Schulbauernhof geplant Nicht mehr artgerecht: Tierpark Ilmenau schließt und bekommt neues Konzept
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01. November 2023, 13:56 Uhr
Der Ilmenauer "Tierpark am See" ist wegen geplanter Umbauarbeiten ab dem 1. November geschlossen. Er soll zu einem Kinder- und Schulbauernhof umgebaut werden. Wann er wieder öffnet, ist noch unklar.
Der kleine Heimattierpark gehört zum Schülerfreizeitzentrum Ilmenau und liegt idyllisch an den Ilmenauer Teichen. Seit Mittwoch ist die Anlage wegen anstehender Umbauarbeiten geschlossen. Auf dem Gelände soll ein Kinder- und Schulbauernhof entstehen.
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Anstelle eines herkömmlichen Tierparks ist eine Art Lernort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geplant. Die Idee für das neue Entwicklungskonzept ist aus der Not heraus entstanden.
Bildungsangebote sollen mehr Raum erhalten
Nicht mehr artgerecht und dringend sanierungsbedürftig: Laut der Tierparkleitung ist der Zustand der Gehege problematisch. Es fehle das nötige Geld für die Instandhaltung und für Sanierungsarbeiten. Hinzu komme, dass die Vielfalt der Tierarten künftig immer weiter abnehme. Denn aus tierschutzrechtlichen Gründen dürfen beispielsweise Waschbären oder Füchse nicht mehr ersetzt werden.
Für den Tierpark bedeutet das laut dem ehrenamtlichen Geschäftsführer Erich Rindermann, dass man entweder komplett auf die Tierhaltung verzichten muss - oder das Konzept ändert und den Fokus auf mehr Bildung zur Tierhaltung im ländlichen Raum legt.
Wiedereröffnung von Fördermitteln abhängig
Über ein Jahr lang ist deshalb die Idee des interaktiven Kinder- und Schulbauernhofs ausgetüftelt worden. Wann dieser vollständig umgesetzt werden kann, ist laut Rindermann von den verfügbaren Fördermitteln abhängig.
Somit steht ein Datum für die Wiedereröffnung des Areals noch nicht fest. Zunächst sollen die maroden und nicht mehr genutzten Gehege abgerissen werden. Dazu gehören Vogelvolieren, der ehemalige Stall der Hängebauchschweine und das Waschbären-Gehege. Neu hinzukommen soll ein Dreiseitenhof mit Bauernhaus.
Rund 100 Tiere privat untergebracht
Derweil werden die etwa 100 Tiere wie Hühner, Enten und Kaninchen überwiegend bei Privatpersonen untergebracht. Ein Uhu und ein Zwergziegenbock haben ihre neue Heimat in der Arnstädter Fasanerie gefunden.
Arche für gefährdete Nutztierrassen geplant
Durch den Kinder- und Schulbauernhof würden Besucherinnen und Besucher künftig einen Einblick in das Landleben und die kleinbäuerliche Landwirtschaft erhalten, kündigt Rindermann an. Der Bauernhof ist zudem als ein Arche-Park geplant für seltene und gefährdete Nutztiere wie Rhönschafe, Thüringer-Wald-Ziegen oder auch Rotes Höhenvieh.
MDR (wdy/cfr)
Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 01. November 2023 | 08:30 Uhr
martin am 02.11.2023
Der Umgestaltung eines veralteten Zoos zu einem Lernort erscheint mir sehr sinnvoll. Es bleibt zu Hoffen, dass die dafür notwendigen Fördermittel auch halbwegs zeitnah bewilligt werden.