Ein kleiner Junge hält große Rote Beete Knollen in seinen Händen.
Ernte der Riesenknollen. Adam haben sie köstlich als Suppe geschmeckt. Er gehört zu den wenigen Kindern die den erdigen Geschmack mögen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Gesunde Knolle Bunte Beete – das Superfood neu entdeckt

(Beta vulgaris subsp. vulgaris) - auch bekannt als rote Beete, rote Rübe, Rane, Rauna, Rana, Rahne, Rohne, Rone, Randig, Rohna)

Rote Beete zählt zu den gesündesten Gemüsesorten. Sie ist ein wahrer Vitamin- und Mineralstoff-Lieferant. Richtig zubereitet gibt sie Gerichten den nötigen Pepp, ob im Salat, als Gemüse oder im Smoothie. Und längst gibt es bunte Sorten: rund, oval und sogar möhrenähnlich. Kompliziert ist der Anbau nicht, doch es gibt einiges zu beachten. Wir sprechen mit Gemüsesaatgut-Expertin Hanna Strotmeier über Beete und alles, was man wissen sollte.

Ein kleiner Junge hält große Rote Beete Knollen in seinen Händen.
Ernte der Riesenknollen. Adam haben sie köstlich als Suppe geschmeckt. Er gehört zu den wenigen Kindern die den erdigen Geschmack mögen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die Rote Beete ist wohl der Klassiker, den jeder kennt und schon einmal gekostet hat. Die einen lieben den erdigen Geschmack, andere rümpfen die Nase und lassen Beete fortan links liegen. Zu Unrecht, denn längst gibt es gezüchtete Schwestern, die in weiß oder gelb auftreten, wie Möhren aussehen oder Rettich und im Geschmack durchaus mithalten können. Weiße und gelbe Beete schmecken aromatisch, nur eben nicht mehr so muffig wie der Klassiker. Die Auswahl an Beete ist also groß, und es lohnt sich das Gemüse auszuprobieren oder gleich in den eigenen Garten zu pflanzen - ganz nach Geschmacksvorlieben.

Grafik mit einer rote Beete Kugel und aufgeschnittener gelber und rot-weiß gestreifter Beete 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Beete mit ihrem erdigen Geschmack erlebt eine Renaissance. Man verwendet sie inzwischen so vielfältig in der Küche: die Knolle als Gemüse, das Blatt als Salat, als sauren Snack oder als Farbstoff für Lebensmittel. Auch als Chips lassen sie die herkömmliche Kartoffel geschmacklich alt aussehen. Beete ist in der jungen modernen Küche wieder angekommen.

Hanna Strotmeier
Auf einen Blick
Heimat östlichen Mittelmeerraum, Gebiete Vorderasiens
Pflanzenfamilie Pflanzenfamilie der Gänsefußgewächse
Standort sonnig
Pflanzung März bis Juli
Frucht Knolle
Blätter Stiel mit grünen, länglichen Blättern und oft kräftig farbigen Blattadern
Nutzwert Gesundes Wintergemüse | Knollen und junge Blätter sind essbar
Wuchseigenschaften Frucht kugelig, oval, länglich, möhrenähnlich
Boden humoser tiefgründiger Boden | pH-Wert: 6,2 bis 6,8 | mäßig feucht
Nährstoffbedarf mäßig, Humusgaben sind hilfreich
Inhaltsstoffe Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen; Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C, Folsäure

Standort | Boden

Viele Beete-Jungpflanzen in einem Balkonkasten
Wer große Knollen ernten möchte muss die Jungpflanzen vereinzeln Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Von März bis in den Juli hinein kann Beete ausgesät werden. Als Standort ist ein humoser tiefgründiger Boden gut geeignet. Der pH-Wert sollte bei 6,2 bis 6,8 liegen. Beete braucht Sonne, um sich prächtig zu entwickeln und einen guten Geschmack auszubilden, erklärt Hanna Strotmeier, die in Münster einen Versuchsgarten leitet. Seit vielen Jahren wird in der Samenzüchterei Gemüse kultiviert und getestet. Die Expertin rät, den Boden gut vorzubereiten und tiefgründig zu lockern. Lehmboden sollte mit Humus oder Kompostgaben evtl. auch mit etwas Sand aufgelockert werden. Wer Sandboden hat, sollte ihn entsprechend mit Humus aufbessern.

Erst nach drei bis fünf Jahren sollte Beete wieder an einen anderenStandort gesetzt werden. Die Nachbarschaft zu Spinat oder Mangold sollte gemieden werden, da diese zur gleichen Pflanzenfamilie gehören. Der Boden wird sonst schnell ausgelaugt und Krankheiten können sich ausbreiten.

Aussaat

Samen von verschiedenen Beete-Sorten
In jedem Samenknäul stecken mehrere Pflanzen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Es ist unüblich Beete vorzukultivieren, sagt Hanna Strotmeier. Die Pflanzen haben oft Schwierigkeiten im Gewächshaus klarzukommen oder in Innenräumen zu wachsen. Ab März ist eine Aussaat ins Freiland möglich. Beete wird in Reihen mit einem Abstand von 25 bis 35 Zentimetern gesät. In den Reihen sollten zwischen den Samen fünf bis zehn Zentimeter Platz sein. Wer plant Babybeete zu ernten, kann den Abstand etwas verringern. Das Saatgut sollte etwa zwei bis drei Zentimeter tief in der Erde liegen. Gut angießen und vor allem während der Keimzeit nie austrocknen lassen!

