Zum 100. Todestag des "Zauberers aus Wien" Klimt-Ausstellung im Kunstmuseum Halle: "Eine Sensation"

Gustav Klimts Gemälde gehören zu den teuersten des internationalen Kunstmarktes. Und das Kunstmuseum Moritzburg Halle ist eines von nur drei deutschen Museen, die ein Werk des berühmten Malers besitzen: Das "Bildnis Marie Henneberg" steht bis zum 6. Januar 2019 im Zentrum einer Klimt-Schau, die zehn Gemälde und 63 Zeichungen umfasst und mehr zeigen will als den Salonkünstler und Erotomanen.

von Meinhard Michael und Katrin Schlenstedt, MDR KULTUR

Marie Henneberg
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artour Do 11.10.2018 22:05Uhr 05:26 min

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Zum 100. Todestag des Jugendstil-Meisters aus Österreich gibt es nur eine Ausstellung in ganz Deutschland. Am 14. Oktober ist sie unter dem schlichten Titel "Gustav Klimt" im Kunstmuseum Moritzburg Halle eröffnet worden.

Eines der teuersten Projekte des Kunstmuseums

Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich spricht von einer Sensation. Zehn Gemälde und 63 Zeichnungen sollen das Schaffen des "Zauberers aus Wien" - von den akademischen Anfängen bis ins Todesjahr 1918 - vor Augen führen: Gezeigt werden soll Klimt als ein Vorbote der Moderne, mitten in einer europäischen Metropole mit Hang zu Pomp und Dekadenz am Fin de Siècle.

Für die "feinfühlige Inszenierung" einiger seiner berühmten Damen-Bildnisse, Landschaften aus der Sommerfrische und delikaten Aktskizzen sei der Sonderausstellungsbereich im Westflügel der Moritzburg neu hergerichtet worden, erklärt Bauer-Friedrich.

Überhaupt sei die Klimt-Schau eines der aufwändigsten und teuersten Projekte des Hauses. Schließlich lägen die umfangreichsten Bestände in Wien und New York, die fragilen Werke würden kaum auf Reisen geschickt. Dem Kustos der Malerei, Wolfgang Büche, sei es jedoch gelungen, 30 private und öffentliche Leihgeber aus sieben Ländern dafür zu gewinnen. Aus dem japanischen Toyota kam etwa das Bildnis der "Eugenia Primavesi". Der Versicherungswert übersteigt den Kulturetat manch kleiner Großstadt, doch die flirrende Pracht der Farben zeigt keine Reproduktion.

Das Bildnis der Marie Henneberg führt in den Kosmos Klimt

Dabei steht ein Gemälde Klimts im Zentrum der Ausstellung, das gar nicht weit reisen musste: Seit mehr als 50 Jahren befindet sich das Bildnis der Marie Henneberg in der Sammlung des Landesmuseums - damit ist die Moritzburg in Halle eins von nur drei deutschen Kunstmuseen, die überhaupt Werke des berühmten und heute auch teuren Malers besitzen.

Klimts Aufbruch in die Moderne

D'Ora-Benda: Gustav Klimt, 1908
Gustav Klimt war der Sohn eines aus Böhmen stammenden Goldgraveurs. Er wurde am 14. Juli 1862 als zweites von sieben Kindern in Wien geboren. Eigentlich sollte er nach der Kunstgewerbeschule Zeichenlehrer werden, durch Fürsprache ihres Gründers, durfte er seine Ausbildung fortsetzen. Schon in den 1880er-Jahren erhielt er große Aufträge für Wandgemälde in den neuen repräsentativen Bauten an der Wiener Ringstraße. Den 'historistisch-kaiserlichen' Stil ließ er bald hinter sich und reüssierte mit delikaten Porträts von - ausschließlich! - Frauen des aufstrebenden Bürgertums. Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / © bpk / D'Ora-Benda
Bildnis Marie Henneberg, 1901/1902, Öl auf Leinwand, 140x140 cm
Mit öffentlichen Auftraggebern hatte Klimt oft Ärger, so wandte er sich ab 1900 verstärkt dem Porträt zu: Damen des fortschrittlichen und kulturliebenden Bürgertums verewigte er. So auch Marie Henneberg. Sie lebte mit ihrem Mann Hugo, promovierter Physiker und selbst Künstler, auf der Hohen Warte in Wien, in einer von Josef Hoffmann geplanten Jugenstil-Villa. Das Klimt-Gemälde schmückte die große Halle des Hauses. Vor jedem seiner Damenbildnisse machte Klimt zahlreiche Skizzen zu Haltung, Garderobe oder Schmuck, um am Ende Habitus und Pose so zu gestalten, dass sie dem Wesen der Dame nahe kommen.

