Stefan Effenberg
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Finanzen VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden trennt sich von Ex-Fußball-Star Effenberg

29. Februar 2024, 14:51 Uhr

Im Zuge der Turbulenzen um die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden trennt sich das Geldhaus offenbar vom früheren Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg. Er hatte für den Spitznamen "Effenberg-Bank" gesorgt. Der Ex-Profi soll sich dagegen wehren.

Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden hat offenbar dem früheren Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg gekündigt. Wie das "Handelsblatt" am Donnerstag berichtet, will sich die Bank aus dem Profi-Fußballgeschäft zurückziehen. Der Vertrag mit Effenberg sei zum 1. April beendet worden.

Das Geldhaus hatte den früheren Fußballstar im Jahr 2018 für die Kreditabteilung des "Firmenkunden-Kompetenzteam Fußball" unter Vertrag genommen. Die Abteilung war für Kredite an Profivereine zuständig. Dort war Effenberg als Berater tätig. Wie das "Handelsblatt" weiter berichtet, wehrt sich der 55-Jährige gegen den Rauswurf. Eine Kündigungsschutzklage liegt demnach beim Arbeitsgericht Suhl, eine erste Verhandlung sei für den 6. März angesetzt, heißt es. Der Vertrag mit dem Fußballer hatte dazu geführt, dass die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden sehr schnell den Beinamen "Effenberg-Bank" bekommen hatte. Die Bank selbst wollte sich auf Nachfrage nicht zu der Personalie äußern.

Kredite für dubiose Firmen - Finanzaufsichtsbehörde Bafin eingeschaltet

Das Geldhaus ist seit Monaten immer wieder in den Schlagzeilen. Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Bank in den Jahren 2021 und 2022 unter anderem Immobilien in einer für Prostitution bekannten Straße in Oberhausen gekauft hat. Schon zuvor wurden der Bank Kreditvergaben an dubiose Firmen, Immobilienkäufe ohne erkennbaren Grund und bedenkliche Geschäftsmodelle unter anderem im Fußballsektor vorgeworfen. Die Finanzaufsichtsbehörde (Bafin) schritt ein, im Dezember vergangenen Jahres wurde ein Sonderbeauftragter eingesetzt, der die Aufgaben des Vorstands übernehmen sollte.

Zudem gibt es Berichte über Verluste im mindestens zweistelligen Millionenbereich - diese sind jedoch noch nicht bestätigt. Für den 26. März ist eine außerordentliche Generalversammlung angesetzt. Die Bank aus Südthüringen wird von einer Genossenschaft mit rund 18.000 Mitgliedern getragen.

Südwestthüringen befürchtet Schwächung der regionalen Wirtschaft durch Bank-Probleme

In der Region Südwestthüringen wächst die Sorge, dass das angeschlagene Geldinstitut dauerhaft Schaden nimmt oder gar zerschlagen wird. Klaus Bohl, Bürgermeister von Bad Salzungen, sagte, die Bank sei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, Arbeit- und Kreditgeber. Vor allem für die kleinen und mittleren Unternehmen sei die VR-Bank wichtig. Bohl sieht die Bank teilweise zu Unrecht in Misskredit gebracht.

Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südthüringen, sagte dagegen, er gehe davon aus, dass die Vorgänge aufgeklärt werden könnten und die Bank weiterhin die Privat- und Geschäftskunden bedienen könne. Es sei allen klar gewesen, dass die Finanzgeschäfte der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden manchmal unkonventionell waren und nicht dem gängigen oder gewohnten Bankenvorgehen entsprachen. Dennoch sei die Bank damit lange Zeit doch erfolgreich gewesen, sagte Pieterwas MDR THÜRINGEN.

Bank: Einlagen der Kunden sind sicher

Die Bank selbst ist unterdessen bemüht, die Geschäfte wieder in stilleres Fahrwasser zu bringen und vor allem Mitglieder und Kunden zu beruhigen. Die Einlagen der Sparer sind nach Angaben der Bank im gesetzlich geregelten Bereich geschützt. Seit der Gründung der Sicherungseinrichtung des BVR (Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken) vor fast 90 Jahren habe noch kein Kunde einer angeschlossenen Bank seine Einlagen verloren, zudem habe es bei keiner der Banken eine Insolvenz gegeben.

Mehr zur "Effenberg-Bank"

MDR (kk,ost)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Februar 2024 | 13:00 Uhr

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