Chemiepark Bitterfeld-Wolfen
Der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen (Archivbild) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Chemiepark Bitterfeld-Wolfen Wirtschaft erleichtert nach Wiederwahl von OB Schenk

10. Oktober 2023, 06:59 Uhr

Vertreter des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen haben sich nach der Wiederwahl von CDU-Amtsinhaber Armin Schenk zum Oberbürgermeister erleichtert gezeigt. Schenk hatte sich in der Stichwahl am Sonntag gegen den AfD-Herausforderer Henning Dornack durchgesetzt. Nach dem ersten Wahlgang hatte er noch knapp fünf Prozentpunkte hinter seinem Mitbewerber gelegen. Dornack wäre der erste gewählte Oberbürgermeister Deutschlands von der AfD gewesen.

Die Wiederwahl von Armin Schenk (CDU) als Oberbürgermeister in Bitterfeld-Wolfen ist im Chemiepark mit Erleichterung aufgenommen worden. Chemiepark-Geschäftsführer Patrice Heine sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man sei als internationaler Chemiestandort darauf angewiesen, zukünftig auch im Rahmen der Fachkräftesicherung als Lebensort attraktiv zu sein. Und da stehe es völlig außer Frage, dass man mit dem Ergebnis vor dem Hintergrund sehr gut leben können. Heines Co-Geschäftsführer Kai Uwe Krauel konkretisierte, zunächst schaue ein Ansiedler in erster Linie auf die Förderbedingungen und danach, ob er vor Ort Fachkräfte bekomme.

Durch politische Veränderungen vor Ort zugunsten rechter Parteien seien für die Wirtschaft typischerweise langfristige Auswirkungen zu befürchten. Wenn bei ausländischen Fachkräften ein schlechtes Bauchgefühl entstehe und sie sich sagten, sie wollten nicht zwingend in einer Region wohnen, die politisch aus der Mitte nach rechts rücke, dann könne es schwierig werden. Krauel verwies in diesem Zusammenhang auf die Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt im kommenden Jahr. Sollten sich die Machtverhältnisse im Stadtrat deutlich verändern, werde das von dem einen oder anderen Ansiedler oder potenziellen Neuansiedler sicher kritisch beäugt werden.

Kritik an Personalpolitik der Parteien

Die beiden Geschäftsführer äußerten aber auch Kritik. So sagte Heine, die etablierten Parteien, insbesondere die CDU, hätten in den vergangenen Jahren vor allem mit ihrer Personalpolitik nicht überzeugt und der AfD so das Feld bereitet. Krauel nannte als Beispiel die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern vor Ort und die Neuausrichtung des städtischen Beteiligungsmanagements.

So habe die Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den Stadtwerken, den Immobiliengesellschaften und den Wohnbaugesellschaften nicht immer hundertprozentig funktioniert. Das müsse neu strukturiert werden, um auch Ansiedlungen schneller voranbringen zu können. Die einzelnen Gesellschaften dürften nicht an unterschiedlichen Fäden ziehen und in unterschiedliche Richtungen gehen. Das erschwere Neuansiedlungen.

Der Landrat des Kreises Anhalt-Bitterfeld, Andy Grabner (CDU), gab im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT zu bedenken, Armin Schenk habe ein schweres Erbe mit einer sehr hohen Verschuldung übernommen: "Und innerhalb dieser Zeit kann ich natürlich nicht aus dem Vollen schöpfen. Und seine Aufgabe, der er sich gewidmet hat, war am Anfang auch eine Umstrukturierung in der Verwaltungsorganisation. Das ist jetzt durch und jetzt müssen wir nach vorne schauen."

Landrat mahnt bessere Kommunikation an

Auch Grabner mahnte Schenk an, die Kommunikation zu verbessern: "Eine transparente Kommunikation ist, denke ich mal, das A und O. Und gerade in der Kommunalpolitik kann ich das eigentlich ausleben. Und ja, das ist ein Punkt, der noch ein Stück weit verstärkt werden muss." Der Oberbürgermeister habe aber aus der Vergangenheit gelernt und sei auf einem guten Weg.

Auch der Landrat sieht in der Wahl des CDU-Politikers ein gutes Zeichen für die Wirtschaft. Grabner erklärte: "Wir sind ja eine Region, die von der Wirtschaft geprägt ist, auch von der Landwirtschaft. Und es ist ein gutes Zeichen für weitere Ansiedlungen, für den Zuzug weiterer Facharbeitskräfte. Und ich bin mir eigentlich ganz sicher, dass wir das schaffen und dass wir auch Bitterfeld-Wolfen gut entwickeln werden."

MDR (Martin Krause, Christoph Dziedo, Mario Köhne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. Oktober 2023 | 17:00 Uhr

19 Kommentare

Fakt vor 32 Wochen

@SZ Rentner:

Überwiegend werden Transgerleistungen temporär gezahlt, bis die Empfänger wieder Arbeit gefunden haben. Das Gros derjenigen, die über einen langen Zeitraum Leistungen beziehen, können aus nterschiedlichen Gründen nicht arbeiten oder finden keinen Job, zum Beispiel aufgrund ihres Alters. Diejenigen, die nicht arbeiten wollen gibt es zwar auch, allerdings ist dies lediglich ein kleinet Teil.
Dass wir in einem Sozialstaat leben, haben Sie schon mal irgenwann am Rande mitbekommen?

Peter vor 32 Wochen

Jan-Lausitz: Sie unterstellen den Verantwortlichen aus der Wirtschaft, dass sie "Parolen" verbreiten?
Ich schätze, die kennen das wirtschaftliche Umfeld und die Bedürfnisse der Firmen weit aus besser als Sie.

SZ Rentner vor 32 Wochen

@ Fakt & Thommi Tulpe

"Wo wir allerdings Spitze sind, sind Transferleistungen für Leute, die nicht arbeiten. Das muss der Chemie-Ingenieur mit bezahlen."

Was gibt es für sie Beide an dieser Aussage nicht zu verstehen ?

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