Klimts Gemälde gehören zu den teuersten des internationalen Kunstmarktes, die Moritzburg in Halle ist eins von nur drei deutschen Kunstmuseen, die mit dem "Bildnis Marie Henneberg" ein Werk des berühmten Malers besitzen.
Bildrechte: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt - Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / Punctum / Bertram Kober
Gustav Klimt: Buchenwald I, um 1902, Öl auf Leinwand, 100x100 cm
Meist liegt der Fokus auf seinen prachtvollen Damenbildnissen. Doch auch Klimts Landschaftsgemälde zeigen seine Meisterschaft als Maler, entstanden sind sie oft in der Sommerfrische. Der Künstler gestaltete sie völlig frei, mitten in der Natur und keinem Auftraggeber verpflichtet. Meist arbeitete er in quadratischen Formaten und schuf sehr klar komponierte und brillant kolorierte Bilder. Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foro: Elke Estel/Hans-Peter Klut
Gustav Klimt: Liegender Akt, 1914/15, Bleistiftzeichnung, 37,5x57 cm
Ein entspannt liegendes Modell träumt vor sich hin. Sinnlich und von großer Leichtigkeit scheinen die weiblichen Figuren in seinen vielen intimen Zeichnungen, die auch eine Vorarbeit für seine allegorisch-symbolistischen Werke waren. Damit trieb Klimt die Entwicklung der modernen Kunst um 1900 voran. In zumeist weiblicher Gestalt personifizierte Klimt menschliche Zustände wie Ekstase, Schmerz und Trauer. Er versuchte in zahllosen Zeichnungen immer wieder, die eine Gebärde, den einen Ausdruck zu finden. Im Zusammenspiel bestimmen sie die Wirkung seiner Gemälde. Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / © Museum Folkwang Essen / ARTOTHEK
Gustav Klimt: Eugenia Primavesi, 1913/14, Öl auf Leinwand, 140x85 cm
Aus dem japanischen Toyota zur Ausstellung angereist ist das Bildnis der "Eugenia Primavesi". Der Versicherungswert übersteigt den Kulturetat manch kleiner Großstadt. Doch die Dame betört eben auch in ihren flirrenden Farben, die eine Reproduktion nicht wiedergeben kann. Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / Toyota Municipal Museum of Art, Japan, Foto: Austrian Archives / Scala Florence
Gustav Klimt: Bildnis Amalie Zuckerkandl, 1917/18, Öl auf Leinwand, unvollendet, 128x128 cm
Aus dem Belvedere in Wien stammt diese Leihgabe: das Bildnis der Amalie Zuckandl. Das Belvedere besitzt heute mit 24 Arbeiten die weltweit größte Sammlung an Ölgemälden des weltberühmten Künstlers, darunter die beiden Meisterwerke seiner Goldenen Periode "Der Kuss" und "Judith". Wer sie sehen will, muss bis nach Wien. Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / Belvedere Wien / Foto: Johannes Stoll
D'Ora-Benda: Gustav Klimt, 1908
Gustav Klimt war der Sohn eines aus Böhmen stammenden Goldgraveurs. Er wurde am 14. Juli 1862 als zweites von sieben Kindern in Wien geboren. Eigentlich sollte er nach der Kunstgewerbeschule Zeichenlehrer werden, durch Fürsprache ihres Gründers, durfte er seine Ausbildung fortsetzen. Schon in den 1880er-Jahren erhielt er große Aufträge für Wandgemälde in den neuen repräsentativen Bauten an der Wiener Ringstraße. Den 'historistisch-kaiserlichen' Stil ließ er bald hinter sich und reüssierte mit delikaten Porträts von - ausschließlich! - Frauen des aufstrebenden Bürgertums. Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / © bpk / D'Ora-Benda
Hugo Henneberg: Am Kanal, um 1902, Gummidruck, 475x545 mm, Museum Folkwang
Foto oder Gemälde? Hugo Henneberg (1863-1918) war nicht nur Mäzen und Auftraggeber von Gustav Klimt, sondern auch einer der Pioniere der Fotografie um 1900. Er entwickelte das so genannte Gummidruckverfahren weiter: Farbpigmente werden in einer Mischung aus Gummiarabikum-Tinktur und lichtempfindlichen Chromatsalzen gelöst, durch Lichteinwirkung werden sie auf dem Bildträger fixiert. So entsteht die malerische Qualität der Bilder. Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / © Museum Folkwang Essen / ARTOTHEK
Hugo Henneberg: Motiv aus Pommern, aus dem Portfolio, Gummidrucke, vor 1902, Kupferätzung, 243x173 mm, Museum Folkwang Essen
Die Fotografie sah Henneberg als Kunst, tatsächlich wurden seine Arbeiten 1902 in der Eröffnungsausstellung im neuen Gebäude der Wiener Secession gleichberechtigt neben Gemälden von Gustav Klimt gezeigt. Auch als Grafiker und Maler wirkte der experimentierfreudige Henneberg. So schließt sich in der Ausstellung der Kreis vom Bildnis der Marie Henneberg hin zu einem Mäzen Klimts, der selber Künstler war und mit seiner Gattin in einer Jugendstil-Villa wohnte, die der Architekt Josef Hoffmann für sie plante: Ein Gesamtkunstwerk und Treffpunkt der Wiener Secessionsgesellschaft. Die Schau lässt eintauchen in diese Wiener Welt der Jahrhundertwende und zeigt die Vorboten der Moderne. Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / © Museum Folkwang Essen / ARTOTHEK
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Für Wolfgang Büche, Kurator der Schau, "gehen von diesem Bilde verschiedene Kraftlinien aus". So stehe es im Werk des Künstlers "am Beginn einer Entwicklung, die dann zu seiner goldenen Epoche führt", sagte Büche MDR KULTUR.

