Film "Atlas" – eine Zwangsräumung mit gefährlichen Folgen

Regie-Debütant Daniel Nawrath ist es mit diesem Film gelungen, dem Schauspieler Rainer Bock die perfekte Hauptrolle auf den Leib zu schneidern – dafür ist der Schauspieler für den Deutschen Filmpreis 2019 nominiert.

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Rainer Bock ("Barbara")  ist einer der besten und fleißigsten deutschen Nebendarsteller. Wäre er ein amerikanischer Schauspieler hätte er längst einen Oscar als bester "Supporting Actor". Es blieb dem sehr begabten Regiedebütanten David Nawrath vorbehalten, für ihn eine Hauptrolle entwickelt zu haben, die der großen Schauspielkunst Bocks gerecht wird.

Ein Mann mit einem Kind auf dem Arm
Jan (Alexander Schuch) und seine Familie sollen ihre Wohnung zwangsräumen, aber weigern sich. Damit bringen sie sich in Gefahr. Möbelpacker Walter Scholl versucht, die Familie zu schützen. Bildrechte: 235 Film, Tobias von dem Borne

Bock spielt den Möbelpacker Walter Scholl, einen stillen Mann um die 60 mit offenbar schwieriger Vergangenheit. Auf dem Unterarm trägt er ein Tattoo des antiken Sagenhelden Atlas, der die Weltkugel auf seinem Rücken trägt. Bei einer gescheiterten Zwangsräumung glaubt er seinen nun erwachsenen Sohn Jan (Albrecht Schuch) erkannt zu haben, um den er sich nie gekümmert hatte. Scholl beginnt sich wie Atlas eine schwere Last auf die Schultern zu legen: hier ist es die späte Verantwortung für diesen bedrohten, jungen Mann und seine Familie, für die er in dieser düsteren, eindringlichen Geschichte einen hohen Preis zahlen muss.

Genre: Drama
Regie: David Nawrath
Darsteller: Rainer Bock, Alexander Schuch u.a.
Im deutschen Kino ab: 25.04.2019
Produktionsland: Deutschland
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. April 2019 | 07:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 04:00 Uhr

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