Bunte Frühblüher Hyazinthen – Frühblüher und Weihnachtspflanze

In der griechischen Mythologie heißt es, Hyazinthen seien aus den Blutstropfen des getöteten Jünglings Hyakinthos, dem Geliebten des Gottes Apollon gewachsen. Ursprünglich kommen sie aus dem Orient. Im 18. Jahrhundert wurde die "Hyacinthus orientalis" zur gefragtesten Modeblume nicht nur als Frühblüher im Beet, sondern auch als Zimmerpflanze.

Rosarote Hyazynthe
Hyazinthen sind als Zimmerpflanze beliebt. Sind sie verblüht, können sie ins Beet gesetzt werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Es gibt viele Anleitungen, die beschreiben wie es gelingt, dass Hyazinthen auch im Winter auf dem Fensterbrett erblühen. Dabei sind Hyazinthen eigentlich Frühblüher. Da sie sich aber gut als Zimmerpflanze eignen, werden sie vorgetrieben bereits ab November angeboten.

Hyazinthen ins Frühlingsbeet pflanzen

Wer sich an Hyazinthenblüten im Frühling erfreuen möchte, sollte die Zwiebeln im Herbst, solange der Boden frostfrei ist, in die Erde stecken. Sie sollte je nach Zwiebelgröße etwa fünf bis zehn Zentimeter tief eingegraben werden. Hier gilt wieder die folgende Faustregel.

Blumenzwiebel setzen Die Blumenzwiebel sollte so tief im Boden vergraben werden, dass darüber die doppelte bis dreifache Zwiebelhöhe Erde liegt.

Auch im zeitigen Frühjahr können die Zwiebeln noch gepflanzt werden. Es kann dann aber passieren, das die Pflanzen erst im kommenden Jahr blühen.

Auf einen Blick
Heimat Zentral-Asien, Balkan
Pflanzenfamilie Spargelgewächse
Wuchs 15 bis 20 Zentimeter hoch, Viele Blüten bilden am oberen Stängel eine Traube
Blüte sechsblättrige Blüten bilden eine Traube, viele verschiedene Farben
Blütezeit März bis Mai im Freiland, nach einem Kälteimpuls ganzjährig im Zimmer
Standort sonnig bis halbschattig, im Zimmer an einem hellen Fenster
Boden normaler Gartenboden
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Lebensdauer bis zu 15 Jahre
Besonderheiten duftet herrlich nach Frühling

Hyazinthen als Zimmerpflanze

Hyazinthe
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Im Zimmer brauchen sie einen möglichst hellen, sonnigen Platz. Stehen sie warm, strecken sie ihre Stängel nach oben und treiben duftende Blüten aus - auch im Winter. Voraussetzung dafür ist eine gesunde Zwiebel. Hyazinthen sollten während der Blütezeit leicht feucht gehalten werden und nicht austrocknen. Bei Staunässe fault die Zwiebel.

Nach der Blüte werden die Stängel abgeschnitten. Die Blätter müssen aber an der Pflanze bleiben. Erst wenn sie gelb werden darf die Wassergabe langsam bis auf 0 reduziert werden. Sind die Blätter trocken, werden sie abgeschnitten und die Zwiebel sollte bis zum nächsten Herbst im Beet oder an einem dunklen kühlen Platz im Haus ruhen.

Kälte ist das Signal wieder zu wachsen

Sinken im Herbst die Temperaturen ist das für frühblühende Zwiebelgewächse das Signal, zu wachsen. Hyazinthen bilden neue Wurzeln, um Nährstoffe in der Zwiebel zu speichern. Die ersten kleinen Triebspitzen zeigen sich.

Wer die Hyazinthe im Winter zur Blüte bringen möchte, kann die notwendigen Bedingungen am besten im Kühlschrank simulieren. Ein guter Platz, die Zwiebel etwa acht Wochen zu lagern, ist das Gemüsefach. Anschließend kommen sie in einen Topf mit neuer Erde. Bis sich die ersten Blütenknospen zeigen, ist ein kühles Plätzchen, so um die 10 °C ideal. Dann darf die Hyazinthe ins Wohnzimmer aufs Fensterbrett umziehen und Blüten treiben.

Besonderes Schauspiel: Wurzeln treiben lassen

Wurzel einer Hyazinthe
Werden Hyazinthenzwiebeln auf ein Wasserglas gestellt bilden sie bizarre Wurzeln Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ab den 19. Jahrhundert wurde das Antreiben der Hyazinthen auf Wasser zum Volksvergnügen. Spezielle Glasvasen samt Halterung waren Verkaufsschlager. Die Zwiebel wird einfach auf ein durchsichtiges Gefäß gesetzt, in dem sich immer ein wenig frisches Wasser befindet, das die Zwiebel aber nie erreicht. Die Wurzel wächst Richtung Wasser und bildet viele lange imposante Ausläufer. Damit das gelingt, sollte der Austrieb solange abgedeckt bleiben, bis sich die Knospen färben. Anfänger können auch bei gekauften Hyazinthentöpfen die Wurzeln der Zwiebel gründlich abwaschen und auf eine Glasvase setzen.

Narzissen, Schneeglöckchen und Co.

Wilde Frühblüher bilden Samen und eignen sich deshalb besonders gut zum Verwildern. Gezüchtete Sorten müssen per Hand verbreitet werden. Wir stellen hier Frühblüher vor und erklären, worauf es ankommt.