Skandal mit nackter Weiblichkeit

Klimt mit Katze
Klimt im weiten Gewand des Reformers und mit Kätzchen Bildrechte: IMAGO/Leemage

Klimt, am 14. Juli 1862 als Sohn eines Goldgraveurs und zweites von sieben Kindern in Wien geboren, kam aus einfachen Verhältnissen. Doch sein Talent wurde früh erkannt, schon bald nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule erhielt er in den 1880er-Jahren große Aufträge für Decken- oder Wandgemälde in den neuen repräsentativen Bauten an der Wiener Ringstraße, fürs Burgtheater oder das Kunsthistorische Museum.

Den 'historistisch-kaiserlichen' Stil ließ er bald hinter sich. Er verabschiedete sich von antik-idealisierenden Akten und zeigte Frauen eher nach als vor dem Sündenfall. Nackt und mit unverhohlen erotischer Ausstrahlung. Seine Bilder zur Ausstattung der Wiener Universität sorgten für einen Skandal, sie zeigten nicht wie erwartet den Triumph des Lichts der Wissenschaft über die Finsternis, sondern die Verwirrung des modernen Menschen, der auch krank, arm oder hässlich sein konnte - vor allem nackt. "Pornographie" und "ein Übermaß an Perversion" wurden Klimt vorgeworfen, seine Bilder wieder entfernt.

