Film Still: Die Maske
Jacek (Mateusz Kosciukiewicz) arbeitet auf der Baustelle für den Riesen-Jesus in Swiebodzin. Dort hat er einen schrecklichen Unfall. Bildrechte: Grandfilm

Filmstart "Die Maske" – Satire über die polnische Gesellschaft

Die polnische Regisseurin Malgozata Szumowska nahm den Bau der gigantischen Christus-Statue in Swiebodzin zum Anlass für eine schwarze Satire über das heutige Polen. Eine Gesellschaftssatire, in der wirklich niemand geschont wird. Es geht um Ausgrenzung, Rassismus, Intoleranz im Deckmantel des Glaubens. Bei der Berlinale 2018 gab es für "Die Maske" den Großen Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals.

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Film Still: Die Maske
Jacek (Mateusz Kosciukiewicz) arbeitet auf der Baustelle für den Riesen-Jesus in Swiebodzin. Dort hat er einen schrecklichen Unfall. Bildrechte: Grandfilm

Es gibt sie wirklich – diese 36 Meter hohe Christus-Statue in der polnischen Stadt Swiebodzin. Die berühmte, polnische Regisseurin Malgozata Szumowska nahm den Bau der gigantomanischen Figur zum Ausgangspunkt einer schwarzen Satire über das heutige Polen, in der wirklich niemand geschont wird: ein grimmig-komischer Blick auf Bigotterie, Verlogenheit, Bosheit und Grausamkeit.

36 Meter hohe Christusstatue in Polen
Die 36 Meter hohe Christusstatue in Polen. Bildrechte: dpa

Der Heavy-Metal-Fan Jacek arbeitet auf der Baustelle für den Riesen-Jesus, wo er einen schrecklichen Unfall erleidet. Er stürzt in die Tiefe, wird verunstaltet und erhält als Erster in Polen operativ das Gesicht eines Toten. Von nun an gibt es in der kleinen Gemeinde kein Halten mehr: die Kinder verhöhnen das "Schweinsgesicht", die Freundin wendet sich von ihm ab, die Mutter erschaudert vor dem "satanischen" Werk der Operationskunst. Jacek wird in der Gemeinschaft zum Außenseiter. Hinter der Fassade des Glaubens toben sich Intoleranz und Rassismus aus, brutal wird alles Andersartige ausgestoßen.

Szumowska findet für ihre Gesellschaftssatire starke, groteske Bilder, etwa wenn der Jesus-Figur versehentlich der Kopf verdreht aufgesetzt wird, als würde sich der Erlöser selbst abwenden. Dieser Film steht mit seiner bitteren Schonungslosigkeit quer zur nationalen Aufwallung im heutigen Polen. Bei der Berlinale 2018 gab es für "Die Maske" den Großen Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals.

Genre: Drama/Komödie
Regie: Malgozata Szumowska
Darsteller: Mateusz Kosciukiewicz, Agnieszka Podsiadlik, Malgorzata Gorol, u.a.
Im deutschen Kino ab: 14.03.2019
Produktionsland: Polen
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. März 2019 | 07:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2019, 04:00 Uhr

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