Demonstrationen Proteste gegen Energiepolitik: Bürgermeister am Rednerpult in Bad Langensalza

Erneut sind in verschiedenen Orten in Thüringen Menschen auf die Straße gegangen, um wegen ganz unterschiedlicher Anliegen zu protestieren - etwa gegen Energiepreise und die Corona-Politik. Thema war auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. In Bad Langensalza folgten etwa 1.000 Menschen einem Aufruf des parteilosen Bürgermeisters Matthias Reinz.

Eine große Menschenmasse steht auf einem Platz.
In Sonneberg haben auf dem Marktplatz am Montagabend etwa 1.600 Menschen demonstriert. Bildrechte: MDR/News5

Bei den wöchentlichen Demonstrationen in Thüringen hat die Zahl der Teilnehmer weiter zugenommen. Nach Polizeiangaben gingen am Montagabend landesweit etwa 18.000 Menschen auf die Straße. Das waren etwa 3.000 mehr als eine Woche zuvor. Auch die Zahl der Kundgebungen nahm zu. Zwischenfälle gab es den Angaben zufolge nicht.

Die Proteste richteten sich unter anderem gegen die Corona-Regeln und die hohen Energiepreise oder thematisierten den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

1.000 Menschen folgen Bürgermeister in Bad Langensalza

In Bad Langensalza folgten am Montagabend etwa 1.000 Menschen einem Aufruf des parteilosen Bürgermeisters Matthias Reinz. In seiner Rede auf dem Neumarkt sprach Reinz von einer "aus dem Ufer geratenen Energiepolitik" der Bundesregierung. Die Folgen seien Probleme, die in ihrer Größe nicht absehbar seien.

Viele Menschen auf einem Marktplatz. Ein Mann spricht auf einem kleinen Podium ins Mikro.
Bürgermeister Matthias Reinz hatte in Bad Langensalza zu Protesten aufgerufen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Er müsse immer wieder schlechte Nachrichten überbringen, sagte Reinz weiter. So sehe er beispielsweise derzeit keinen ausgeglichenen Haushalt 2023. Auch die Belastungen für Bürger stiegen, der Mittelstand sei besonders betroffen. Die Demonstration endete mit einem Marsch durch die Innenstadt. Reinz kündigte an, dass weitere Protestaktionen folgen sollen.

Ein Schild mit der Aufschrift: Opas gegen Grünen Irrsinn. WEG mit der der Rot/Grünen Unbezhalbaren Energiewende.
Thema der Proteste in Bad Langensalza waren vorrangig Energiepreise und Energiepolitik. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

1.600 Demonstranten in Sonneberg - unangemeldete Demo in Kahla

In Sonneberg demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 1.600 Menschen. Für die Demo waren ursprünglich 350 Menschen angemeldet worden.

Nach Angaben der Polizei Jena gab es in Kahla eine nicht angemeldete Kundgebung. Daran nahmen etwa 300 Menschen teil. Dadurch war der Verkehr auf der Bundesstraße 88 am Montagabend zeitweise beeinträchtigt.

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MDR (ls)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. September 2022 | 10:00 Uhr

229 Kommentare

astrodon vor 2 Wochen

@Vita: Hören Sie doch bitte mit diesen veralteten Scheinargumenten auf - dem Industriebetrieb in X ist vollkommen egal, ob sein Strom vom AKW um die Ecke oder vomNordsee-Offshore-Windpark oder vom norwegischen Wasserkraftwerk kommt.
Wir haben ein Energieverbundsystem, in das jederzeit aus den verschiedensten Quellen eingespeist wird. Und wenn in F AKW vom Netz gehen liefern die auch keine Grundlast mehr.

Vita vivet vor 2 Wochen

"Und der Anlass der Sanktionen war der bis heute andauernde völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands in der Ukraine"

Ja und? Davon gab es weltweit schon so viele, die uns nicht zu Sanktionen haben hinreißen lassen!

Diese Sanktionen schaden uns extrem! Der Nutzen ist sehr, sehr zweifelhaft.
Warum macht man das dann trotzdem? Lass erst einmal den Dominoeffekt hier im Lande loslaufen! Dann trifft es Jeden...

Frau K. vor 2 Wochen

@Ralf
Was vom Kunden gefordert wird, produzieren die Energieversorger. Sie hätten in den letzten Jahrzehnten die erneuerbare Energieversorgung vorangetrieben. Nachfrage steuert das kapitalistische System.....
Die meisten Kunden glauben immer noch, sie sind nicht verantwortlich für das, was ihr Konsum so anrichtet.

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