Klimt beugte sich nicht. Er machte sich unabhängig von öffentlichen Aufträgen und reüssierte mit Porträts von Frauen aus dem aufstrebenden Bürgertum. Nackt konnte er sie damals schlecht malen, er hüllte sie in üppige Gewänder mit pracht- und geheimnisvollen Ornamenten, was Bauer-Friedrich im Gespräch mit MDR KULTUR so erklärt:

Er hat diese Frauen nicht nur einfach dargestellt, sondern psychologisch erfasst, ja seziert kann man vielleicht sagen.

Thomas Bauer-Friedrich, Direktor Kunstmuseum Moritzburg Halle

So habe er sie "in seine ganz eigene ornamentale Gestaltungsweise eingebunden, und auf einer Metaebene, auf ganz subversive Art und Weise, auch etwas über die Dargestellten ausgesagt."

Vom wohl dekorierten Salon in die Moderne

Das Kunstmuseum Secession in Wien, aufgenommen am 06.08.2009. Die Kuppel auf dem Dach des Gebäudes ist ein Geflecht aus vergoldeten Lorbeerblättern. Das von Josef Maria Olbrich 1898 fertiggestellte Secessionsgebäude war der erste und epochemachende Bau des Wiener Jugendstils.
Die Secession als erster und epochemachende Bau des Wiener Jugendstils. Bildrechte: dpa

Beeinflusst von den französischen Impressionisten und dem dunklen Symbolismus der Belgier, führte Klimt die Avantgarde an, als sich die Wiener Secession 1897 gründete und sich mit dem von Joseph Maria Olbrich entworfenen Haus einen unabhängigen Ausstellungsort schuf. Dafür gestaltete Klimt fünf Jahre später den Beethovenfries.

Mit Gold veredelt und jugendstil-weich, aber schonungslos körperlich katapultierte er den Wiener Klüngel in die Moderne. Wieder war der Aufschrei groß.

Ein älterer Herr vor einem Fklimt-Gemälde.
Kurator Wolfgang Büche legt die "Kraftlinien" des Henneberg-Bildes frei. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Um zu zeigen, wie aus dekorativer Kunst ein Aufbruch in die Moderne wird, beleuchtet die Ausstellung auch den Kosmos um Klimt herum. Das "Bildnis Marie Henneberg führt mitten hinein, hing es doch im Salon ihrer Villa, die Teil der von Josef Hoffmann geplanten Künstlerkolonie auf der Wiener Hohen Warte war. Dass deren Bauten Gesamtkunstwerke sein sollten, darauf verweist die Schau mit Fotos, Dokumenten, Design und Möbeln aus der Zeit des Jugendstils.

Wer dieser "Kraftlinie" des Henneberg-Bildes folgt, lernt in der Ausstellung auch den Gemahl der Dame näher kennen, der nicht nur ein promovierter Naturwissenschaftler und Mäzen Klimts, sondern auch ein experimentierfreudiger Fotograf gewesen ist. 1902 stellte er gleichberechtigt mit Klimt in der Wiener Secession aus.

"Er gibt der Erotik der Frau ein Bild"

Unzählige Zeichnungen machte Klimt als Vorstudien zu seinen Gemälden. Heute ist er nicht nur für seine öffentlichen Porträts berühmt, sondern für seine intimen Akt-Zeichnungen berüchtigt. Sie nähren die Legende um den Erotomanen, der in seinem Atelier umgeben von nackten Modellen arbeitete, nie verheiratet war, aber mit mehreren Frauen Kinder hatte.

Gustav Klimt: Liegender Akt, 1914/15, Bleistiftzeichnung, 37,5x57 cm
Bildrechte: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / © Museum Folkwang Essen / ARTOTHEK

Das Kunstmuseum Moritzburg zeigt Zeichnungen von Gustav Klimt (1862–1918) – als Zeichner ist er ein puristischer Meister der Linie, ganz im Gegensatz zu seinen opulenten Gemälden. Von Ulrike Thielmann.

