Kundgebung Demonstration gegen Krisenpolitik der Bundesregierung in Erfurt

Angeführt von Gewerkschaften forderte in Erfurt ein breites Bündnis mehr Hilfen im Zuge der aktuellen Energiekrise. Das jüngste Entlastungspaket der Bundesregierung sei unzureichend, kritisierte Thüringens DGB-Chef.

Demonstration von Gewerkschaften und Parteien mit Fahnen und Transparenten in Erfurt
Laut Polizeiangaben beteiligten sich rund 2.000 Menschen an der Demo in der Erfurter Innenstadt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zu einer Demonstration gegen die Berliner Krisenpolitik sind am Sonntag in Erfurt nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen auf die Straße gegangen. Aufgerufen hatte ein Bündnis verschiedener Organisationen angeführt vom Deutschen Gewerkschaftsbund und von Verdi. Im Zentrum der Proteste standen Forderungen nach einem stärkeren Ausgleich der explodierten Lebensmittel- und Energiepreise.

DGB kritisiert Entlastungspaket der Bundesregierung

Der DGB-Chef in Hessen und Thüringen, Michael Rudolph, kritisierte das jüngste Hilfspaket der Bundesregierung als unzureichend. Es müsse mehr getan werden, sagte er zum Demo-Auftakt auf dem Bahnhofsvorplatz. In der breiten Mittelschicht kämen die Entlastungen nicht an.

Notwendig seien eine stärkere steuerliche Entlastung von Gering- und Mittelverdienern und eine wesentlich stärkere Belastung von Vermögenden, Erben und Unternehmensgewinnen. "Was es nicht geben kann, ist ein 'weiter so'", sagte der DGB-Chef. Mit Plakaten und Transparenten zogen die Teilnehmer durch die Erfurter Innenstadt.

Breites Bündnis protestiert in Erfurt

Zu dem Protest unter dem Motto "Nicht mit uns! - Wir frieren nicht für Profite!" hatte ein Bündnis aufgerufen, das von DGB-Gewerkschaften sowie von Jugend- und Sozialorganisationen - darunter Fridays for Future oder dem Awo-Kreisverband - unterstützt wurde.

Auch Linke-Politiker wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow waren auf der Kundgebung. Eine kleine, dem äußeren Anschein nach rechtsgerichtete Gruppe wurde nach Beobachtung eines Reporters von Gewerkschaftern und Ordnern daran gehindert, sich dem Protest anzuschließen.

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MDR/dpa (sar)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. September 2022 | 19:00 Uhr

238 Kommentare

goffman vor 11 Wochen

@ Britta.Weber: die Zahlen an sich mögen richtig sein, nur passen sie nicht zu Ihrer Aussage.
Das ist so, als würde ich die Windgeschwindigkeit mit der Angabe der Außentemperatur belegen wollen.

Der Primärenergieverbrauch gibt nicht an, wie viel nutzbare Energie mit welchem Energieträger erzeugt wurde.

Ein Beispiel: Mal angenommen, ein Kubikmeter Gas hätte einen Energiegehalt von 10 kWh. Wenn Sie den verbrennen und Strom erzeugen, dann haben Sie z.B. 5 kWh Strom erzeugt, mit einem Primärenergieverbrauch von 10 kWh.

Wenn Sie die gleiche Menge Strom mit Windkraft erzeugen, dann haben Sie 5 kWh Strom mit einem Primärenergieverbrauch von nur 5 kWh erzeugt.

Einfach, weil bei der Berechnung des Primärenergieverbrauchs für erneuerbare Energien ein Wirkungsgrad von 100 % angenommen wird.

Der Primärenergieverbrauch sagt nichts darüber aus, ob wir unser Land mit einem Energieträger versorgen können oder nicht! Er gibt lediglich an, wie nachhaltig wir unsere Energie erzeugen!

martin vor 11 Wochen

@ob: Finden Sie es nicht merkwürdig, dass auch in ausgesprochen konservativ regierten Ländern derzeit eine erhebliche Inflation herrscht? Vermutlich nicht, denn ich vermute mal, dass Sie schon (Pseudo-) Gründe zur Rechtfertigung finden würden.

martin vor 11 Wochen

@ob: Genau, der Ton macht die Musik. Hören Sie sich selbst eigentlich gelegentlich mal zu? Oder auf die Töne der Mitkommentatoren mit einer Weltsicht, die Ihrer entspricht bzw. nahe ist? Oder achten Sie lieber nur auf die Töne der ungeliebten Gegenüber?

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