30 Jahre alt Hohenwarte-Stausee: Autofähre muss vor Saisonstart noch zum TÜV

18. Februar 2024, 13:16 Uhr

Der genaue Saisonstart für Deutschlands einzige Autofähre auf einem Stausee ist noch unklar. Davor muss die 30 Jahre alte Mühlenfähre auf dem Hohenwarte-Stausee noch zum TÜV. Das Land befürwortet zudem ab 2030 eine Elektro-Fähre.

Die 30 Jahre alte Mühlenfähre am Hohenwarte-Stausee muss noch mindestens einmal zum TÜV. Grund ist der Ablauf der Betriebserlaubnis am 18. Februar. Laut dem Betreiber und Nahverkehrsunternehmen Kombus muss die Fähre alle fünf Jahre zum sogenannten "Schiffs-TÜV“.

Beim sogenannten "Schiffs-TÜV" untersuchen Fachleute unter anderem

  • Steuertechnik,
  • Sicherheitsbeleuchtung,
  • Schranken
  • Motor,
  • Dicke der Schiffswände.

Für den TÜV von Thüringens einziger Autofähre ist der Donnerstag, 23. Februar, vorgesehen.

Pünktlicher Start für Fährbetrieb noch unklar

Bis zum geplanten Saisonbeginn am 28. März muss der TÜV erneuert werden. Allerdings ist nach Angaben von Kombus unklar, ob der Fährbetrieb in diesem Jahr pünktlich starten kann. Grund ist der niedrige Wasserstand der Saale, der auch zu einem vorzeitigen Ende der vergangenen Fährsaison geführt hatte. Der Pegel wurde verringert, damit Arbeiten an einer Brücke im Bleiloch-Stausee möglich sind, der über die Saale mit dem Hohenwarte-Stausee verbunden ist.

Mit dem neuen TÜV darf die Fähre wieder bis 2029 auf dem Stausee unterwegs sein. Ab 2030 dürfen die Stauseen Hohenwarte und Bleiloch (Saale-Orla-Kreis und Kreis Saalfeld-Rudolstadt) nur noch mit alternativen Antrieben befahren werden. Das geht aus der Stauseeordnung hervor, die ab dem Jahr 2030 ein Verbot von Verbrennungsmotoren vorsieht.

Land Thüringen befürwortet Elektro-Fähre ab 2030

Laut Infrastrukturministerium unterliegt die Mühlenfähre zwar nicht den Regularien der Stauseeordnung. Dennoch sollten die beiden Landkreise nach Ansicht der Landesregierung gemeinsam mit Kombus ein klares Signal senden und auf einen alternativen Antrieb, bevorzugt Elektroantrieb, setzen. Laut Kombus kostet eine neue Fähre mit Elektroantrieb rund zwei Millionen Euro.

Einzige Autofähre auf Stausee erspart langen Umweg

Die Mühlenfähre verbindet am Hohenwarte-Stausee die Anlegestellen Altenroth und Linkenmühle. Nutzer der einzigen Stausee-Autofähre Deutschlands sparen bei der fünfminütigen Überfahrt über 400 Meter eine Strecke von 33 Kilometern, da es dort keine Brücke mehr über den Stausee gibt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die den Hohenwarte-Stausee dort überspannende Linkenmühlenbrücke zerstört. Schon seit Jahren gibt es Bestrebungen, sie wieder aufzubauen. Ob die Brücke neu errichtet wird, bleibt jedoch unklar. Zuletzt gab es zwar eine Zusage über sieben Millionen Euro an Fördermitteln. Doch das ist nur ein Teil der insgesamt benötigten Gelder.

MDR (ad/rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Februar 2024 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Frank3 vor 8 Wochen

Frage mich immer, wo die 33km her kommen. Selbst wenn ich von Ufer zu Ufer bei Google Maps eingebe sind es 25km. Von Ufer zu Ufer braucht aber vermutlich so gut wie keiner.
Rechnet man von Drognitz nach Moxa, sind es 6km mehr ohne Fähre.

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