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Ostball | Folge 17 Kostja Mushidi: "Ich werde dem Syntainics MBC mein Leben lang dankbar sein"

22. August 2023, 15:22 Uhr

Kostja Mushidi ist einer der besten deutschen Spieler der Bundesliga. Doch er spielt nicht bei einem Play-off-Team, sondern beim Abstiegskandidaten aus Weißenfels. Eine Geschichte über Vertrauen, Kontrolle und eine letzte Chance. Folge 17 von "Ostball", dem Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten.

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Ostball – der Basketball-Podcast aus dem Osten

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Verschwitzt und offensichtlich glücklich nimmt Kostja Mushidi im Presseraum der Stadthalle Weißenfels Platz. Der 25 Jahre alte Profi des Syntainincs MBC hat gerade anderthalb Stunden als Helfer im Jugendcamp des Bundesligisten hinter sich.

Und er sagt: "Wenn ich ein oder zwei Jungs und Mädels pro Tag das Gefühl geben kann, dass sie es schaffen können, Basketball-Profi zu werden, dann habe ich meinen Job getan."

Da spricht neue Reife aus ihm. Denn die vergangenen anderthalb Jahre in Weißenfels haben etwas verändert in seinem Leben – und ihm wahrscheinlich sogar die entscheidende Wendung verpasst.

Folge 17 von "Ostball" in der Übersicht:

Das Thema

Kostja Mushidi galt einst als eines der, wenn nicht sogar das größte Talent des deutschen Basketballs. Er wagte früh den Schritt ins Ausland, wechselte erst nach Frankreich, dann nach Serbien. Mushidi war der NBA mit 18 Jahren ganz nah.

Kostja Mushidi, Basketballspiel, Korbwurf
Mit 18 Jahren wechselte Kostja Mushidi in die serbische Talentschmiede Mega Leks. Doch er verfiel dem Belgrader Nachtleben, anstatt es in die NBA zu schaffen. Bildrechte: imago/Camera 4/International

Doch dann sein Absturz. Eskapaden abseits des Parketts, die Partys, das Kiffen – plötzlich gab ihm niemand mehr eine Chance. Nach zwei gescheiterten Versuchen in Braunschweig auch in der Bundesliga nicht mehr.

Plötzlich musste er im Lager arbeiten, ganz weit weg von der schillernden NBA-Welt, von den Millionen, die bereits so nah gewesen waren. Doch dann kam Weißenfels. Und seine Geschichte änderte sich.

Kostja Mushidi, Syntainics MBC, Jubel mit Fans.
Die MBC-Fans und Kostja Mushidi, eine Beziehung voller gegenseitiger Dankbarkeit: "Hier hat mich nie jemand verurteilt oder abgestempelt, weil ich ein Problem hatte", sagt Kostja Mushidi. Bildrechte: IMAGO/HMB-Media

Die Gäste

Eigentlich will Kostja Mushidi gar nicht mehr allzu sehr über die Vergangenheit reden. Das hat er schließlich bereits direkt nach seinem Wechsel nach Weißenfels im Dezember 2021 getan – und danach damit abgeschlossen.

Wie hat er sich verändert? Wie will er sich noch verändern? Und vor allem: Warum ist er immer noch in Weißenfels? Warum hat er seinen Vertrag mittlerweile schon zweimal verlängert? Die Antwort, das erklärt Mushidi im Podcast, hat viel mit Dankbarkeit zu tun.

Kostja Mushidi (MBC, 11)
Eines seiner Ziele für die kommende Saison: Kostja Mushidi will unbedingt wieder für die Nationalmannschaft nominiert werden. Bildrechte: IMAGO / camera4+

Außerdem spricht MBC-Geschäftsführer Martin Geissler über regelmäßige Drogen-Test, ungeahnte Begegnungen auf dem Hotel-Balkon und sein enges Verhältnis zu Kostja Mushidi. Und Mitspieler Martin Breunig erklärt, wie sich durch Mushidi auch das Bild des Syntainics MBC in der Bundesliga verändert hat.

Die spannendsten Aussagen

Kostja Mushidi sagt: "Ich rufe mir die Zeit von damals immer wieder in meinen Kopf. Damit ich nicht abhebe, erinnere ich mich daran, dass ich vor zwei Jahren noch im Lager gearbeitet und viele Tränen vergossen habe, weil ich nicht wusste, ob ich es zurück schaffe." (ab Minute 00:15)

Kostja Mushidi (MBC, 11)
"Ich bin einfach nur glücklich", sagt Kostja Mushidi. Glücklich, wieder Basketball-Profi zu sein. Bildrechte: IMAGO / Hartmut Bösener

Martin Geissler sagt: "Kostja ist ein Mensch, der den Leuten hier ehrlich zeigt, wie dankbar er ist, dass er hier Vertrauen und Liebe bekommt. Manche Spieler schauspielern das. Aber bei ihm ist das echt." (ab Minute 22:40)

Martin Geissler
Er hat an Kostja Mushidi geglaubt, als es keiner mehr tat: MBC-Geschäftsführer Martin Geissler. Bildrechte: IMAGO / Eibner

Martin Breunig sagt: "Kostja ist eine sehr offene Person, erzählt viel von sich, fragt andere. Es ist toll, wenn du siehst, wie er mit den Fans umgeht: so offen, so herzlich." (ab Minute 19:10)

v.l. Lukas Wank, Fraport Skyliners Frankfurt, gegen Martin Breunig, Syntainics MBC, und Kostja Mushidi, Syntainics MBC.
Martin Breunig (l.) und Kostja Mushidi im Zusammenspiel: Beide verlängerten ihren Vertrag beim Syntainics MBC im Sommer um eine weitere Saison. Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Über den Podcast "Ostball" – das ist der Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten. Alle zwei Wochen erzählt Moderator Daniel George in einer neuen Folge die besten Geschichten des ostdeutschen Basketballs.

Mit Chemnitz, Rostock und Weißenfels bei den Männern sowie Halle bei den Frauen gibt es schließlich drei Erstliga-Standorte im Osten. Aber auch viele Protagonisten wie Spieler, Trainer und Verantwortliche, die mittlerweile anderswo tätig sind, haben dort ihre Wurzeln.

Wo der Podcast zu hören ist

Podcasts FCM und HFC
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Daniel George
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Über den Moderator Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Er erkannte schnell, dass es auf dem Parkett für mehr als eine stabile Landesliga-Karriere beim großartigsten Dorfverein der Welt, dem TSV Niederndodeleben, nicht reicht.

Also begann der Zwei-Meter-Center mit dem Schreiben über Basketball. Zunächst für die Mitteldeutsche Zeitung über den Oberligisten BC Anhalt aus Dessau, dann über den Regionalligisten Aschersleben und schließlich über den Bundesligisten Weißenfels.

Inzwischen hat er für den MDR mehrere Dokumentationen über Basketball produziert: unter anderem "Plan A" über Nationalspieler Andreas Obst und "Built to win" über die SBB Baskets Wolmirstedt. Außerdem schreibt er für das Fachmagazin "BIG" über Basketball im Osten. Im Podcast "Ostball" spricht er nun auch regelmäßig über den Sport seines Herzens.

Mehr erstklassiger Basketball

MDR (Daniel George)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. August 2023 | 12:00 Uhr

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