Braunkohletagebau Garzweiler
Zu Ostern sind mehrere Kohlekraftwerksblöcke vom Netz gegangen. Bildrechte: imago images / Winfried Rothermel

Klimaziele Mehrere Kohlekraftwerksblöcke zu Ostern abgeschaltet

01. April 2024, 15:15 Uhr

Um in der Energiekrise den Verbrauch von Erdgas zu senken, durften neben Steinkohle- auch Braunkohlekraftwerke weiterlaufen. Für sieben Blöcke ist jetzt endgültig Schluss. Die Grünen-Politikerin Kathrin Henneberger sieht in der Abschaltung von insgesamt 15 Braun- und Steinkohlekraftwerken zum Ostermontag einen Erfolg für die Klimagerechtigkeit.

Zu Ostern sind in Deutschland mehrere Kohlekraftwerks-Blöcke vom Netz gegangen. Im Rheinischen Revier sowie in Brandenburg wurden insgesamt sieben Braunkohle-Kraftwerksblöcke abgeschaltet. Das bestätigten die Energieunternehmen RWE sowie Leag am Ostersonntag. Zum Stichtag 31. März gingen deutschlandweit insgesamt 15 Kraftwerke vom Netz.

Die Stilllegung war bei allen Blöcken schon früher geplant gewesen. Um in der Energiekrise Erdgas in der Stromerzeugung zu sparen, waren von der Bundesregierung fünf Blöcke aus der sogenannten Versorgungsreserve geholt worden. Zwei weitere Blöcke durften über den ursprünglich geplanten Stilllegungszeitpunkt weiterlaufen.

Keine Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit

Zum Ende des Winters 2023/24 ist nun endgültig Schluss. Die Netzagentur sieht durch die Stilllegungen keine Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit. 

Aus der Sicherheitsbereitschaft geholt worden waren im Rheinischen Revier Blöcke der Kraftwerke Niederaußem sowie Neurath. Sie gehören dem Energiekonzern RWE. Im Lausitzer Revier wurden im Kraftwerk Jänschwalde die Blöcke E und F zurückgeholt, die dem Energiekonzern Leag gehören. Hinzu kamen zwei weitere Blöcke des RWE-Kraftwerks Neurath, deren Betrieb verlängert wurde.

Grüne: Abschaltung ist "großer Erfolg"

"Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise sind die Stilllegungen von Kohlekraftwerken eine wichtige Maßnahme, um Treibhausgase zu reduzieren", sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger einer Mitteilung zufolge.

Die jetzige Abschaltung sei "ein großer Erfolg für Klimagerechtigkeit und geschieht im Wissen um die historische und globale Verantwortung für die Erreichung unserer Klimaziele".

Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung

Der Ausstieg aus der Steinkohle bedeute außerdem ein Ende des Importes aus Regionen, in denen der Abbau mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung einhergehe. Henneberger nannte Kolumbien. Dort seien vor allem Indigene von Zwangsumsiedlungen betroffen.

Das Bundeswirtschaftsministerium ist gesetzlich verpflichtet zu prüfen, wie viel zusätzliches Treibhausgas durch den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke ausgestoßen wurde. Bis Ende Juni muss es Vorschläge machen, mit welchen Maßnahmen diese zusätzlichen Emissionen ausgeglichen werden können.

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dpa (nvm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. März 2024 | 14:30 Uhr

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