Filmszene aus 'Vom Ende einer Geschichte'.
Tony (Jim Broadbent) und Veronica (Charlotte Rampling). Bildrechte: Wildbunch Germany/ROBERT VIGLASKY

Filmstart "Vom Ende einer Geschichte" - War doch alles ganz anders?

Rentner Tony führt ein beschauliches Leben, bis er durch eine merkwürdige Nachricht mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird. Jim Broadbent und Charlotte Rampling glänzen in dieser Verfilmung von Julian Barnes' gleichnamigem Roman.

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Filmszene aus 'Vom Ende einer Geschichte'.
Tony (Jim Broadbent) und Veronica (Charlotte Rampling). Bildrechte: Wildbunch Germany/ROBERT VIGLASKY

Der geschiedenen Rentner Tony, herrlich als ewig Grantelnder von Jim Broadbent gespielt, wird durch eine merkwürdige Nachricht aus der Vergangenheit wieder in seine Jugend zurückgeworfen, zu seiner ersten Liebe Veronica (Charlotte Rampling), zu seinem innigen Freund Adrian, der sich später tötete. Die Abgeklärtheit seines ereignisarmen Lebens gerät ins Wanken, plötzlich werden frühe Leidenschaft, Verrat und Verletzungen wieder bedrängend real.

Voller Geheimnisse und ungeklärter Fragen kommt ihm nun die Vergangenheit vor, nichts schien so zu sein, wie er es erinnerte. Julian Barnes' brillanter Roman ist von Ritesh Batra ("Lunchbox") mit viel Feingefühl und Liebe zu den wunderbar gespielten Figuren verfilmt worden. Die komplizierte und raffinierte Struktur des Buches wurde für den Film in eine anschauliche Rückblenden-Technik übersetzt.

Mit Humor und der Melancholie des Abschieds wird hier eine Lebensbilanz gezogen, die deutlich macht, wie sehr wir uns und unsere Geschichte erfinden, wie unmöglich ein objektives Erinnern ist.

Genre: Drama
Regie: Ritesh Batra
Darsteller: Jim Broadbent, Charlotte Rampling, Harriet Walter
Im deutschen Kino ab: 14.06.2018
Produktionsland: Großbritannien
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. Juni 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 04:00 Uhr

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