Blüten des der Sternhyazinthe
Die Sternhyazinthe (Chionodoxa) wird auch noch Schneeglanz oder Schneestolz genannt. Sie trägt ihre Blüte mit dem weißen Stern aufrecht und wächst am liebsten in sonnigen oder halbschattigen Gebieten, gern als großflächige Unterpflanzung von frühjahrsblühenden Sträuchern. Einmal gut eingewachsen, samt sie sich schnell aus und bildet bald riesige Blütenteppiche. Mit Rasen verträgt sich das Blümchen aber nicht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blüten des der Sternhyazinthe
Die Sternhyazinthe (Chionodoxa) wird auch noch Schneeglanz oder Schneestolz genannt. Sie trägt ihre Blüte mit dem weißen Stern aufrecht und wächst am liebsten in sonnigen oder halbschattigen Gebieten, gern als großflächige Unterpflanzung von frühjahrsblühenden Sträuchern. Einmal gut eingewachsen, samt sie sich schnell aus und bildet bald riesige Blütenteppiche. Mit Rasen verträgt sich das Blümchen aber nicht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blüten des Blausternchens
Dem Schneeglanz sehr ähnlich ist das Blausternchen (Scilla siberica). Aber die Blüte ist tiefblau und der gebogene Stiel lässt die Blüte als Glöckchen hängen. Wer es im Garten kultivieren möchte, benötigt lockere, durchlässige, humose Erde an einem sonnigen bis halbschattigen Platz. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blüten der Schachbrettblume
Die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) kommt aus Wiesentälern und wächst gern in Gemeinschaft mit Butterblumen an feuchten Stellen im Garten. Sie ist deshalb eher etwas für ein Beet, das auch gepflegt wird. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Winterling
Der Winterling (Eranthis hyemalis) gehört zu den Pflanzen, die sich schnell über Samen ausbreiten und riesige Flächen zum Blühen bringen können. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Samenkapsel Winterling
Nach der Blüte entwickelt sich im März die Samenkapsel. Die Samen verbreiten sich, winzige Pflanzen wachsen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Winterlinge im Schnee
Vorsicht also bei der Gartenarbeit! Zum ersten Mal blüht der Bodendecker nach drei Jahren. Bildrechte: IMAGO
Rosa Lenzrose
Lenzrosen (Helleborus) sind perfekte Partner für Lerchensporn und Blaustern. Auch sie genießen den Halbschatten unter hohen Bäumen oder hinter Hecken. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Lenzrose Blüte und Fruchtstand
Auch die Lenzrosen samen sich aus. Entfernen Sie deshalb schwache und unansehnliche Blüten und lassen Sie nur die farbintensiven stehen. Sonst entsteht irgendwann einmal eine Masse an Lenzrosen, die alle die gleiche Farbe haben. Links im Bild erkennt man die Blüte, rechts hat sich schon der Fruchtstand entwickelt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Traubenhyazinthen mit viel Laub
Üppige Traubenhyazinthen (Muscari) sind im Garten nur schwer zu bändigen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Zwei Traubenhyazinthen mit wenigen Blättern
Achten Sie deshalb auf Arten, die nur wenig Laub und dafür mehr und kräftigere Blüten bilden. Links: "Muscari latifolium", rechts: "Muscari botryoides" Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Pflanze NIeswurz
Der Nieswurz (Helleborus) ist immergrün. Seine Blätter wachsen entlang des Stammes. Er blüht mit kleinen grün-gelben Glöckchen vom Februar bis April und sät sich anschließend gut aus. Ideal steht er im Schatten oder Halbschatten. Zu Hause ist er in Buchenwäldern. Der Nieswurz hat eine wunderschöne Blattstruktur, die vor allem auch den winterlichen Garten belebt. Die Verbreitung kann man durch das Entfernen der Fruchtstände gut kontrollieren. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Kleine gelbe Narzissen
Kleinblumenzwiebeln eignen sich hervorragend zum Verwildern, besonders gut eignen sich weiße und duftende Sorten. Narzissen sind eigentlich Wiesenpflanzen und lieben trockene, freie, wilde Wiesenflächen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
große Blüte einer Narzisse
Große Zwiebelblumen sind nicht für die Wiese geeignet, sie wachsen besser im Beet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
gefüllte Narzisse
Das gilt auch für solche gezüchteten Sorten wie diese gefüllte Narzisse. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Der Lerchensporn mit rosa Blüten
Der Lerchensporn (Corydalis solida) wächst in Misch- und Auwäldern, an feuchten und frischen Standorten. Lassen Sie die Blätter welken und schneiden Sie sie nicht ab. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Schneeglöckchen
Das Schneeglöckchen (Galanthus) steht auf Waldwiesen, in Auen und Laubwäldern. Auch für diesen Frühblüher gilt, wer viele Glöckchen im Garten haben möchte, sollte die Pflanze in Ruhe lassen. Bildrechte: Diana Fritzsche
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Blüten des der Sternhyazinthe
Die Sternhyazinthe (Chionodoxa) wird auch noch Schneeglanz oder Schneestolz genannt. Sie trägt ihre Blüte mit dem weißen Stern aufrecht und wächst am liebsten in sonnigen oder halbschattigen Gebieten, gern als großflächige Unterpflanzung von frühjahrsblühenden Sträuchern. Einmal gut eingewachsen, samt sie sich schnell aus und bildet bald riesige Blütenteppiche. Mit Rasen verträgt sich das Blümchen aber nicht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 20. Januar 2019 | 08:30 Uhr