Sébastien Soulès (Oe–dipus)  Timo Röߟner (Laios) rechts
Sébastien Soulès (l.) als Oedipus und Timo Rößner als Laios Bildrechte: Ronny Ristok/Theater&Philharmonie Thüringen

Ausnahmeoper "Oedipe" von George Enescu am Theater Gera

Ödipus ist einer der tragischsten Helden der Antike. Am Theater Gera wagt man sich an die Ausnahmeoper des 20. Jahrhunderts "Oedipe" von George Enescu. Eine besonders spannende Produktion einer genialen Oper, findet unsere Kritikerin.

von Bettina Volksdorf, MDR KULTUR

Sébastien Soulès (Oe–dipus)  Timo Röߟner (Laios) rechts
Sébastien Soulès (l.) als Oedipus und Timo Rößner als Laios Bildrechte: Ronny Ristok/Theater&Philharmonie Thüringen

Es ist ein Ausnahmewerk, das am 13. April am Theater Gera Premiere gefeiert hat: Die Oper "Oedipe" von George Enescu. Lange hat der gebürtige Rumäne an seiner einzigen Oper gearbeitet – erste Ideen stammten aus der Zeit um 1910, der Hauptteil der kompositorischen Arbeit fiel in die 20er-Jahre, abgeschlossen wurde die "Oedipe" aber erst 1931. Fünf Jahre später folgte die Uraufführung in Paris. Danach geriet das Werk auf Grund der enormen künstlerischen Herausforderungen (Riesen-Orchesterbesetzung, exorbitant-fordernde Titelpartie) und der musikhistorischen Veränderungen in Vergessenheit, wird nur noch alle 10-15 Jahre auf die Bühne gebracht.

Die Verantwortlichen der Theater & Philharmonie Thüringen nahmen lange Anlauf, um nun endlich – auch Dank zuerkannter Theaterpreis-Gelder des Bundes – diese geniale Oper auf die Bühne bringen zu können. Gewaltig ist die an Klangfarben reiche Musik, gewaltig der Stoff: Der Ödipus-Mythos sei bis heute tief im kollektiven Bewusstsein der Menschheit verankert, meint der regieführende Intendant Kay Kuntze und dass es dabei in gewisser Weise um eine sich selbsterfüllende Prophezeiung gehe.

In seiner Inszenierung und in den wirkmächtigen Bühnenbildern von Duncan Hayler wird auf eine abstrakt-zeichenhafte Symbolik und das, was sich zwischen den Figuren abspielt, gesetzt – auch um der zuweilen oratorisch geprägten Seite des Werkes etwas entgegenzusetzen.

Eine besondere, mutige und musikalisch-spannende Produktion!

Bettina Volksdorf, MDR KULTUR-Opernredakteurin

Sébastien Soulès (Oedipus) Kai Wefer (Theiresias, blinder Seher in Theben) Damen und Herren des Opernchors
Ödipus kniet nieder vor dem blinden Seher Theiresias (Kai Wefer) in Theben Bildrechte: Ronny Ristok/Theater&Philharmonie Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Opernmagazin | 14. April 2018 | 20:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2018, 11:54 Uhr

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