Expedition 65: ISS bekommt neue Crew-Mitglieder

Ab dem 9. April öffnet sich das Zeitfenster für den nächsten Flug zur Internationalen Raumstation ISS. Es wird die 65. Langzeitexpedition zum äußersten menschlichen Außenposten sein. Mit einem russischen Sojus-Raumschiff werden drei neue Mitglieder zur ISS gebracht. Sie werden vom russischen Kosmodrom Baikonur von Kasachstan aus starten. Mehr dazu erfahren Sie hier:

Drei der Raumfahrer der ISS Expedition 65 Crew. Die Kosmonauten Pyotr Dubrov (l.), Oleg Novitskiy (m.) und der NASA-Astronaut Mark Vande Hei (r.) im Gagarin Kosmonauten Trainingszenter (GCTC) in der russischen Star City.
Drei der Raumfahrer der ISS Expedition 65 Crew. Die Kosmonauten Pyotr Dubrov (l.), Oleg Novitskiy (m.) und der NASA-Astronaut Mark Vande Hei (r.) im Gagarin Kosmonauten Trainingszenter (GCTC) in der russischen Star City. Bildrechte: NASA / GCTC / Andrey Shelepin

Die nächsten Raumfahrer werden ab dem 9. April zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Damit wird die 65. Langzeitexpedition eingeleitet. Gestartet wird laut Spaceflight Now um 8.42 Uhr (mitteleuropäischer Sommerzeit). Am kasachischen Kosmodrom Baikonur wird es dann kurz vor 13 Uhr sein. An Bord des Sojus-Raumschiffes werden sich die beiden Kosmonauten Oleg Novitsky und Pyotr Dubrov sowie der NASA-Astronaut Mark Vande Hei befinden.

Ihr Aufenthalt auf der ISS soll sechs Monate andauern. Am 22. April sollen dann die nächsten vier Astronauten mit der SpaceX Crew-2 Mission zur Raumstation aufbrechen. Doch dafür müssen die bisherigen Astronauten der SpaceX Crew-1 Mission erst zur Erde zurückkehren. Diese Rückholaktion soll noch im April stattfinden. Ein genaues Datum gibt es laut der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA aber noch nicht.

170 Raumflüge mit Sojus

Mittlerweile gab es 169 Sojus Flüge, wovon 64 die Internationale Raumstation besucht haben. Somit wird der Sojus MS-18 Flug der 170. Raumflug des russischen Sojus-Programms sein. Das Weltraumjahr 2021 ist für die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos ein ganz besonderes Jahr: Vor 60 Jahren, am 12. April 1961, ist der russische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch der Geschichte in den Weltraum aufgebrochen. Dort hat er eine Stunde und 48 Minuten im Raumschiff Wostok 1 verbracht. Damals hatte die Sowjetunion das Rennen um den Weltraum gewonnen. Mittlerweile sind Russland und die USA aber starke Verbündete in der Weltraumforschung.

Eine russische Sojus 2.1a Trägerrakete steht an der Startrampe des Weltraumbahnhofs Baikonur.
Eine russische Sojus 2.1a Trägerrakete steht an der Startrampe des Weltraumbahnhofs Baikonur. Bildrechte: dpa

Wie aus einer rein russischen wieder eine gemischte Mission wurde

Die ursprüngliche Besatzung des Sojus-Raumschiffes sollte zum ersten Mal rein russisch sein. Bisher wurde ein Platz immer an ausländische Astronauten vergeben, meist an Amerikaner oder Europäer. Jedoch hatte die NASA für 2021 keinen Sitz im russischen Raumschiff gebucht. Der Grund dafür ist die Wiedererweckung des US-Raumfahrtprogramms von amerikanischen Boden.

Nach dem Colombia Spaceshuttle Unglück von 2003 hatten die Amerikaner das wiederverwertbare Raumschiff in den Ruhestand geschickt. Es sollte nur noch bis zur Fertigstellung der ISS in Betrieb bleiben. Seit 2011 sind die NASA-Astronautinnen und -Astronauten nur noch an Bord russischer Raumschiffe in den Weltraum befördert wurden.

Durch die aufstrebende private Raumfahrt änderte sich die amerikanische Raumfahrt-Politik drastisch. Es wurden vermehrt Aufträge an private Unternehmen wie SpaceX oder Blue Origin vergeben. Mit der Crew Dragon Kapsel von SpaceX wurde die ISS bereits seit Längerem mit Gütern und Nachschub versorgt – doch immer unbemannt. Das änderte sich im Frühjahr 2020 mit dem Demonstrationsflug 2. Die beiden NASA-Astronauten Douglas Hurley und Robert Behnken waren die ersten beiden Personen, die mit dem privatwirtschaftlichen Crew-Programm der NASA zur Internationalen Raumstation am 31. Mai gebracht wurden. Ihr Rückflug fand am 2. August statt.

Neben SpaceX sollte auch das Starliner-Raumschiff von Boeing Menschen in den Weltraum befördern. Der letzte unbemannte Testflug schlug aber fehl. Deshalb verzögert sich der bemannte Raumtransport von Boeing unweigerlich. Aus diesem Grund musste die NASA einen Platz für ihren Astronauten Mark Vande Hei an Bord des russischen Sojus-Raumschiffes kaufen.

Die Sojus-Besatzung

Die Astronauten der ISS Expedition 65: Mark Vande Hei, Oleg Novitskiy und Pyotr Dubrov (v.l.n.r.)
Die Astronauten der ISS Expedition 65: Mark Vande Hei, Oleg Novitskiy und Pyotr Dubrov (v.l.n.r.) Bildrechte: NASA / Roscosmos

Der Kommandant der Mission wird der Roskomos-Kosmonaut Oleg Novitsky werden. Es wird der dritte Raumflug des 50-jährigen Weißrussen werden. Seinen ersten Aufenthalt im All hat er 2012 auf der ISS absolviert. Sein zweiter Raumflug fand 2016 statt. Dort war er unter anderem zusammen mit dem französischen ESA-Astronauten Thomas Pesquet auf der Internationalen Raumstation stationiert. Mit ihm wird er auch dieses Mal gemeinsam im Dienst sein. Pesquet wird aber mit der SpaceX Crew-3 Mission zur ISS fliegen.

Neben dem Kommandanten gehört auch der russische Bordingenieur Pyotr Dubrov zur Crew. Es wird der erste Raumflug des 43-jährigen Russen sein. Er wurde im Fernen Osten von Russland geboren. Neben ihm gehört auch der Bordingenieur der NASA zur Sojus-Crew: Mark Vande Hei ist mit 54 Jahren der älteste der drei Männer. Es wird sein zweiter Raumflug sein. Sein letzter Aufenthalt auf der ISS ist noch gar nicht so lange her. Im Winter 2017/18 war er für 168 Tage auf der Raumstation stationiert.

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