Freitag, 29.03.2019: Das Klebezettelchen

Henry Morton Robinson's Roman "Der Kardinal" hat mich als jungen Menschen so sehr beeindruckt, dass die Anordnung auf meinem Schreibtisch heute noch davon zeugt. Wie dieser Kardinal habe ich links einen Schuber mit den Sachen, die noch zu erledigen sind und rechts einen für die Dinge, die in die Ablage können, weil bereits bearbeitet. Und zwischen Vorhaben und Erledigtem, da sitze ich an meiner Schreibtischplatte. So weit, so gut!

Doch mit den Jahren habe ich mir selbst – den Kardinal quasi überbietend – noch etwas angeeignet. Alle anstehenden Dinge werden erst einmal, wenn nicht bereits geschehen, schriftlich niedergelegt. Dann kommen sie in eine durchsichtige Plastikeinlage. Das vor allem deshalb, weil da ja dann noch weitere Bemerkungen oder Notizen hinzu kommen können. Und dann – und jetzt kommt's – gibt es noch ein Klebzettelchen drauf mit einem schwarzen und einem roten Datum. Das schwarze Datum ist der Tag, an dem es bestenfalls erledigt sein sollte, das rote Datum ist die letzte Gelegenheit. Auf gut Deutsch: die deadline. So hat nämlich alles seine Zeit, wie es mein Lieblingsbuch aus der Heiligen Schrift, der gute Kohelet schreibt.

Und prompt komme ich wieder über meinen Schreibtisch in's reale Leben. Es muss nicht immer alles gleich geschehen. Wir können uns mit dem Einen oder Anderen auch Zeit lassen, weil eben alles seine Zeit hat. Da hat der liebe Gott sich immer was bei gedacht! Könn' Se glauben.

Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche:

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Christine Rösch

Christine Rösch

Geboren am 28.09.1958 in Gotha | 1977 Abitur | Studium an der Bauhaus-Universität Weimar mit Abschluss als Dipl. Ing. für Gebiets- und Stadtplanung 1983 | danach tätig in der Altstadtsanierung und im Kirchenbau der Stadt Gotha | ab 1992 theologische Ausbildung | 1. und 2. Examen und Ordination | zunächst Pfarrstelle in Seebergen (Kreis Gotha) | ab 2002 Pastorin für allgemeinkirchliche Aufgaben der Landeskirche in der 1. Pfarrstelle des Diakonischen Werkes Thüringen | ab 2014 theologische Referentin im Landesverband der Diakonie Sachsen | wohnhaft in Radebeul

Kurzbiografie Pater Bernhard Venzke

Pater Bernhard Venzke

geboren 1959 in Osterwieck/Harz | 1978–1982 Theologiestudium in Erfurt | Priesterweihe am 26. Juni 1988 in Sankt Albert, Leipzig | 1988–1991 Kaplan in Sankt Martin, Leipzig | 1991–1993 Studentenpfarrer in Sankt Thomas Morus, Berlin | 1993–1999 Teammitglied des Pfarrteams Sankt Paulus, Berlin | seit 2000 Subprior in Walberberg und Seelsorger an Sankt Albert, Walberberg | seit 2002 Direktor der Tagungsstätte Walberberg | ab 2005 Kreuzfahrtseelsorger in Hamburg | seit September 2007 Pfarrer an Sankt Albert, Leipzig

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.