Über uns – von der Idee bis zur Umsetzung

"Was ist Citizen Science?" – Suchmaschinen müssen sich im Oktober 2020 über die vielen Suchanfragen aus Leipzig gewundert haben, denn vor unserem ersten Projekttreffen hatten wir davon kaum etwas gehört.

Zwei perspektivisch nach hinten verlaufende Screenshot: Verschiedene Webcam-Bilder mit verschiedenen Frauen und Männern in einer Videokonferenz. Schriftzug "Das Projekt" mit akademischem Abschluss-Hut auf Buchstabe D
Zwei Seminare an der Uni Leipzig - ein Thema: Lebensmittel retten. Bildrechte: MDR, Pixabay (M)/Clker-Free-Vector-Images

Wer wir sind? Eine Gruppe von acht Studierenden aus dem Master Journalismus an der Universität Leipzig, die gemeinsam mit dem MDR ein Citizen-Science-Projekt entwickeln sollten. „Bürgerwissenschaft“ schafft Wissen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern: Daten sammeln, analysieren, eintragen – um am Ende wissenschaftliche Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Welches Thema käme dafür infrage? Diese Wahl stand uns völlig offen.

Screenshot: Verschiedene Webcam-Bilder mit verschiedenen Frauen und Männern in einer Videokonferenz
Die erste Seminargruppe entwickelte im Wintersemester 2020/2021 die Grundlagen für das Projekt und die WebApp, testete und wertete die ersten Daten aus. Bildrechte: Screenshot

Es gibt Citizen-Science-Projekte über Vögel- und Insektenzählungen, über Feinstaub- oder Lärmmessungen. Wir sammelten Ideen innerhalb der Gruppe, um etwas anderes zu entwickeln: Zum Beispiel könnten wir tägliche Bildschirmzeiten sammeln und auswerten, die Lebensqualität in Großstädten vergleichen – Vorschläge gab es einige.

Am Ende fiel die Wahl auf Lebensmittelverschwendung: Wie wäre es, wenn wir Menschen darum bitten, ihre Essensreste zu protokollieren, damit wir wissen, warum so viel Essen im Müll landet? Wenn’s gut läuft, könnten wir damit sogar bewirken, dass langfristig ein bisschen weniger weggeworfen wird. Diese Idee gefiel allen, Dozierende und MDR gaben grünes Licht und schon ging die Arbeit los. Anfangs trafen wir uns noch an der Uni, nach dem zweiten Lockdown im November 2020 mussten wir aber auf Zoom umstellen und arbeiteten so gut es ging digital zusammen.

Junge Frau beim Videochat
Bildrechte: Sophia Voß

Etliche Brainstormings, Interviews und Krisensitzungen später sitzen wir heute zwar immer noch vor dem Zoom-Bildschirm, aber mit einem fertigen Konzept, interessanten Geschichten, einem Plan für die App-Entwicklung und der Hoffnung, viele Menschen für unser Projekt und bestenfalls sogar eine Teilnahme daran begeistern zu können.

Junge Frau im Videochat
Bildrechte: Lea Heilmann

Zwei Dinge stehen für uns im Vordergrund: die journalistische Aufbereitung des Themas und ein interaktives Befragungstool – eine sogenannte progressive Web App. Letzteres entwickelt der MDR, damit alle Teilnehmenden über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen ihre Lebensmittelreste so einfach und schnell wie möglich protokollieren können. Um die Kategorien, Mengenangaben und Ähnliches zu optimieren, haben während eines zweiwöchigen Testzeitraumes über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Lebensmittelreste protokolliert und uns Rückmeldungen gegeben, was ihnen gepasst hat und was nicht. Auf der Basis entsteht nun das Befragungstool.

Für die journalistische Aufbereitung und die Hintergrundgeschichten haben wir mit Expertinnen und Experten gesprochen, in private Haushalte hineingeschnuppert und Selbstversuche gemacht. Die Ergebnisse sind auf den folgenden Seiten zu finden.

Zwei junge Männer in einer Küche
Bildrechte: Philip Sauer

Uns ist klar, dass durch die vielen Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sicherlich nicht alle Daten stets milliliter- und grammgenau erfasst werden, dass wir von der Stichprobe keinen Rückschluss auf den deutschen Durchschnitt ziehen können, da sich die Menschen bewusst entscheiden, am Projekt teilzunehmen und nicht zufällig ausgewählt wurden, und dass es sicher immer noch Verbesserungspotenzial gibt. Doch wir sind zufrieden mit dem Ergebnis. Und die Frage, was Citizen Science ist, muss uns Google jetzt nicht mehr beantworten.

Screenshot: Verschiedene Webcam-Bilder mit verschiedenen Frauen und Männern in einer Videokonferenz
Die zweite Seminargruppe sorgte dafür, dass das Projekt und die App bekannter werden. Bildrechte: Screenshot

Und so ging es weiter:

Die zweite Seminargruppe konnte das Projekt im April 2021 übernehmen und kümmerte sich hauptsächlich um die Promotion der Web-App, sowie um die Erstellung von eigenen Inhalten. Bis Mitte Juli 2021 entstanden Rezepte für die "Resteküche", Quizze für Social Media und verschiedene Onlineartikel. Nebenbei machte sich ein Teil unseres (ebenfalls) achtköpfigen Teams zusammen mit dem MDR Gedanken über eine passende Distributionsstrategie und eine passende Visualisierung der Inhalte für ein Corporate Design.

Wir freuen uns alle sehr, dass die Resteretter-Web-App jetzt das Licht der Welt erblickt! Viel Spaß beim Tracken und meldet euch gerne mit eurem Feedback, Anmerkungen oder Fragen!

Eure Resteretter*innen

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