Die Insel Reichenau

Die Insel Reichenau ist auf dem Bodensee-Radweg keine offizielle Etappe, aber inoffiziell eine der schönsten Zwischenstationen. Gemüseinsel wird sie auch genannt. Zu Recht: Die Insel ist nicht nur das südlichste Anbaugebiet Deutschlands, hier herrscht durch den Bodensee und viele Sonnentage auch ein ideales mildes Klima für den Gemüseanbau. Über 60 Erzeugerbetriebe gibt es auf der Insel, 500 Gewächshäuser werden bewirtschaftet. Viele arbeiten generationsübergreifend als Familienbetrieb.

Gartenreise an den Bodensee Die Gemüseinsel Reichenau

Die Insel Reichenau hat sich den spitznamen "Gemüseinsel" redlich verdient. Auf der ganzen Insel werden Obst und Gemüse anbauen. Im Kräutergarten des Klosters soll der Gemüseanbau sogar seinen Ursprung haben.

Blick von Aussichtspunkt auf Insel Reichenau.
Einer der schönsten Orte auf der Insel Reichenau ist der Aussichtspunkt Hochwart. Er liegt rund 40 Meter über der Unterseelandschaft und bietet wunderbare Blicke über die ganze Insel, bis nach Konstanz und hinüber auf das Schweizer Ufer mit den Alpen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Blick von Aussichtspunkt auf Insel Reichenau.
Einer der schönsten Orte auf der Insel Reichenau ist der Aussichtspunkt Hochwart. Er liegt rund 40 Meter über der Unterseelandschaft und bietet wunderbare Blicke über die ganze Insel, bis nach Konstanz und hinüber auf das Schweizer Ufer mit den Alpen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Kamerateam mit Drohne vor Klosteranlage auf Insel Reichenau.
Die spektakulären Bilder in unserer Gartenreportage entstanden auch dank einer Drohne. Kamerafrau Lisa Kästner und Techniker Michael Hesse lassen sie hier vor der grandiosen Kulisse des Benediktinerklosters in Mittelzell fliegen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Sommerblumen vor Gewächshaus auf Insel Reichenau.
Die Reichenau gilt als Gemüseinsel mit über 500 Gewächshäusern. Vor den Gewächshäusern haben wir dieses schöne Sommerblumenbeet entdeckt. Die Insel ist das südlichste Gemüseanbaugebiet Deutschlands. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Tomatenpflanzen im Gewächshaus auf Insel Reichenau.
Im Inneren werden ab März Tomaten angebaut. Da die Gewächshäuser auf der Reichenau eher niedrig sind, werden die Pflanzen einmal in die Höhe und dann am Boden entlang gezogen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ingrid Günther.
Ingrid Günther ist Gästeführerin und weiß viel über den Klostergarten, seine Geschichte und die 44 Kräutersorten. Der Mönch Wahlafried Strabos hat ihn angelegt und die Pflanzen in Versform beschrieben. Sein Gedicht "Hortulus" gilt als erster Gartenratgeber in Europa. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Blüten der Katzenminze
Im "Hortulus" kann man nachlesen, dass Katzenminze vermischt mit Rosenöl eine Salbe ergeben soll, die angeblich Schrammen und Wunden heilen hilft. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Sellerie-Blüten
Sellerie gilt laut "Hortulus" als Heilmittel bei Verdauungsstörungen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Blick über Bodensee auf Landschaft.
Die Insel Reichenau ist nicht nur für ihre Landschaftsblicke bekannt. Schon der Weg über eine wunderschöne Pappelallee ist spektakulär. Und für die Entdeckung der vielen Sehenswürdigkeiten wie die drei romanischen Kirchen der Insel: Münster St. Maria und Markus mit Schatzkammer, St. Georg mit ottonischen Wandmalereien und St. Peter und Paul, benutzt man am besten das Fahrrad. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Rote und grüne Tomaten an Tomatenpflanzen.
Bis zum Ende ihrer Kulturzeit erreichen einztelne Tomatenpflanzen eine Länge von fast 15 Metern. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Die Insel gehört übrigens zum UNESCO Weltkulturerbe. Denn hier im Kräutergarten des Wahlahfrid Strabo soll der Gemüseanbau seinen Ursprung haben. Der Dichter, Botaniker und Benediktiner pflückte die ersten würzenden und heilenden Pflanzen im Garten des Klosters. In einem Lehrgedicht beschrieb Strabo um 840 eindrucksvoll zwei Dutzend Heilpflanzen. "Das Buch über die Kulturen der Gärten" gilt als eines der bedeutendsten botanischen Werke des Mittelalters. 1991 wurde deshalb nach historischem Vorbild ein Kräutergarten mit Strabos 24 Heilpflanzen angelegt, um dieses wichtige Erbe nicht zu vergessen.

Ursprünglich war die Insel allerdings eine Weininsel. Auf über 200 Hektar wurden Trauben angebaut.

Dann infolge von der Reblaus zum Beispiel und einem Totalfrost von 1928 wurden viele dieser Reben, wenn nicht sogar alle, zerstört und ab diesem Zeitpunkt hat sich diese Weininsel zu einer Gemüseinsel verwandelt...Heute gibt es so zirka 63 Familienbetriebe hier auf dieser Insel, die hier nach wie vor Gemüse anbauen.

Ingrid Günther | Reiseführerin

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR Garten | 27. Januar 2019 | 08:30 Uhr