Rund 1.000 Menschen beim Protest Demonstration für Erhalt der Klinik in Schleiz

Etwa 1.000 Menschen haben nach Polizeiangaben am Samstag in Schleiz für den Erhalt des Kreiskrankenhauses demonstriert. Am Freitag war dort die einzige Geburtsstation im Saale-Orla-Kreis geschlossen worden.

Platz voller Demonstranten und Plakaten, unter anderem gegen Landrätin Martina Schweinsburg
Rund 1.000 Demonstranten appellierten unter anderem an die Landrätin des Nachbarkreises Greiz, Martina Schweinsburg, dass Schleiz nicht Opfer der Greizer Finanzprobleme werde. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Sie kamen im Arzt- und Schwesternkittel, mit Kinderwagen und Plakaten. Vom Schleizer Neumarkt zogen sie zum Krankenhaus, das zum Kreiskrankenhaus Greiz gehört, und legten dort eine Schweigeminute ein. Unter den Demonstranten waren Krankenhausmitarbeiter, Hebammen, Rettungsdienst-Mitarbeiter, Feuerwehrleute, Landrat Thomas Fügmann (CDU) und Bürgermeister Marko Bias (CDU). Sie forderten, die Geburtsstation wieder zu öffnen. Das Krankenhaus solle in seiner bisherigen Form mit Gynäkologie, Notaufnahme, Intensivstation und Chirurgie bestehen bleiben. Nur so könne die medizinische Versorgung im drittgrößten Landkreis Thüringens gewährleistet bleiben. Intensivstation und Chirurgie waren zuletzt als potentiell bedroht genannt worden.

Forderungen an Kreis Greiz

Die Demonstranten forderten die Verantwortlichen des Krankenhauses in Greiz auf, Fakten und Zahlen auf den Tisch zu legen, wie es in Schleiz weitergeht. Vom Landkreis Greiz als Träger des Krankenhauses verlangten sie Klarheit über den Fortgang. Die Klinik in Schleiz - so die Demonstranten - dürfe nicht für den Erhalt des Krankenhauses in Greiz geopfert werden. Zu dem Protest aufgerufen hatten frühere Ärzte und Schwestern der Klinik und des Rettungsdienstes.

Menschenkette um Gebäude herum
Zur Kundgebung gehörte auch eine symbolische Menschenkette um die Klinik herum Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Die Klinik gehört zur Krankenhaus Greiz GmbH, die aktuell finanziell angeschlagen ist. Deren Aufsichtsratsvorsitzende und Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) verwies auf eine schwierige Personalsituation. Sie hat Auskunft über ein Sanierungskonzept für die Krankenhäuser angekündigt, zu dem aber noch nichts Näheres bekannt ist.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 22. Februar 2020 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Allegro vor 29 Wochen

Herr Fügmann und Herr Bias könnten sich doch auch dafür einsetzen, dass der Landkreis SOK das Krankenhaus kauft. Warum man einen wichtigen Standort und das einzige Krankenhaus mit Geburtsstation im Landkreis nicht selbst verwaltet, ist mir ohnehin schleierhaft. Ist doch klar, dass sich jeder sebst der Nächste ist, wenn es darum geht, welcher Standort erhalten bleiben soll...

Stefan Der vor 29 Wochen

Ich bin immer wieder überrascht, dass der MDR Ihre Kommnentare, welche nicht zumThema gehören, frei gibt. Aber dieses Glück habe ich ja auch oft. Jetzt zur Frage: Was hat RRG mit dem Erhalt des KKH in Schleiz zu tun? Ist es nicht vielmehr so, dass im Programm der LINKEN der Erhalt und die Stärkung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum steht. Somit macht ihr Tip eigentlich Sinn und ich kann nur auf das Programm der LINKEN verweisen, wo sehr viele der sozialen Forderungen der heutigen Demonstranten stehen. Im Gegensatz zur blaubraunen Alternative, die zwar mit auf der Demo war und es so darstellte, diese organisiert zu haben, aber in ihrem Programm genau das Gegenteil beschlossen hat: Mehr Markt; Mehr private Vorsorge; Mehr Verantwortung.

jenser vor 29 Wochen

Hat Frau Schweinsburg und ihre CDU im Landtagswahlkampf nicht ständig propagiert den ländlichen Raum stärken zu wollen.Soweit dazu.Die Patienten im Raum Schleiz werden sich bei ihr für das Wahlversprechen bedanken.

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