Ein zweigeschossiges, weißes Gebäude mit großen Fenstern.
Das Hospiz in Halles Süden begleitet sterbenskranke Menschen. Einen Einbruch haben die Mitarbeiter noch nie erlebt. Bildrechte: MDR/Luise Kotulla

Wo Sterbende begleitet werden Einbruch in Halles Hospiz: "Es ist unglaublich"

16. Februar 2024, 14:19 Uhr

In Halles Süden ist in der Nacht zum Freitag in das Hospiz eingebrochen worden. Die Tür zu der medizinischen Einrichtung wurde aufgehebelt, Räume durchwühlt. Für die todkranken Menschen im Hospiz bestand zu keiner Zeit Gefahr. Sie schliefen eine Etage über dem Einbrecher.

In Halle ist in der Nacht zum Freitag in das Hospiz eingebrochen worden. Laut einem Polizeisprecher war die Tür zu der medizinischen Einrichtung aufgehebelt worden – Seminar- und Verwaltungsräume wurden durchwühlt. Ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt, ist noch unklar.

Wie die Leiterin des Hospizes MDR SACHSEN-ANHALT sagte, hielt sich der Einbrecher nur im Erdgeschoss auf. Zur ersten Etage, wo sich die Zimmer der todkranken Menschen befinden, gelangte er nicht. "Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für unsere Gäste. Es ist aber wirklich unglaublich", so Kathrin Dietl.

Das Hospiz in Halle Das Heinrich-Pera-Hospiz ist vor einem Jahr in einen Nebau in Halles Süden gezogen, zusammen mit dem ambulanten Hospiz- und Kinderhospizdienst, der Patienten zu Hause versorgt. Für das Hospiz Halle arbeiten 23 Mitarbeiter und dutzende Ehrenamtliche. Es gibt zwölf Zimmer, die im Durchschnitt zu 94 Prozent belegt sind. Weit mehr als 100 Menschen versterben dort jedes Jahr in Würde.

Ein heller Flur mit Blick auf ein großes Fenster.
Der Flur in der ersten Etage des Hospizes. Von hier gehen die Zimmer der Kranken ab. Bildrechte: MDR/Luise Kotulla

"Das ist ein großer Schrecken"

Das Objekt ist laut Dietl verschlossen gewesen, ebenso das Tor. Zudem gebe es einen großen Zaun um das Gelände. "Das ist ein großer Schrecken und auch eine große Unsicherheit." Der Nachtdienst des stationären Hospizes habe zwischen Mitternacht und ein Uhr den Einbruch bemerkt und die Polizei gerufen. Diese sei sofort gekommen, der Täter jedoch geflüchtet. Laut Geschäftsführerin Dietl wurden mehrere Türen aufgebrochen und ein Laptop gestohlen.

"Dass man vor dem Hospiz nicht Halt macht" – Leiterin Kathrin Dietl findet es unglaublich. Das Hospiz befindet sich in einem Wohngebiet. Die Kriminaltechnik hat laut Polizei Spuren gesichert.

MDR (Luise Kotulla, Cornelia Müller)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Februar 2024 | 07:30 Uhr

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