MDR KULTUR - Das Radio Sa 13.10.2018 17:15Uhr 04:05 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/audio-radio/gustav-klimt-halle100.html

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Kurator Wolfgang Büche sieht ihn als echten Frauenhelden: "Er wird ja vielfach als jemand bezeichnet, der einen männlichen Blick hat, aber das ist eigentlich zu kurz gedacht, wenn man sein Werk mal genau betrachtet. Er gibt der Erotik der Frau ein Bild. Seine Bilder zeigen nichts Heimliches aus der Schlüssellochperspektive. Er lässt die Frauen bei sich sein und zeigt sie in ihrer 'erotischen Selbstverwirklichung'."

Nach einem wohl intensiven Leben starb Gustav Klimt am 6. Februar 1918 mit nur 55 Jahren nach einem Schlaganfall.

Service-Info zur Ausstellung Gustav Klimt
14.10.2018 - 06.01.2019

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten
Mo, Di, Do–So/Feiertage 10–18 Uhr
Mi sowie 24., 31.12. geschlossen, Mi 2.01.19 geöffnet

Eintritt
12 Euro, erm. 9 Euro, Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18
Tipp: Dauerticket "Gustav Klimt" für 25 Euro - Berechtigt zum unbegrenzt wiederholten Besuch der Ausstellung während der Laufzeit

Öffentliche Führungen
Jeden Samstag 15 Uhr, Eintritt zzgl. 3 Euro

Stichwort: Wiener Secession oder das Leben als Gesamtkunstwerk Das Interesse der Wiener, aber auch der Münchner oder Dresdner Secessionisten galt nicht einfach einer Abspaltung vom akadmeischen Kunst- und Ausstellungsbetrieb, sondern einer Reform der Kunst. die relevant für alle Bereiche des Lebens und des Alltags sein sollte. Architektur, Innenraumgestaltung, Kunsthandwerk oder Malerei sollten zusammenwirken, um das gemeinschaftliche Zusammenleben zu erneuern und zu bereichern. Gustav Kimt teilte diese Reformbestrebungen in Wien, in der Künstlerkolonie auf der Hohen Warte nahm diese Auffassung Gestalt an: in den drei Villen für die beiden Secessions-Maler Carl Moll und Kolomann Moser sowie für die Fotografen Hugo Henneberg und Friedrich Viktor Spitzer, die Stätten des kulturellen Lebens und der Begegnung waren. Am Beispiel der Villa Henneberg geht die Ausstellung auf das Lebensumfeld der auf den Klimt-Gemälden Porträtierten ein.

KLIMT textil - Werkschau der Mode in der Sonderausstellung Im Vorfeld der Ausstellung beschäftigten sich die Design-Studenten der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mit dem Werk Klimts. Unter dem Motto "Klimt und seine Kätzchen" entwickelten die Erstsemester Körperhüllen aus allen denkbaren Materialien, aber ohne Stoff und Nähte. Das zweite Studienjahr konzentrierte sich unter der Überschrift "Gustav Klimt neckt gern und kräftig" auf Ornamente und Muster. Unter dem Titel "Gustav Klimt und der Wiener Schmäh" entwickelten die Studierenden aus dem dritten Jahr Kollektionen zu einem selbst gewählten Motiv des Malers.

Eine exklusive Werkschau dieser Kollektionen gibt es am 26. Oktober, 20:00 Uhr, im Kunstmuseum Moritzburg.

Katalog Gustav Klimt & Hugo Henneberg - Zwei Künstler der Wiener Secession
Hrsg. von Christian Philipsen in Verbindung mit Thomas Bauer-Friedrich und Wolfgang Büche Wienand

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | artour | 11. Oktober 2018 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 04:00 Uhr

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