Energieversorgung Bürger können ab sofort Einwände gegen Südlink-Stromtrasse einreichen

24. Juli 2023, 08:50 Uhr

Ab Montag können im Kreis Schmalkalden-Meiningen Bürgerinnen und Bürger Einwände gegen die Südlink-Stromtrasse einreichen. Die Leitung soll auf gut 70 Kilometern durch den Kreis führen. Ihr Bau ist in der Region umstritten.

Für die geplante Hochspannungsstromleitung Südlink durch Teile des Kreises Schmalkalden-Meiningen hat am Montag die sogenannte Anhörung begonnen. Wie ein Sprecher im Meininger Landratsamt sagte, läuft sie bis zum 23. August.

In dieser Zeit können die Planungsunterlagen auf der Internetseite der Bundesnetzagentur abgerufen werden. Einwände gegen den geplanten Trassenverlauf können demnach ebenfalls ab sofort eingereicht werden. Sie müssen bis zum 23. September vorliegen.

Südlink verläuft 74 Kilometer durch Schmalkalden-Meiningen

Die Leitung wird laut Plan auf rund 74 Kilometer durch den Landkreis laufen. Unter anderem sind die Orte Breitungen, Fambach, das Werratal und der Wasunger Wald betroffen. Bereits im Mai hatte das Unternehmen TransnetBW einen vorzeitigen Baubeginn beantragt, um im Herbst mit ersten Arbeiten beginnen zu können. Der finale Beschluss für das Projekt wird für den Spätsommer 2024 erwartet. Die Inbetriebnahme ist laut Bundesnetzagentur für das Jahr 2026 geplant.

Die Stromleitung soll Windenergie aus dem Norden nach Süddeutschland transportieren. In der Region ist ihr Bau umstritten. Nach Ansicht der Bürgerinitiative "Thüringer gegen Südlink" zerstört sie die Natur und ist unnötig.

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MDR (bee/dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 24. Juli 2023 | 07:30 Uhr

16 Kommentare

emlo vor 47 Wochen

Noch ein paar Worte zur "Durchsetzung der Stromtrasse". Das Verfahren nennt sich Planfeststellungsverfahren und kommt so bei allen möglichen vergleichbaren Baumaßnahmen (Straßen, Bahnstrecken, ...) zum Einsatz. Ein Element dieses Verfahrens ist die im Artikel beschriebene Bürgerbeteiligung. Dass man dabei als Bürger durchaus etwas erreichen kann, ist im verlinkten Artikel "Südostlink - Warum der Bau einer Stromtrasse..." nachzulesen. Mit einer unbegründeten Maximalforderung a la "will ich nicht" wird man dabei weniger erreichen, als mit begründeten Einwänden gegen den konkreten Trassenverlauf vor Ort.

emlo vor 47 Wochen

@W.Merseburger: Umwandlungsverluste Gleich-/Wechselstrom: ja, gibt es. Allerdings sind die Übertragungsverluste bei einer Gleichspannungsleitung geringer als bei Wechselspannung. Wegen der Umwandlungsverluste ist eine Gleichspannungsleitung erst ab einer größeren Distanz sinnvoll. Das ist bei Südlink aber gegeben. Die Erwärmung der Leitungen haben Sie bei Wechselspannungs-Freileitungen genauso, nur dass das dort durch die umgebende Luft nicht auffällt.
Erdkabel sind teurer, wurden aber gewählt, weil es Vorbehalte gegen Freileitungen gab und die optische Beeinträchtigung bei Erdkabeln gegen Null geht.
Die langen Übertragungswege von Nord- nach Süddeutschland sind definitiv nachteilig, egal welche Art Leitung man wählt. Diese langen Wege sind aber notwendig, da im Norden die besseren Bedingungen für die Stromgewinnung aus Wind bestehen, im Süden dagegen der Schwerpunkt des Verbrauchs liegt. So, ich hoffe, diese Erläuterungen sind umfassend und detailliert genug.

W.Merseburger vor 47 Wochen

Werter Eulenspiegel,
ich freue mich immer wieder über Menschen, die alles ganz genau wissen und keinerlei Zweifel haben. Sie müssen allerdings bedenken, dass die Windkrafträder 50 Hz Wechselstrom produzieren. Dieser muss nun zu Gleichstrom konvertiert werden und am Ziel angekommen zurück in Wechselstrom umgewandelt werden. Ich denke schon, dass dabei eine Diskussion über etwa 70°C warme Stromtrassen nicht aus der Luft gegriffen ist. Weiterhin hat dazu oben zu meiner Anregung einer Diskussion darüber ausschliesslich Emlo nur zu den sog. Muffenhäusern etwas sagen können, ansonsten ist dazu Ruhe und Ideologie hilft zumindest in der Technik niemanden!

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