Landtagswahl Sachsen: AfD Wahlparty - Beatrix von Storch, Bundesvorstandsmitglied, Jörg Urban, Spitzenkandidat der AfD, und Jörg Meuthen (l-r), Bundesvorsitzender der AfD, jubeln auf der AfD-Wahlparty nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse zur Landtagswahl in Sachsen.
Die AfD jubelt bei der Stimmenauszählung der Landtagswahl in Sachsen. Viele Wähler waren zuvor Nichtwähler oder kamen von der CDU. Bildrechte: dpa

03.09.2019 | 18:19 Uhr Wählerwanderung in Sachsen: AfD und CDU punkten bei Nichtwählern

Bei der Landtagswahl in Sachsen haben vor allem CDU und Linke Wähler verloren. Die AfD hat dagegen viele Stimmen gewonnen und wurde zweitstärkste Kraft. Die Wählerwanderung zeigt auch, dass viele Nichtwähler mobilisiert wurden.

Landtagswahl Sachsen: AfD Wahlparty - Beatrix von Storch, Bundesvorstandsmitglied, Jörg Urban, Spitzenkandidat der AfD, und Jörg Meuthen (l-r), Bundesvorsitzender der AfD, jubeln auf der AfD-Wahlparty nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse zur Landtagswahl in Sachsen.
Die AfD jubelt bei der Stimmenauszählung der Landtagswahl in Sachsen. Viele Wähler waren zuvor Nichtwähler oder kamen von der CDU. Bildrechte: dpa

Beim Blick auf die Analyse von Infratest Dimap für die ARD wird deutlich, dass die AfD vor allem bei vorherigen Nichtwählern punkten konnte. Demnach haben 246.000 Wähler am vergangenen Sonntag ihr Kreuz bei der AfD gemacht, die bei der Landtagswahl 2014 nicht gewählt hatten. Zudem gaben 84.000 frühere CDU-Wähler der AfD ihre Stimme. Aber auch 27.000 ehemalige Linken- und 10.000 SPD-Wähler stimmten für die AfD.

CDU verliert zehntausende Stimmen an AfD

Der Wahlsieger CDU konnte 162.000 einstige Nichtwähler mobilisieren, verlor aber neben den 84.000 Wählern an die AfD auch 17.000 Stimmen an die Grünen, 16.000 an die FDP und 12.000 an den derzeitigen Koalitionspartner SPD. Die Sozialdemokraten wiederum büßten 34.000 Stimmen ein, die nun statt bei der SPD ihr Kreuz bei der CDU gesetzt haben. Zu den Grünen wechselten 18.000 SPD-Wähler aus dem Jahr 2014. Die gleiche Anzahl einstiger SPD-Anhänger ging diesmal gar nicht erst wählen.

Linke-Wähler wechseln zu AfD und CDU

Die Linken verloren sowohl 30.000 Wähler an die CDU, als auch 27.000 Wähler an die AfD. Auch an SPD und Grüne gingen jeweils mehrere Tausend einstige Linke-Stimmen. Die Grünen profitierten von Nichtwählern und Wechselwählern aller Parteien mit Ausnahme der AfD. In umgekehrter Richtung ergibt sich ein anderes Bild: 2.000 Grüne-Wähler von 2014 stimmten am Sonntag für die AfD. Die FDP verlor 8.000 Wähler an die AfD und 13.000 an die CDU.

Über die Wählerwanderung Die Wählerwanderung beschreibt, wie viele Wähler eine Partei im Vergleich zur vorangegangenen Wahl halten konnte, wie viele Wähler sie von anderen Parteien hinzugewonnen bzw. an sie verloren hat. Das Wahlforschungsinstitut Infratest Dimap ermittelt die Daten zur Wählerwanderung aus amtlichen Statistiken, repräsentativen Umfragen vor der Wahl und am Wahltag sowie dem Ergebnis der vorläufigen Auszählung am Wahlsonntag.

Quelle: MDR/jr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.09.2019 | seit 05:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 02.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2019, 18:19 Uhr

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