Waldlandschaft mit hohen und dünnen Bäumen mit wenig Nadeln. Der Boden ist uneben und mit Gras, Moos und einigen umgefallenen Baustämmen bedeckt. Die Erde ist zerfahren - vermutlich von einem großen Arbeitsgerät oder Traktor. Am Bildrand ist ein Fahrrad zu sehen.
Wegen des Borkenkäfers sind im Thüringer Wald viele Holzarbeiten notwendig. Für die Betreiber und Gäste von Gaststätten im Wald wird das zum Problem. Bildrechte: Caro aus Zella-Mehlis

Tourismus Gastro im Thüringer Wald leidet unter Holzarbeiten wegen des Borkenkäfers

30. Juni 2024, 17:35 Uhr

Der Borkenkäfer hat in den Thüringer Wäldern ordentlich Schaden angerichtet. Auch die Ausflugsgastronomie leidet, heißt es vom Regionalverbund Thüringer Wald. Beschädigte Wege erschweren Gästen und Betreiben die Anreise.

Die hohen Schadholzmengen durch den Borkenkäferbefall und die dadurch notwendigen Holzarbeiten wirken sich zunehmend auf die Ausflugsgastronomie im Thüringer Wald aus. Auch das Gastgewerbe im Allgemeinen würde unter der aktuellen Situation im Wald leiden, sagte Geschäftsführerin Antonia Sturm MDR THÜRINGEN. Gesperrte oder durch den Holztransport beschädigte Waldwege erschweren etwa Betreiber und Gäste den Zugang zu Waldgaststätten oder den Transport von Waren.

Die Auswirkungen seien jedoch stark vom Standort abhängig und würde nicht alle Gastronomen im Thüringer Wald betreffen. Als Beispiele nannte Sturm etwa die Werraquellbaude in Masserberg sowie die Bobhütte in Ilmenau. Letztere hat nach Angaben der Betreiber wegen anhaltenden Forstarbeiten den Standort auf dem Lindenberg aufgegeben.

Die Bobhütte auf dem Lindenberg liegt zwischen schneebedeckten Bäumen im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald.
Die Bobhütte in Ilmenau musste nach eigenen Angaben wegen anhaltenden Forstarbeiten ihren Standort auf dem Lindenberg aufgegeben. Bildrechte: IMAGO / ari

Holzarbeiten haben auch Einfluss auf Wanderer und Radfahrer

Unternehmer müssten deshalb laut Sturm im Vorfeld gezielter über den Zeitraum von anstehenden Holzarbeiten informiert werden. Auch dürften nicht alle Wege gleichzeitig an einem Standort gesperrt werden. Um das zu erreichen, arbeite der Regionalverbund den Angaben nach eng mit Thüringenforst zusammen. Die aktuelle Situation im Thüringer Wald würde sich zudem auch stark auf Aktivurlauber wie Wanderer und Radfahrer auswirken.

Welche Wege aktuell nicht begeh- oder befahrbar seien, könnten Besucherinnen und Besucher über das Tourenportal Thüringer Wald einsehen. Bisher habe sich die Waldsituation jedoch nicht negativ auf die Gästezahlen ausgewirkt. Mit Blick auf die Zukunft zeigt sich Sturm zudem optimistisch.

Ein Besuch im vom Borkenkäfer stark betroffenem Saarland habe gezeigt, dass sich auch dort die Situation nicht auf die Gästezahlen niedergeschlagen hätte. Gleiches hofft Sie auch für den Thüringer Wald.

Wir sind in einer Krisensituation und das schon seit 2018.

Horst Sproßmann Thüringenforst

Gerade in den Höhenlagen des Thüringer Waldes haben laut Thüringenforst die Holzarbeiten sowie der Transport in diesem Jahr deutlich zugenommen. "Wir sind in einer Krisensituation und das schon seit 2018. Das bedeutet einmal, dass die Holzerntemaßnahmen deutlich zugenommen haben und auch das die Frequenz von Holztransport zunehmen. Was einfach der Situation geschuldet ist, dass das Borkenkäferholz nicht lange im Wald gelagert werden kann und schnell raus muss", sagt Horst Sproßmann von Thüringenforst.

Dynamische Situation im Thüringer Wald

In Anbetracht der massiven Waldschäden und deren dynamischer Entwicklung sei es jedoch nicht immer in jedem Falle leistbar, Informationen mit einem hinreichenden Vorlauf zur Verfügung zu stellen.

Neben dem direkten Kontakt mit den jeweiligen Forstämtern, gebe es mit dem Thüringenportal Thüringer Wald einen guten Informationsfluss. Allerdings würden häufig noch etablierte Tourismusstrukturen in anderen Regionen in Thüringen fehlen, um die relevanten Informationen an möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer zu leiten.

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MDR (wdy,lou)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. Juni 2024 | 19:10 Uhr

3 Kommentare

kleiner.klaus77 vor 2 Wochen

Der Borkenkäfer ist für die Gastronomie im Thüringer Wald wie ich finde nicht das größte Problem, sondern meiner Ansicht nach ist das größte Problem das qualitativ ungenügende Angebot und die zu hohen Preise!

Freies Moria vor 2 Wochen

Dasselbe wie seit 30 Jahren: Tourismus funktioniert nur in Kooperation aller Beteiligten. Und die gibt es in Thüringen notorisch nicht. Obwohl die Beteiligten alle schon mal an Orten Urlaub gemacht haben, wo so etwas funktioniert...

ElBuffo vor 2 Wochen

Das wird wie bei vielen anderen Dingen sein, die funktionieren. Man glaubt, dass fällt so vom Himmel.

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