Zahlreiche Reisende warten am Morgen am Hauptbahnhof auf einen Zug.
Volle Bahnsteige nach dem Streikende am Samstagmorgen am Hauptbahnhof Hamburg. Bildrechte: picture alliance/dpa | Bodo Marks

Deutsche Bahn Bahnverkehr nach Warnstreik stabil - volle Züge erwartet

09. Dezember 2023, 11:48 Uhr

Der Personenverkehr der Bahn läuft nach dem Ende des Lokführer-Warnstreiks wieder stabil. Allerdings rechnet die Bahn für das gesamte Wochenende mit vollen Zügen. Im Güterverkehr hat der bereits vor dem Ausstand erhebliche Rückstau weiter zugenommen. Die Gewerkschaft GDL will über Weihnachten nicht streiken, aber im Januar könnte noch längere Ausstände geben.

Nach dem Ende des Warnstreiks der Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL am Freitagabend läuft der Bahnverkehr wieder weitgehend stabil. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, gilt seit Betriebsbeginn am frühen Samstagmorgen im Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr wieder das normale Fahrplanangebot. Es könne aber im Tagesverlauf noch zu vereinzelten Abweichungen kommen.

Allerdings rechnet die Bahn für das gesamte Wochenende mit vollen Zügen. Der Konzern empfiehlt deshalb, sich weiterhin über die eigenen Verbindungen vor Fahrtantritt zu informieren. Ein Bahnsprecher sagte, vor allem am Samstagvormittag könnte es richtig voll werden. Viele Fahrgäste hätten ihre Reisen verschoben. Tickets vom Streiktag seien auch später noch gültig.

Güterverkehr länger beeinträchtigt

Noch länger als im Personenverkehr werden die Auswirkungen des Arbeitskampfs im Güterverkehr der Bahn zu spüren sein. Aufgrund des Schneechaos in Bayern hatten sich schon zu Beginn des Warnstreiks mehr als 150 Güterzüge gestaut. Wegen des Warnstreiks ging die Bahn davon aus, dass sich der Rückstau verdoppeln werde. Bis dieser abgebaut ist, dürfte es noch einige Tage dauern.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte im laufenden Tarifstreit mit der Deutschen Bahn den Personen- und den Güterverkehr seit Donnerstagabend für 24 Stunden weitgehend lahmgelegt. Lediglich jeder fünfte ICE und IC war unterwegs. Die Bahn stellte kurzfristig einen Notfahrplan auf, regional gab es dabei große Unterschiede im Bahnangebot.

Unbefristete Streiks drohen

Bestreikt wurde auch das Eisenbahnunternehmen Transdev, mit dem sich die GDL ebenfalls in der Tarifauseinandersetzung befindet. Beide Verhandlungen hat Gewerkschaftschef Claus Weselsky bereits für gescheitert erklärt. Weitere Streiks hat die GDL bis zum 7. Januar erstmal ausgeschlossen. Für die Zeit danach kündigte Weselsky aber bereits längere und intensivere Arbeitskämpfe an.

Derzeit lässt die GDL per Urabstimmung ihre Mitglieder über unbefristete Streiks abstimmen. Das Ergebnis wird für den 19. Dezember erwartet. Sollten die Mitglieder dafür stimmen, drohen weitere und deutlich längere Streiks im Januar. Die Gewerkschaft fordert eine kürzere Wochenarbeitszeit. Die Bahn lehnt Verhandlungen darüber ab.

dpa/Reuters/AFP (dni)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Dezember 2023 | 06:00 Uhr

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