Erneuerbare Energien Gasleitung nach Erfurt soll für grünen Wasserstoff genutzt werden

Mit einer Sonde wird die Erdgasleitung zwischen Erfurt-Schwerborn und Kirchheilingen untersucht. Die Leitung soll künftig grünen Wasserstoff nach Erfurt transportieren. Dann könnten größere Mengen der Erfurter Fernwärme mit dem Wasserstoff erzeugt werden.

Anlagen eines Erdgasspeichers
Statt Erdgas soll ab 2025 Wasserstoff nach Erfurt fließen und Fernwärme grüner machen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Erdgasleitung zwischen Erfurt-Schwerborn und Kirchheilingen soll ab 2025 grünen Wasserstoff aus dem Thüringer Becken nach Erfurt transportieren. Das Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt der Ferngas Netzgesellschaft, der Windparkbetreiber Boreas und Green Wind, der Thüringer Energie AG und der Stadtwerke Erfurt. Das Ziel: die Fernwärme in Erfurt schon 2025 zu 40 Prozent aus regenerativer Energie zu gewinnen.

Der erste Schritt dazu ist nun eine Erkundung der 42 Kilometer langen Gasleitung. Dabei fließt eine Sonde mit dem Gas mit, das derzeit noch für die Fernwärme-Erzeugung genutzt wird. So wird die Oberfläche der Erdgasleitung geprüft. Fehlstellen könnten ab dem Frühjahr ausgebessert werden.

Produktion und Speicherung des Wasserstoffs vor Ort

Der Wasserstoff soll später mit Hilfe von Strom aus Windkraft aus Wasser erzeugt werden. Dafür werden Windparks bei Kirchheilingen mit drei Elektrolyseuren bestückt. Und damit Fernwärme nicht nur dann vorhanden ist, wenn der Wind weht, kann überschüssiges Wasserstoffgas in den riesigen unterirdischen Gasspeicher bei Kirchheilingen gefüllt werden. In Erfurt fließt der grüne Wasserstoff dann in das GuD Heizkraftwerk.

Rückbau Gasspeicher Neunheilingen MDR/Isabelle Fleck
In dem zurückgebauten Gasspeicher im Unstrut-Hainich-Kreis soll Erfurts Grüner Wasserstoff aufbewahrt werden können, bevor er durch die Leitung fließt. (Archiv) Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Was macht ein Elektrolyseur? Elektrolyseure spalten Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff auf.

Der Wasserstoff kann dann zum Beispiel von Brennstoffzellen in elektrischen Strom umgewandelt.

Der Wasserstoff kann jedoch auch verbrannt werden, etwa um Wärme zu erzeugen.

Ab 2025 soll mit dem Wasserstoff aus dem Thüringer Becken zunächst Fernwärme für die Erfurter Industriebetriebe produziert werden. Später ist auch ein Anschluss des Gewerbegebietes Erfurter Kreuz geplant.

DAS ERSTE - FAKT: Die Jagd nach Grünem Wasserstoff 31 min
DAS ERSTE - FAKT: Die Jagd nach Grünem Wasserstoff Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Grüner Wasserstoff in Thüringen

MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 05. Dezember 2022 | 18:15 Uhr

43 Kommentare

Ralf G vor 8 Wochen

Interessant wäre: Welche Leistung sollen die geplanten Elektrolyseure haben und welche Energiemenge sind die angepeilten 40% der Erfurter Fernwärme?
Interessant deshalb, weil ja nur die nicht im Netz gebrauchten Strommengen an Windtagen verwendet werden sollen. Maßeinheit für diese Fragen wäre MWh/ Jahr.
Mit der Nutzung des Gasspeichers besonders über den Sommer könnte es gehen.

DoktorBeat vor 8 Wochen

Wir müssen genau deswegen (ihr erster Absatz) weg von den fossilen und den sich daraus ergebenden Abhängigkeiten!

Das uns keiner folgt sehe ich anders, vielleicht nicht mit dem Tempo und der Zielstrebigkeit aber selbst die Chinesen haben erkannt das es nur mit Fossilien nicht weitergeht!

GuterMensch vor 8 Wochen

@emlo, ok dann sind es eben Zwischenlager.
Ich war vor ein paar Jahren eine lange Zeit in UK tätig, da gab es überhaupt keine verspargelten Landschaften wie hier schon üblich.
Also wenn die jetzt etliche Windräder bauen ja klar überholen sie uns jetzt mit neuen WKA. Trotzdem wird es da nie so aussehen wie bei uns weil auch UK auf Atomkraft setzt !

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