Luftaufnahme der Bundes-Autobahn 143 Kreuz Halle Neustadt
Die Neuausschreibung einer Sanierung von einem Altbergbaugebiet im Trassenverlauf der A143 besorgt die Menschen im Saalekreis. (Archivbild) Bildrechte: imago images / VIADATA

Fertigstellung Westumfahrung von Halle: Mögliche Bauverzögerung von A143 besorgt Anwohner

21. September 2022, 10:55 Uhr

Ein Teil der neuen Autobahn 143 ist seit Jahren fertig, der andere fehlt noch: Bei einer Bürgersprechstunde konnten Anwohner ihre Fragen zur Westumfahrung von Halle stellen. Hauptthema war eine mögliche Bauverzögerung durch eine Neuausschreibung und der Baustellenverkehr.

Der Autobahnbauer Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) hat am Dienstagabend zu einer Bürgersprechstunde ins Gemeindezentrum Bennstedt eingeladen. Thema der Sprechstunde: der Lückenschluss der Autobahn 143, der unvollendeten Westumfahrung von Halle.

Die Anwohner und Anwohnerinnen interessierte vor allem eine mögliche spätere Fertigstellung der Autobahn. "Ich habe etwas von einem Baustopp gehört", erzählt ein Anwohner. Nun will er wissen, ob das auch stimmt.

Ende des Sommers war bekannt geworden, dass die Sanierung eines Altbergbaus im Trassenverlauf der A143 neu ausgeschrieben werden muss. Die Angebote hätten weit über den marktüblichen Preisen gelegen, sagte damals eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Zugleich hieß es, dass der Bau der Autobahn dadurch aber nicht gestoppt werde.

Baustellenverkehr sorgt für Ärger

Bei der Bürgersprechstunde äußerten Anwohner ihre Sorgen. "Ich frage mich, was für zusätzliche Kosten anfallen, wenn man das jetzt alles liegen lässt", will zum Beispiel eine Anwohnerin von den Autobahnbauern wissen. Zudem gibt es immer wieder Konflikte wegen des Baustellenbetriebes: So beklagt ein Einwohner, dass sich die Baustellenfahrzeuge nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit halten würden. "Ich habe dann bei der Bauleitung angerufen und es hat sich etwas gebessert, aber nicht über die lange Zeit."

Anwesende Grundstücksbesitzer interessieren sich für die Streckenführung für Umleitungen. "Ich habe hier in der Nähe einen Garten und die Frage ist, ob der Zufahrtsweg gesperrt ist oder ob wir anders zu dem Garten hinkommen."

Die Autobahn 143 Die knapp 13 Kilometer lange Trasse soll bis 2025 fertiggestellt werden. Bislang ist nur ein rund neun Kilometer langes Teilstück der A143 befahrbar. Die Strecke soll künftig die A14 mit der A38 durchgängig verbinden. Mit dem Weiterbau wird der letzte Schritt zum Abschluss des Verkehrsprojektes "Deutsche Einheit 13" vollbracht.

Jahrelang tobte ein Rechtsstreit um den Lückenschluss der A143. Gegner des Projekts sahen einen wichtigen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Befürwortern indes galt die Trasse jeher als Garant für weniger Verkehr, Staus und schlechte Luft in Halle.

Ursprüngliche Planungen für das Projekt haben Kosten in Höhe von rund 350 Millionen Euro vorgesehen. Zuletzt waren Nachforderungen von rund 90 Millionen Euro bekannt geworden.

Mit dem Lückenschluss wäre zugleich die Mitteldeutsche Schleife fertig, ein Autobahnkreis um Halle und Leipzig über die A14, A38 sowie A143.

MDR (Mathias Kessel, Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. September 2022 | 06:30 Uhr

3 Kommentare

hilflos am 21.09.2022

@hobby Virologe, das hat auch Vorteile, da können dann die urbanen Autobahngegner den Fernverkehr hautnah erleben und zudem freuen sich alle anderen auch noch. So macht man sich Freunde

hilflos am 21.09.2022

Tolle Leistung, mehr fällt mir zu dieser hahnebüchenen Geschichte nicht mehr ein. Ich gratuliere den Umweltverbänden, Grünen und ökos und bedauere die betroffenen Einwohner der Stadt Halle.

Hobby-Viruloge007 am 21.09.2022

Es dauert immer alles so lange. Derweilen fährt der Fernverkehr über den Riebeckplatz.......

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