16.08.2019 | 20:12 Uhr Spitzenkandidat der sächsischen CDU Kretschmer: "Protestwahl ist destruktiv"

MDR SACHSEN befragt die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Linke, AfD, Grünen und FDP. Dazu gibt es ein Studiointerview ab 18 Uhr bei MDR SACHSEN - Das Sachsenradio hören können. Außerdem kommen die Kandidaten zum Chat.

Der Spitzenkandidat der sächsischen CDU Michael Kretschmer hat im Interview mit MDR SACHSEN die Menschen dazu aufgefordert, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Nur dann könne die Landtagswahl "gut und glimpflich" ausgehen. Man müsse jedem sagen, eine Protestwahl sei zwar selbstverständlich möglich, aber destruktiv. Die Menschen im Bund und bei der EU würde das nicht treffen, sondern "wir alle wachen in Sachsen wieder auf und müssen die Suppe auslöffeln", so Kretschmer.

Bei Lehrern und Polizei Fehler gemacht

Auf die Kritik von Linken-Chef Rico Gebhardt angesprochen, man würde vergangene Fehler nicht klar benennen, erklärte Kretschmer, man habe vor allem bei Lehrern und Polizei Fehler gemacht, die man jetzt korrigieren würde. Sollten beispielsweise die 1.000 Polizisten nicht ausreichen, würde man mehr ausbilden. Sachsen solle das sicherste Bundesland werden, so Kretschmer. Denn das Gefühl von Sicherheit könne sich erst einstellen, wenn die Präsenz der Polizei da sei.

Eine Koalition mit der Linken schloss Kretschmer erneut aus. "Wer Plakate mit 'Sozialismus' aufhängt, der scheidet für mich aus. Mit mir wird es keine sozialistischen Experimente geben." Auch der AfD erteilte er erneut eine Absage.

"Wir haben einen klaren Plan"

Mit Blick auf den Braunkohleausstieg erklärte Kretschmer, es gehe darum, Wort zu halten. Dem Vorwurf, er habe dem Kompromiss zugestimmt, ohne etwas in der Hand zu haben entgegnete er, es gebe eine Zusage von 1.000 Mitarbeitern pro Revier. In Cottbus und Hoyerswerda werde sich beispielsweise die Bundesknappschaft ansiedeln. Zudem sei man schon mit Unternehmen im Gespräch, die zugesagt hätten, zu investieren, wenn der Freistaat die nötige Infrastruktur bereitstelle.

Bezug nehmend auf die Forderung der AfD, ein Kernkraftwerk in der Lausitz zu errichten, sagte Kretschmer, das sei alles Unfug. "Wir haben gar nicht die Wasservorräte für Atomenergie und wir haben auch keine Gesteinsschichten für Endlager." Das sei an den Haaren herbeigezogen.

Gemeinschaftsschulen - es gibt Wichtigeres

Gefragt nach seiner Meinung zum Thema Gemeinschaftsschulen, erklärte Kretschmer, es gebe Aufgaben, die wichtiger seien, bevor man über eine Schulstrukturreform spricht - die Absicherung der Lehrerversorgung zum Beispiel oder eine bessere Unterstützung der Schulen bei der Inklusion. Veränderungen sollten da klug und maßvoll erfolgen, um den "Riesenapparat nicht lahmzulegen". Ich mahne zur Vorsicht, so Kretschmer.

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Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.08.2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2019, 20:12 Uhr

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