Ausstellung in Halle Kunstmuseum Moritzburg begegnet Cranach bis Holbein

von Ulrike Thielmann, MDR KULTUR

Mit dieser Ausstellung erfährt die Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts etwas Neues: Erstmals treten die Kunstmuseen in Halle und Dessau mit ihren Sammlungen gemeinsam an die Öffentlichkeit. Inhaltlich widmet sich die von beiden Museen kuratierte Ausstellung der Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts.

Lucas Cranach d.J. (Werkstatt): Auferstehung Christi mit Stiftern, 1562, Öl auf Lindenholz, 158x115,5 cm, Kunstmuseum Moritzburg Halle
Lucas Cranach d. J. (Werkstatt): Auferstehung Christi mit Stiftern, 1562, Öl auf Lindenholz, 158x115,5 cm, Kunstmuseum Moritzburg Halle Bildrechte: Punctum/Bertram Kober

Im ersten Obergeschoss des Nordflügels im Kunstmuseum Moritzburg Halle werden selten zu sehende Meisterwerke aus der Grafischen Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau zu sehen sein: Zu den Themen Religion, Mythologie, Allegorie, Porträt, Landschaft, Genre und Historie. In einem eigens hierfür geschaffenen separaten Raum werden – ergänzend aus der Sammlung der Moritzburg – sowohl aufwändig restaurierte Epitaphien der Familie von Schönfeldt präsentiert als auch das Fragment einer Kreuzigungsszene aus Löbnitz bei Delitzsch. Beide Werke stammen ursprünglich aus der Cranach-Werkstatt in Wittenberg.

Das Kunstmuseum Moritzburg verfügt zudem über mehr als 1.000 Flugblätter des 15. und 16. Jahrhunderts. Bedeutende Einzelblätter werden ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein. Damit zeigen die beiden sachsen-anhaltischen Sammlungen im 500. Jahr der Reformation mit ihren Ausstellungsobjekten den künstlerischen und geistiggeschichtlichen Wandel dieser Zeit.

Dessau und Halle: Zwei Kunstsammlungen mit Geschichte

Beide 1927 aufgebaut, gehörten die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau und das Kunstmuseum Moritzburg Halle (damals noch Städtisches Museum für Kunst und Kunstgewerbe) zu den bedeutenden Ausstellungshäusern in der Weimarer Republik. Während der Schwerpunkt der halleschen Sammlung in der Moderne des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts liegt, verfügt die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau über eine hochkarätige Sammlung Alter Meister vom 15. bis ins 18. Jahrhundert.

Seit 2012 ist das Herzstück der Anhaltischen Gemäldegalerie in Dessau, Schloss Georgium, wegen Sanierung geschlossen. Ein Zustand, der aufgrund von Geldmangel bei Land und Kommune über die Jahre so blieb und bis heute anhält. Mit der Ausstellung im Exil glimmt die Hoffnung auf, dass das ins Stocken geratene Bauprojekt am Dessauer Georgium wieder Fahrt aufnimmt.

Angaben zur Ausstellung "Begegnungen. Von Cranach bis Holbein"
Vom 12. November 2017 bis zum 28. Januar 2018

Kunstmuseum Moritzburg
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag 10-18 Uhr
Mittwochs geschlossen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Nachmittag | 02. November 2017 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2017, 16:06 Uhr

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