Eine Mücke sticht in einen Finger.
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Leichter leben | 31.05.2017 | 17:00 Uhr Erste Hilfe bei Insektenstichen: Das ist im Notfall zu tun

Sie sind unterwegs: Mücken, Bienen, Bremsen und andere Insekten. Viele stechen, wenn sie sich bedroht fühlen, andere um an Blut zu kommen. Ein Insektenstich kann jucken, schmerzen oder auch brennen, ist aber meistens nicht weiter schlimm. Es sein denn, die gestochene Person reagiert allergisch auf Insektenstiche oder es werden Krankheiten übertragen. Experte Dr. Thomas Dietz weiß Rat.

Eine Mücke sticht in einen Finger.
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Symptome, die auf eine Insektengiftallergie hindeuten:

Meistens klingen die ersten Symptome wie Schwellungen, Rötungen und Juckreiz im Normalfall innerhalb von 24 Stunden ab. Gefährlicher sind allergische Reaktionen im Kreislaufsystem und in den Atemwegen. Diese können lebensbedrohlich sein. Umso wichtiger ist es für Betroffene, die Symptome zu kennen und im Ernstfall vorbereitet zu sein:

  • gerötete, tränende und juckende Augen

  • Schwellungen an Hals und Gesicht
  • Schluck- und Sprechbeschwerden

  • Fließschnupfen
  • Übelkeit, Bauchkrämpfe, Erbrechen

  • Angstzustände
  • Atemnot und Herzrasen
  • Schwächegefühl
  • Bewusstlosigkeit

Experte
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Von einer Biene gestochen …

Sticht eine Biene, bleibt ihr Stachel in der Haut stecken. Die Biene stirbt nach dem Stich. Die Haut des Betroffenen schwillt an, juckt, schmerzt und brennt, rötet sich. Im Stachel der Biene, befindet sich das Bienengift. Den Stachel vorsichtig, am besten mit einer Pinzette, entfernen. Bei einer allergischen Reaktion, sofort den Notarzt – die 112 – rufen.

Wenn die Wespen kommen…

Wespe
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Für Insektengiftallergiker kann ein Wespenstich lebensgefährlich werden. Aber auch Bienen-, Hornissen- oder Hummelstiche können eine allergische Reaktion hervorrufen. Bemerken Sie, dass der Arm, das Bein, das Gesicht nach einem Stich stark anschwillt, sollten Sie unbedingt schnell einen Arzt aufsuchen.

Wenn sich außerdem ein Hautausschlag, ein Juckreiz, Atemnot, Schwindel, Herzklopfen oder Schwellungen in Gesicht und Mund zeigen, müssen Sie einen Notarzt rufen. In diesem Fall kann ein anaphylaktischer Schock – dies ist eine schwere Form der allergischen Reaktion, die den ganzen Körper erfassen und auch tödlich enden kann – vorliegen.

Ist die Allergie bekannt, wird der Arzt ein Notfallset verschreiben. Dieses Set enthält abschwellend wirkende Medikamente gegen die allergische Reaktion, sowie eine Adrenalin-Spritze, die den Kreislauf stabilisieren kann, falls wirklich ein Schock droht. Das Set sollte der Allergiker stets mitführen.

Erste Hilfe leisten bei einem allergischen Schock – wie vorgehen?

Ist der Betroffene ansprechbar, fragen Sie, ob ein Notfallset vorhanden ist. Wenn die Person weder ansprechbar ist oder kein Notfallset dabei hat, dann den Rettungsdienst alarmieren. Bei schweren Reaktionen wie Luftnot oder Kreislaufproblemen, dem Rettungsdienst – 112 – mitteilen, dass es vermutlich ein allergischer Schock ist.

  • Bleiben Sie bei dem Betroffenen, beruhigen Sie sie und helfen
  • Bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen.
  • Bei Atemnot aufrecht hinsetzen, Kleidung lockern, am besten mit nach hinten abgestützten Armen, das erleichtert das Luft holen.
  • Bei Kreislaufproblemen wie Schwindel hinlegen und Beine hochlagern. 
  • Bei Atem- oder Herzkreislaufstillstand sofort mit der Wiederbelebung beginnen!


Ist der Betroffene nach einem Stich ansprechbar und sein Notfallset ist vorhanden, dann den Allergiker beruhigen und ihm wenn nötig, dabei helfen, das Notfallset entsprechend den Anweisungen seines Arztes anzuwenden. Aber auch hier gilt: Bei Atemnot oder Herz-Kreislaufproblemen sofort den Notarzt alarmieren.

Fiese, kleine Stecher

Gemeine Stechmücke, Ringelmücke, Trauermücke, Kriebelmücke - welche Mücken sind da draußen unterwegs und piesacken uns? Hier eine Galerie ausgewählter Plagegeister.

