Filmrezension "Isle of Dogs" - Wes Andersons Hundehelden in der Endzeit-Welt

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Wes Andersons zweiter Animationsfilm nach dem "Fantastischen Mr. Fox" führt uns in ein dystopisches Japan, in dem so ziemlich alles aus dem Ruder gelaufen ist, auch die explodierende Hundebevölkerung. Als die Vierbeiner auch noch von einer gefährlichen Grippe-Epidemie heimgesucht werden, verfrachtet die Regierung die Tiere auf eine Müllinsel, deren verkrustete, verklebte, verdreckte Endzeit-Welt allein schon den Besuch des Films lohnt. Wir betreten sie mit dem kleinen Atari, der verzweifelt seinen geliebten Hund sucht und dabei von einer Bande ruppiger Artgenossen unterstützt wird.

Der Film weitet den Blick schließlich auf den Zustand einer manipulierenden, korrupten Gesellschaft, die nicht nur die andersartigen Hunde ausgrenzt. Wie immer bei Anderson wuchern auch hier die schönen Ideen unkontrolliert aus, "Isle of Dogs" ist deutlich überladen, aber zugleich faszinierend gestaltet und überzeugend human in seiner Toleranz-Botschaft, auch wenn es größtenteils um Tiere geht.

Genre: Animationsfilm
Regie: Wes Anderson
Darsteller: im Original mit den Stimmen von Bryan Cranston, Bill Murray, Scarlett Johansson, Frances McDormand
Im deutschen Kino ab: 10. Mai 2018
Produktionsland: USA
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Filme der Woche | 10. Mai 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2018, 00:00 Uhr

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