Sonnabend, 30.03.2019: Mach dich ran

Fast die ganze Woche habe ich Ihnen etwas über meinen Schreibtisch erzählt, die Anordnung der Bücher, der Papiere, meinen Bildschirm und die Glasplatte darauf. Und während ich die Texte schrieb, wuchs in mir ein Gedanke, mit dem ich diese Woche schließen möchte. Der Schreibtisch muss das Sprungbrett in die Realität des Lebens und des Glaubens sein, oder er ist sinnlos, wenn nicht noch Schlimmeres. Klar, am Schreibtisch arbeite ich sehr viel. Doch ich arbeite ja nicht für den Schreibtisch, die Ablage oder den Computer. Okay, vielleicht gelegentlich für den Papierkorb – aber nicht ganz so oft, ehrlich. Doch wenn ich an diesem Möbelstück hängen bleibe und all das, was ich an ihm produziere, nichts mit meinem Glauben und meinem Leben zu tun hat, was bin ich dann – na? – Klar! Ein Schreibtischtäter. Und die waren und sind nie gut.

Also muss ich das gute Stück auch mal verlassen und mich mit Kirche und Welt – und dem Kram von meinem Tisch – arrangieren, alles miteinander verbinden. Und zwar vor nicht nur meiner Zellen- sondern auch der Klostertür! Und hier kommt mir Christus in den Sinn, das lebendige Wort. Das Meiste, was man am Schreibtisch herstellt, sind ja nun mal Worte. Geschriebene Worte. Und die müssen mit Leben gefüllt werden, sonst sind es leere Worte.

Ja, Gott nimmt uns schon beim Wort, damit wir diesem auch entsprechende Taten folgen lassen. Und das geht nicht am Schreibtisch, so wichtig er sein mag. Das geht nur im wirklichen Leben – bei Ihnen und mir – also, mach Dich ran! Das kenn’se doch ...

Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche:

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Christine Rösch

Christine Rösch

Geboren am 28.09.1958 in Gotha | 1977 Abitur | Studium an der Bauhaus-Universität Weimar mit Abschluss als Dipl. Ing. für Gebiets- und Stadtplanung 1983 | danach tätig in der Altstadtsanierung und im Kirchenbau der Stadt Gotha | ab 1992 theologische Ausbildung | 1. und 2. Examen und Ordination | zunächst Pfarrstelle in Seebergen (Kreis Gotha) | ab 2002 Pastorin für allgemeinkirchliche Aufgaben der Landeskirche in der 1. Pfarrstelle des Diakonischen Werkes Thüringen | ab 2014 theologische Referentin im Landesverband der Diakonie Sachsen | wohnhaft in Radebeul

Kurzbiografie Pater Bernhard Venzke

Pater Bernhard Venzke

geboren 1959 in Osterwieck/Harz | 1978–1982 Theologiestudium in Erfurt | Priesterweihe am 26. Juni 1988 in Sankt Albert, Leipzig | 1988–1991 Kaplan in Sankt Martin, Leipzig | 1991–1993 Studentenpfarrer in Sankt Thomas Morus, Berlin | 1993–1999 Teammitglied des Pfarrteams Sankt Paulus, Berlin | seit 2000 Subprior in Walberberg und Seelsorger an Sankt Albert, Walberberg | seit 2002 Direktor der Tagungsstätte Walberberg | ab 2005 Kreuzfahrtseelsorger in Hamburg | seit September 2007 Pfarrer an Sankt Albert, Leipzig

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.