Gemeine Hausmücke .
Die Gemeine Stechmücke - der Name sagt alles. Ihr Summen hören wir am häufigsten in unseren Wohnungen und Häusern, wo sie das ganze Jahr zu finden ist. Der Stich ist klein, das Jucken meist groß. Bildrechte: imago/blickwinkel
Gemeine Hausmücke .
Die Gemeine Stechmücke - der Name sagt alles. Ihr Summen hören wir am häufigsten in unseren Wohnungen und Häusern, wo sie das ganze Jahr zu finden ist. Der Stich ist klein, das Jucken meist groß. Bildrechte: imago/blickwinkel
Kriebelmücke
Die Kriebelmücke - Biologen unterscheiden 50 verschiedene Arten in Deutschland. Ihre Weibchen sind Blutsauger. Aber sie lieben Rinder. Bildrechte: IMAGO
Ringelmücke
Große Hausmücke, Ringelmücke auch Ringelschnake. Über einen Zentimeter groß und das ganze Jahr aktiv. Hinterlässt beim Stechen oft auch Entzündungen. Bildrechte: IMAGO
 Buschmücke
Die Asiatische Buschmücke - ist erst seit 20 Jahren bei uns zu finden. Sie gilt auch als Überträger verschiedener Krankheiten, wie etwa des West-Nil-Virus'. Bildrechte: IMAGO
Eine Trauermücke auf einer Margerite
Trauermücke - völlig ungefährlich für Menschen aber enorm lästig, denn die Larven fressen bevorzugt Pflanzenwurzeln. Bildrechte: IMAGO
Asiatische Tigermücke
Tigermoskito wird die Asisatische Tigermücke gelegentlich auch genannt. Tagaktiv, sehr stechfreudig. Überträgt in den Tropen verschiedene Viren. Dafür ist es bei uns (noch) zu kalt. Bildrechte: IMAGO
Wintermuecke
Wintermücken sind unempfindlich gegen Kälte und können gut im Winter und in Höhenlagen überleben. Sie stechen nicht und sind für Menschen völlig ungefährlich. Bildrechte: IMAGO
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Im Bett sind Wanzen ...

Bettwanzen sind Parasiten, die sich vom Blut ihrer Wirte – auch des Menschen – ernähren. Sie leben fast verborgen und suchen nachts nach ihrem Opfer. Ihre Stiche, meistens in einer Reihe, jucken heftig, sind klein und rötlich gefärbt. Sie füllen sich später mit Flüssigkeit. Bettwanzen wird man meistens nur mit Hilfe eines Kammerjägers wieder los.

Oft bringen wir sie selbst im Urlaubsgepäck mit! Daher am besten, nach der Rückkehr den Koffer über der Badewanne auspacken und die Kleidung bei 60 Grad waschen.

Zecken sitzen im Unterholz ...

Makroaufnahme von einer Zecke auf einem Arm
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Dort warten sie warten auf ihren Wirt, z.B. auf den Menschen. Sie krabbeln am Körper umher, bis sie eine geeignete Einstichstelle gefunden haben. Diese Spinnentiere sind so klein, dass sie auf den ersten Blick oft nicht gesehen werden. Juckt eine Stelle auf der Haut, ist rot und man erkennt einen dunklen Punkt in der Mitte, könnte dies ein Zeckenstich sein.

Das Tier dann vorsichtig mit einer Pinzette entfernen:

  • Die Zecke möglichst hautnah greifen. So wird sie nicht gequetscht und so wird  die Freigabe von möglicherweise gefährlichen Körperflüssigkeiten verhindert.
  • Die Zecke nicht mit einem kräftigen Ruck entfernen und auch nicht drehen, sie haben kein Gewinde.


Wald – und Wiesenspaziergänger sollten am besten ein Werkzeug zur Entfernung von Zecken mit sich führen (Zeckenpinzetten gibt es in Apotheken). So ist eine schnelle Entfernung möglich. Bis es zu einer Infektion mit Borreliose -Bakterien durch einen Zeckenstich kommt, vergehen im Schnitt 12–24 Stunden. Die Übertragung von FSME – Viren (Frühsommer-Meningoenzephalitis) beginnt direkt nach dem Zeckenstich, da sich das Virus in den Speicheldrüsen der Zecke befindet- dagegen gibt es eine Impfung. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach.

Wann zum Arzt?

  • Wenn eine mögliche Rötung an der Einstichstelle nicht zurückgeht
  • Wenn sich die Rötung ausbreiten
  • Wenn die Einstichstelle stark anschwillt, schmerzt, heiß wird und pocht
  • Wenn grippeähnliche Symptome wie Fieber oder Gliederschmerzen auftreten.


Sollten Sie sich nicht sicher sein, wie die Zecke richtig entfernt wird oder ob Sie sie ganz entfernt haben, gehen Sie zum Arzt.

Unser Experte:

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Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 10:10 Uhr