Je früher die Samen gesät werden, desto größer ist die Gefahr, dass die Pflanzen in die Blüte gehen.

Hilfe, meine Beete blüht – was nun? Bei zu kalten Temperaturen kann der Blühreiz aktiviert werden. Dann geht die Kraft der Pflanze in die Blüten anstatt in die Knollenbildung. Das kann man verhindern, indem die Beete mit einem Vlies abgedeckt werden.

Beete auf dem Balkon

Sogar auf dem Balkon ist es möglich Beete im Blumenkasten anzubauen. Dann wird man allerding keine dicken Knollen ernten, kann aber die Blätter wunderbar für Salate oder Smoothies verwenden oder die Babybeete als Gemüse zubereiten. Im Blumenkasten dürfen die Pflanzen dicht stehen und müssen nicht extra vereinzelt werden. 

in einem Blumenkasten wachsen Beete-Jungpflanzen
Wer Blätter für Salat ernten möchte, baut Beete auf dem Balkon an. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Pflege

Grundsätzlich sind Anbau und Pflege von Beete nicht kompliziert, es gilt aber einige Dinge zu beachten: Der Samen ist "multigerm", das heißt in einem Samenknäul stecken mehrere Pflanzen. Etwa vier Wochen nach der Aussaat sollte die Jungpflanzen auf einen Abstand von zehn bis zwölf Zentimeter vereinzelt werden. Gießen Sie die Beete regelmäßig, vor allem in der Keimphase. Wenn die Pflanzen noch klein sind, darf der Boden nicht austrocknen.

Ernte

ein Finger zeigt auf das innere Blatt – das Herz in einer jungen Beetepflanze
Wichtig: Das Herz der Pflanze muss stehenbleiben. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die Blätter dürfen fortlaufend geerntet werden und sollten nicht größer als zehn Zentimeter sein. Wichtig ist aber, das Herz der Pflanze nicht zu verletzen, also unbedingt das mittlere Blatt an der Pflanze lassen. Bis die Knolle reif ist, dauert es je nach Aussaatzeitpunkt drei bis vier Monate. Hier kommt es auch darauf an, wie die Beete verwendet werden soll. Babybeete kann früher geerntet werden. Die Knollen sollten einen Durchmesser von 2,5 bis 7,5 Zentimeter haben. Beete ist kühl gelagert mehrere Monate lang haltbar. Sie können ganz einfach im Kühlschrank  aufbewahrt werden oder auch in einer Kiste mit Sand im Keller lagern. Vor dem Einfrieren sollte Beete gekocht werden.

Wichtige Handgriffe: *        Knolle aus der Erde ziehen oder mit der Grabegabel aushebeln

*        Zwei bis drei Zentimeter des Stängels an der Knolle lassen, so kann sie länger gelagert werden

*        Blätter abdrehen, nicht abschneiden, sonst verblutet die Knolle.

Verwendung

Rote Beete hat viele Verwendungsmöglichkeiten. Die Blätter eignen sich für Smoothies oder Salate, die Knolle kann sauer eingelegt werden. Sie schmeckt in Suppen oder auch als klassisches Gemüse. Im Trend liegen Gemüsechips, die man schnell und einfach auch selbst herstellen kann. Rote Rüben sollten nicht zu lange kochen, weil sonst die Folsäuremoleküle zerstört werden - (im Schnellkochtopf eine viertel Stunde). Stiele bitte nicht abtrennen und die Rübe zum Garprüfen nicht anstechen, da sie sonst viel Saft und damit wertvolle Inhaltsstoffe verliert.

Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig spricht mit Gemüseexpertin Hanna Strotmeier über Beete. Sie hat ein Beete Blatt im Mund und kostet es.
Beete gilt als Jungbrunnen. "Her damit!" Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig probiert die jungen Blätter gleich aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

So gesund ist bunte Beete Beete enthält viele Vitamine und Mineralien. Sie ist reich an Silizium wie kaum eine andere Pflanze. Gemeinsam mit dem Spargel hält sie den Weltrekord als Folsäurespender. 

* Baut Bindegewebe auf

* Festigt Haut und Knochen

* Fördert die Verdauung

* Blutbildend und reinigend

* Wirkt entwässernd und entsäuernd

* Appetitanregend

Herkunft der Beete

Beete gehört zu den Gänsefußgewächsen wie zum Beispiel auch Mangold oder Spinat. Ursprünglich kommt die Gemüsepflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum sowie aus Gebieten Vorderasiens. Die Römer brachten die Beete nach Europa. Die rote Rübe - so wie wir sie kennen - wurde erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt. Aber damals schmeckte das Gemüse noch ganz anders, viel erdiger. Die Formen, die wir heute kennen, sind erst im 19. Und 20. Jahrhundert durch Züchtungen entstanden.

Samen von verschiedenen Beete-Sorten
Probieren Sie doch mal gelbe oder weiße Beete. Sie schmecken milder als die rote Schwester und nicht so erdig. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 29. April 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2018, 10:01 Uhr