Winterliche Sternschnuppen: die Geminiden

Am 14. Dezember zeigen sich die meisten Sternschnuppen des Jahres am Nachthimmel. Es sind die vorweihnachtlichen Geminiden, die ihren scheinbaren Ursprung im Sternbild Zwilling zu haben scheinen. Woher die kleinen Meteoriten in Wirklichkeit kommen und warum sich das Schauspiel jedes Jahr wiederholt, erklären wir Ihnen hier:

Nachthimmel vor verschneitem Berg
Kurz vor Weihnachten zeigen sich die meisten Sternschnuppen des Jahres. Es sind die Geminiden. Für diesen Meteorstrom sollte man sich warm anziehen, besonders in winterlichen Gegenden wie auf diesem Bild. Bildrechte: Matt Aust

Die Geminiden gehören zu den stärksten Meteorströmen des Jahres. Die alljährlich wiederkehrenden Sternschnuppen sausen kurz vor Weihnachten über den Nachthimmel hinweg. In den Nächten zum 14. und 15. Dezember kann man zwischen 30 und 60 Sternschnuppen pro Stunde erkennen. Besonders ihre gelb-weiße Farbe ist bei Sternschnuppenfreunden beliebt.

In manchen Jahren geben sich sogar zwischen 150 bis 200 Sternschnuppen pro Stunde zuerkennen. Wer klare Sicht auf den Himmel hat, kann sie bereits nach Einbruch der Dunkelheit beobachten. Wer ganz sicher gehen will, sollte gegen Mitternacht auf die Jagd gehen – da es kalt sein wird, sollte man sich der Jahreszeit entsprechend dick anziehen oder warme Decken mitnehmen.

Dezember: sternschnuppenreicher Monat

Wer am 14. und 15. Dezember keine Zeit hat: Die Geminiden kann man auch in anderen Nächten beobachten. Die ersten Sternschnuppen zeigen sich um den 4. Dezember herum. Die letzten wird man vermutlich am 20. Dezember sehen können. Jedoch werden es weniger Sternschnuppen als an ihrem Höhepunkt sein – der ZHR, das ist die "Zenithal Hourly Rate" (engl. für zenitiale stündliche Rate).

Neben den Geminiden gibt es aber noch weitere Meteorströme im Dezember: die Ursiden. Sie gehören jedoch zu den weniger ertragreichen Meteorströmen. Man kann sie zwischen dem 17. und 26. Dezember beobachten. Ihren Höhepunkt werden sie am Morgen des 22. Dezembers finden. Es werden aber höchstens 27 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein. Für den Laien sind sie von anderen Sternschnuppen kaum zu unterscheiden. Man sollte lieber auf die Geminiden vertrauen.

Am Ende des Monats bewegt sich der Meteorstrom der Quadrantiden über den Nachthimmel. Sie gehören zu den stärksten Meteorströmen (neben den Geminiden, Persiden und den Eta-Aquariiden). An ihrem Höhepunkt – Anfang Januar – können über 100 Sternschnuppen pro Stunde am Nachthimmel beobachtet werden. Ab dem 28. Dezember geht es los.

Schlechte Bedingungen für Sternschnuppen

Die Geminiden haben ein Problem: Am 19. Dezember ist Vollmond. Dieser wird die Nacht erhellen – unabhängig davon, wo er am Himmel stehen wird. Das liegt an dem von der Sonne reflektierten Licht. Für astronomische Beobachtungen ist das keine gute Voraussetzung. Umso heller es ist, desto schlechter kann man Sternschnuppen oder vorbeiziehende Planeten beobachten. Wenn die Gemininden am 14. und 15. Dezember ihren Höhepunkt feiern, wird ein zunehmender Dreiviertel-Mond den Nachthimmel erhellen.

Geminiden: Hier sollten Sie hinschauen

Der Mond wird am 14. Dezember bereits um 13.52 Uhr aufgehen und am Morgen des 15. Dezember um 4.20 Uhr untergehen. Somit wird er die ganze Nacht am Himmel stehen und diesen erhellen. Die Sonne wird dafür bereits um 16.02 Uhr untergehen. Bis es richtig dunkel sein wird, wird ungefähr eine Stunde vergehen.

Die Geminiden kann man vermutlich ab 18 Uhr am nordöstlichen Horizont erkennen. Sie werden dann im Sternbild Zwilling (lat. Gemini) stehen. Über die Nacht hinweg wird das Sternbild über den gesamten Himmel in östliche Richtung wandern. Gegen 2.30 Uhr wird es weit oben in südlicher Himmelsrichtung stehen. Im Nordwesten wird es zwar erst nach neun Uhr morgens untergehen. Die Sonne wird aber bereits um 8.09 Uhr aufgegangen sein. Man wird die Sternschnuppen der Geminiden und das Sternbild Zwilling also nur bis zur Morgendämmerung erkennen können.

Die Herkunft der Geminiden

Ihren Namen haben die Geminiden vom Sternbild Gemini, zu Deutsch "Zwillinge". Dessen zwei wichtigste Sterne sind Castor und Pollux. Nahe Castor liegt die scheinbare Quelle dieser Sternschnuppen. Tatsächlich handelt es sich um kleine Gesteinsbrocken oder Staubkörner, die aus dem Weltraum in die Erdatmosphäre fallen. Beim Auftreffen auf die Atmosphäre werden sie abgebremst. Es kommt zu einer Ionisierung. Von der Erde aus gesehen nehmen wir einen leuchtenden Sternschnuppenschweif wahr.

Sternenhimmel mit Sternschnuppe 2 min
Bildrechte: imago/VIADATA
2 min

Jedes Jahr fliegen Hunderte Sternschnuppen über den Erdhimmel hinweg, seien es die Geminiden, Perseiden, Eta-Aquariiden, Quadrantiden oder andere Meteorschauer. Doch wie entstehen Sternschnuppen überhaupt?

Mo 13.12.2021 10:42Uhr 01:40 min

https://www.mdr.de/wissen/astrokalender/erklaervideo-so-entstehen-sternschnuppen100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mutterkörper der Geminiden ist der Asteroid (3200) Phaeton, der fast eineinhalb Jahre braucht, um einmal um die Sonne zu reisen. Seine Masse ist mittlerweile recht klein und er scheint keine Gesteinsbrocken oder Staubkörner mehr zu verlieren. Deshalb gilt er als "erloschener" Komet. Forscher vermuten, dass er bereits in der Vergangenheit auseinandergebrochen ist, was den relativ starken Strom der Geminiden erklären könnte.

Diese Sternschnuppen-Ströme gab es 2021 bereits

Astronomisch gesehen, hatte das Jahr 2021 nicht wirklich viel zu bieten. Die meisten Sternschnuppen fielen gar nicht auf, da sie zu ihrem Höhepunkt nur wenige Sternschnuppen hervorbrachten. Manchmal fiel ihr Höhepunkt auch auf die Mittagszeit, wo man sie nur sehr schlecht oder gar nicht erkennen konnte. Vielleicht wird es 2022 besser.