Ökodesign-Regeln Handy- und Tablet-Reparaturen sollen einfacher werden

Wer einen defekten Handy-Akku hat, muss sich künftig nicht mehr direkt nach einem neuen Gerät umschauen. Denn Hersteller werden in der EU dazu verpflichtet, bestimmte Ersatzteile wie Displays und Akkus sieben Jahre zur Verfügung zu stellen.

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Einzelne Ersatzteile von Handy müssen künftig von Herstellern bereit gestellt werden. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Geräte wie Handys und Tablets können in der EU künftig einfacher repariert werden. "So müssen die Hersteller Reparaturinformationen und bestimmte Ersatzteile wie z.B. Displays und Akkus für sieben Jahre zur Verfügung stellen", teilten das Bundeswirtschafts- und das Bundesumweltministerium mit.

Zuvor hatten sich die EU-Staaten und die EU-Kommission auf die neuen Regeln geeinigt. Nach Angaben der Ministerien sollen die neuen Ökodesign-Regeln im kommenden Jahr von der EU-Kommission final beschlossen und nach einer Übergangszeit von 21 Monaten für alle in der EU verkauften Geräte gelten. Für Kühlschränke, Spülmaschinen, Waschmaschinen, Fernseher und weitere Geräte gelten die Anforderungen schon seit März 2021. 

Nachhaltigerer Umgang mit Elektrogeräten

Das EU-Parlament und die EU-Staaten haben theoretisch noch drei Monate Zeit, dem Vorhaben zu widersprechen, das gilt aber als sehr unwahrscheinlich. Wenn es keine Einwände gibt, kann das neue Gesetz angenommen werden.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sprach von einem guten Ausgleich zwischen den Interessen der Wirtschaft und des Klimaschutzes. "Niemand soll mehr ein Handy wegwerfen müssen, weil ein defekter Akku nicht entnommen werden kann", teilte Umweltministerin Steffi Lemke mit. Die neuen Regeln schonten Ressourcen und legten die Grundlage für einen nachhaltigen Umgang mit Elektrogeräten, erklärte die Grünen-Politikerin.

AFP,dpa(amu)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 18. November 2022 | 18:30 Uhr

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