteshaus handle.

Der Grundstein der Moschee wurde im November 2018 gelegt - begleitet von Protesten und Sorgen mancher Anwohner, auch hinsichtlich möglicher Gebetsrufe. Eigentlich sollte der Bau 2020 fertiggestellt werden. Wegen der Corona-Pandemie verzögerten sich die Arbeiten. Außerdem waren Baufirmen, die am Moschee-Bau beteiligt waren, angefeindet worden. Deshalb war es laut Gemeindesprecher Suleman Malik schwierig, weitere Unternehmen zu beauftragen. Inzwischen seien aber alle Aufträge vergeben.

Die Moschee soll Ende 2023 fertig werden. Insgesamt investiert die Gemeinde rund eine Million Euro in den Bau. Das Geld stammt aus Spenden von Gemeindemitgliedern.

100 Jahre Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland

Die Ankunft des Minaretts fällt zeitlich fast zusammen mit einer Jubiläumsfeier: Zum 100-jährigen Bestehen der Ahmadiyya in Deutschland gibt die Gemeinde in Thüringen diesen Freitag einen Empfang im Haus Dacheröden. Sprecher Malik sagte, die Feier solle auch deutlich machen, dass die Gemeinde Teil der Gesellschaft ist.

Die islamische Gruppierung entstand Ende des 19. Jahrhunderts im indischen Raum. Sie sieht sich eigenen Angaben zufolge als liberal, offen, aber wertkonservativ. Die muslimischen Ahmadiyyas werden Islamwissenschaftlern zufolge von vielen anderen Muslimen aufgrund ihrer abweichenden Lehrmeinungen geschmäht und in Pakistan sogar verfolgt.

In Deutschland besitzen sie gut 50 Moscheen, 100 sollen es einmal werden. Malik zufolge zählt die Gemeinde in Thüringen mehr als 100 Mitglieder.

MDR (anh/mm), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. März 2023 | 15:00 Uhr

176 Kommentare

Ines W. am 04.03.2023

@Pele
Ich empfinde eher engstirnige und fremdenfeindliche Menschen wie sie als schlimm. Ein Gebäude in dem eine Gemeinde betet und ihre Feste feiert ist aus welchem Grund für sie schlimm? Äußern sie sich doch einfach.

Ines W. am 04.03.2023

@faultier:
Ist bei ihnen Hochwasser, oder was geht den Bach runter?
Diese Moschee ist auf jeden Fall nicht in einem Überschwemmungsgebiet gebaut und sollte somit vor Hochwasser sicher sein.

Wenn sie etwas anderes ausrücken wollten, dann sollten sie sich zukünftiger klarer ausdrücken.

Ines W. am 04.03.2023

Eine Moschee mit einem kleinen Zierminarett wurde in einem Gewerbegebiet von Erfurt gebaut und für manche Menschen hier geht die Welt unter. Aus meiner Sicht kann man diese Leute zwar nicht wirklich ernst nehmen, muss sich aber vor ihnen in acht nehmen, weil genau das die Mischung von Menschen ist aus der die rechtsextremistische Pegida, der politische Arm des Rechtsextremismus in Form der AfD und die Blase aus Querdenkern und Coronaleugnern hervorgegangen ist, die versucht hat unser Parlament zu stürmen. Diese Leute fabulieren sich gerne eine Welt zusammen in der sie vom Untergang bedroht sind und leiten daraus dann ein nicht gegebenes Notwehrrecht ab, dass dann schon mal in terroristischen Anschlägen endet. Der MDR berichtete ja regelmäßig über solche Anschläge-

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